Magenschleimhautentzündung: Symptome, Diagnose, Behandlung

Magenschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl? Hinter solchen Beschwerden steckt oft eine akute Gastritis. Eine chronische Gastritis verläuft eher unauffällig

aktualisiert am 01.12.2017

Gastritis – kurz zusammengefasst

  • Es gibt verschiedene Formen: akute Gastritis, chronische Gastritis (Typen A/B/C)
  • Eine akute Magenschleimhautentzündung äußert sich unter anderem durch Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Aufstoßen
  • Eine chronische Gastritis verläuft häufig lange unbemerkt, weil sie nicht unbedingt Beschwerden bereitet
  • Feststellen lässt sich die Entzündung durch eine Magenspiegelung
  • Gegen eine akute Magenschleimhautentzündung hilft oft eine angepasste Ernährung sowie säurepuffernde oder –hemmende Medikamente
  • Bei der chronischen Form hängt die Therapie von der Ursache ab. Ist zum Beispiel der Magenkeim Helicobacter pylori der Auslöser, nehmen Patienten eine Kombination verschiedener Arzneimittel ein

Was ist eine Magenschleimhautentzündung?

Der Magen dient als Zwischenspeicher für das verspeiste Essen. Hier wird es durchmischt, weiter zerkleinert und vom äußerst sauren Magensaft durchtränkt. Darin befinden sich Verdauungsenzyme, die Nahrungseiweiß aufspalten.

Produziert wird der Magensaft in zahlreichen Drüsen der Magenschleimhaut. Sie kleidet das Innere des Magens aus. Damit sich dieser nicht "selbst verdaut", produzieren spezialisierte Zellen einen zähflüssigen Schleim, welcher die Magenschleimhaut mit einem dünnen Film überzieht. Auf diese Weise bleibt der Magen vor der aggressiven Magensäure geschützt.

Verschiedene Faktoren können diese Schutzschicht aus Schleim angreifen oder dazu führen, dass zu viel Magensäure entsteht. Mögliche Folge: eine Entzündung der Magenschleimhaut – von Ärzten als Gastritis bezeichnet. Diese beginnt entweder plötzlich und heilt relativ rasch wieder (akute Gastritis), oder sie verläuft eher schleichend und dauerhaft (chronische Gastritis). Die akute Gastritis kann in einen chronischen Verlauf übergehen.

Ursachen und Formen der Gastritis

Mögliche Auslöser der akuten Gastritis

  • Akute Infektionen mit Bakterien, Viren oder Schimmelpilzen
  • Lebensmittelvergiftungen
  • Zu viel Nikotin, Alkohol, Kaffee, scharfes Essen
  • Starker körperlicher Stress (große Verletzungen, Unfälle, Operationen, Verbrennungen, Kreislaufschock)
  • Bestimmte Medikamente, zum Beispiel Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Rheumamedikamente, ebenso Wirkstoffe, die im Rahmen einer Chemotherapie zum Einsatz kommen, Kortison (vor allem in Kombination mit Schmerzmitteln)
  • Verätzungen durch Säuren oder Laugen

Ursachen und Formen der chronischen Magenschleimhautentzündung

Typ A Gastritis – eine Autoimmunkrankheit

Die genaue Ursache dieser eher seltenen Gastritis-Form ist noch nicht geklärt. Mediziner gehen aber davon aus, dass es sich hier um einen Fehler im körpereigenen Abwehrsystem handelt. Der Fachbegriff dazu heißt Autoimmunkrankheit. Das Immunsystem bekämpft normalerweise Eindringlinge wie Bakterien oder Viren. Bei der Typ-A-Gastritis bildet der Körper jedoch Abwehrstoffe gegen den eigenen Magen – genauer: gegen bestimmte Zellen in der Magenschleimhaut, die sogenannten Belegzellen.

Sie produzieren normalerweise Magensäure. Werden sie nun vom Immunsystem angegriffen, entzündet sich die Magenschleimhaut. Die Belegzellen gehen dabei allmählich zugrunde. Folge: Es wird immer weniger Säure hergestellt. Sie ist jedoch wichtig zum Schutz vor Krankheitserregern und für die Verdauung. Deshalb reagiert der Körper: Er schüttet verstärkt Gastrin aus – ein Hormon aus Magen und Dünndarm, das die Säurebildung stimuliert. Gastrin im Übermaß schädigt die Schleimhaut weiter. Langfristig kann es auf diese Weise zu bestimmten Tumoren, sogenannten Karzinoiden oder Magenkrebs kommen. Das geschieht jedoch selten.

Die Belegzellen stellen neben der Magensäure einen weiteren wichtigen Stoff her – den sogenannten Intrinsic Factor. Er ist erforderlich für die Aufnahme von Vitamin B 12 im Darm. Werden die Belegzellen im Rahmen einer Typ-A-Gastritis geschädigt, fehlt Intrinsic Factor. Das vermindert die Vitaminaufnahme aus dem Essen und hat eine spezielle Blutarmut (perniziöse Anämie) zur Folge.

Typ B Gastritis – Übeltäter Helicobacter pylori

Die große Mehrzahl der chronischen Magenschleimhautentzündungen gehört zum Typ B. Ursache ist fast immer eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Etwa jeder zweite Erwachsene in Deutschland trägt den Keim in sich – oft, ohne es zu wissen. Bei älteren Menschen kommt der Keim häufiger vor als bei Kindern. Die Übertragung erfolgt überwiegend von Mensch zu Mensch. Wie man sich genau ansteckt, ist allerdings noch unklar. Als wichtigster Übertragungsweg gilt der enge Kontakt von Kindern mit Familienmitgliedern, die mit Helicobacter infiziert sind. Durch verbesserte hygienische Verhältnisse und einen höheren Lebensstandard wurde die Häufigkeit der Übertragung in den westlichen Ländern vermindert.

Normalerweise überleben Bakterien die aggressive Magensäure nur schwer. Doch Helicobacter schützt sich mit einem Trick: Der Keim neutralisiert die Säure in seiner nächsten Umgebung, indem er eine puffernde Substanz – Ammoniak – aus Harnstoff herstellt. Dazu nutzt das Bakterium ein spezielles Enzym, die sogenannte Urease. Auf diese Weise kann das Bakterium lange im Magen überleben.

Den meisten Menschen bereitet Helicobacter, trotz einer chronischen Entzündung der Magenschleimhaut, keine Probleme und schadet nicht. Manchmal kann es  jedoch zu Beschwerden und Komplikationen kommen. Helicobacter pylori gilt als wichtiger Wegbereiter für ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür und als ein Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs und Magenlymphomen.

Auch andere Bakterien können eine Typ-B-Gastritis verursachen. Das kommt jedoch selten vor. Weil die Typ-B-Gastritis meistens den Bereich um den Magenausgang – das Antrum – betrifft, heißt sie auch Antrumgastritis.

Typ C Gastritis – häufig Schmerzmittel schuld

Diese Form der chronischen Gastritis liegt in etwa 30 Prozent der Fälle vor. Ausgelöst wird sie durch Stoffe, die den Magen reizen (chemisch-toxische Gastritis). So können sich manche Medikamente auf den Magen schlagen – insbesondere Schmerzmittel und Rheumamedikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika. Dazu zählen zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenac. Wer solche Arzneien häufiger einnimmt, sollte deshalb am besten Rücksprache mit dem Arzt halten und die Packungsbeilage genau beachten.

Eine weitere mögliche Ursache für eine Typ C Gastritis: Es fließt ständig eine kleine Menge Gallensaft aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurück (sogenannter Gallereflux). Das kann zum Beispiel nach bestimmten (Magen-)Operationen der Fall sein. Der Gallensaft reizt die Magenschleimhaut. Auch Alkohol oder andere magenreizende Stoffe wie Säuren und Laugen können zur Typ-C-Gastritis führen.

Daneben gibt es weitere seltene Gastritis-Formen, beispielsweise die Ménétrier-Gastritis. So bezeichnen Ärzte eine spezielle Magenerkrankung, die mit einer Vergrößerung der Schleimhautfalten des Magens einhergeht. Die Krankheit heißt deshalb auch Riesenfaltengastritis. Daneben entsteht durch die Entzündung oft ein deutlicher Eiweißverlust. Die genaue Ursache ist noch nicht geklärt. Selten kann eine Magenschleimhautentzündung auch im Rahmen eines Morbus Crohn vorkommen.

Beratender Experte

Dr. Wolfgang Wegerle ist Internist und Gastroenterologe. Er studierte von 1983 bis 1989 Medizin in Berlin und München. Anschließend war er als AiP und Assistenzarzt am Krankenhaus München Neuperlach angestellt. Von 1997 bis 2002 war er Oberarzt am Krankenhaus München Schwabing. Seit 2003 ist Dr. Wolfgang Wegerle als niedergelassener Gastroenterologe tätig.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Quellen

Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 55: Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Robert Koch Institut, 2013

S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit (Stand: 2016)

Mutschler E: Arzneimittelwirkungen, WVG Stuttgart, 10. Auflage

Typisch für eine akute Gastritis sind plötzliche Magenschmerzen. Es zieht, drückt und kneift im Oberbauch unterhalb des Brustbeins. Drückt man von außen auf diese Stelle, verstärken sich die Schmerzen meistens noch. Auch Rückenschmerzen können auftreten. Weitere typische Symptome sind Übelkeit, Appetitlosigkeit, ständiges Aufstoßen, Völlegefühl, aufgeblähter Bauch und manchmal Erbrechen sowie Sodbrennen. Eine akute Gastritis kann chronisch werden.

Von einer chronischen Gastritis bemerken die Betroffenen oft lange nichts. Oder sie haben eher leichte Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Aufstoßen. Langfristig kann die chronische Magenschleimhautentzündung allerdings zu Komplikationen wie einem Magengeschwür, einem Zwölffingerdarmgeschwür oder – selten – sogar Magenkrebs führen. Diese Komplikationen können ihrerseits Symptome verursachen. Die Typ A Gastritis hat in ausgeprägten Fällen eine Blutarmut zur Folge – eventuell erkennbar an Beschwerden wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schwäche.

Wichtig: Alle genannten Symptome können auch andere Ursachen haben. Was genau dahinter steckt, kann nur der Arzt feststellen. Wer immer wieder oder anhaltend unter Beschwerden wie Magenschmerzen, Übelkeit oder Verdauungsproblemen leidet, sollte sich frühzeitig untersuchen lassen.

Achtung: Vermeintliche Magenschmerzen mit Übelkeit können manchmal auch die Symptome eines Herzinfarktes sein. Dann ist sofort der Notarzt gefragt! Auch Bluterbrechen ist ein potenzieller Notfall. Es kann auf eine besonders starke Gastritis (eine erosive Gastritis) hindeuten, bei der es zu Schleimhautblutungen kommt. Das Erbrochene sieht dann oft so ähnlich aus wie Kaffeesatz, oder es ist frisches, rotes Blut erkennbar. Weitere Ursachen für eine Blutung können Geschwüre, Risse in der Speiseröhrenschleimhaut oder blutende Krampfadern an der Speiseröhre sein. Auch im Stuhl findet sich manchmal Blut. Er färbt sich dann schwarz (sogenannter Teerstuhl).

Der Arzt erkundigt sich nach den Beschwerden, nach möglichen Vorerkrankungen, Medikamenten und den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten des Patienten. Es folgt eine körperliche Untersuchung. Eventuell nimmt der Mediziner eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs vor, um andere Ursachen wie Gallensteine auszuschließen. Manchmal ergeben sich daraus schon ausreichende Hinweise auf eine Gastritis.

Magenspiegelung

Eine sichere Diagnose ist allerdings nur durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) möglich. Diese Untersuchung erfolgt ambulant in einer Praxis – meistens bei einem Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen, einem Gastroenterologen.

Für die Untersuchung schiebt der Arzt einen dünnen, flexiblen Schlauch, ein sogenanntes Endoskop, durch die Speiseröhre bis in den Magen und Zwölffingerdarm des Patienten vor. Über eine eingebaute Kamera betrachtet der Arzt nun Speiseröhre, Mageninneres und den ersten Abschnitt des Dünndarms im Detail auf einem Bildschirm. Von auffälligen Stellen entnimmt er kleine Gewebeproben. Sie werden anschließend im Labor daraufhin untersucht, ob eine Gastritis oder andere Magenerkrankungen vorliegen. Auch Rückschlüsse auf die Ursache – beispielsweise eine Helicobacter-Infektion – sind möglich. Der Keim kann zum Beispiel in der Gewebeprobe angefärbt und nachgewiesen werden.

Das Diagnoseverfahren ist nicht schmerzhaft, allenfalls durch den Würgereiz beim Einführen des Endoskopes etwas unangenehm. Der Patient kann sich für die Untersuchung ein beruhigendes Medikament ("Schlafspritze") geben lassen.

Auch eine Blutuntersuchung kann hilfreich sein – zum Beispiel bei Verdacht auf eine Typ-A-Gastritis. Eventuell lassen sich dann Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Magenzellen im Blut nachweisen.

Helicobacter-Tests

Besteht der Verdacht auf eine Helicobacter-Infektion gibt es mehrere Möglichkeiten des Nachweises. Bei der Magenspiegelung kann der Arzt anhand kleiner Gewebsproben einen Schnelltest machen oder das Bakterium unter dem Mikroskop nachweisen.

Ein einfacher Nachweis erfolgt auch in einer Stuhlprobe oder bei einem Atemtest: Der Patient trinkt eine Flüssigkeit mit Harnstoff, die mit C13 – einem speziellen Kohlenstoff – markiert wurde. Befindet sich Helicobacter pylori im Magen des Patienten, dann wird der Keim den Harnstoff mithilfe seines Enzyms Urease umbauen. Dabei entsteht Kohlendioxid – das nun den Marker C13 enthält.

Das Kohlendioxid gelangt über die Blutgefäße und die Lunge in die Luft, die der Patient ausatmet. Diese Atemluft wird gesammelt und untersucht. Findet sich der Marker C13 darin, gilt das als Hinweis für eine Helicobacter-Infektion. Trägt der Patient das Bakterium nicht im Magen, wird der Harnstoff samt C13 über den Urin ausgeschieden. In der Atemluft findet sich nichts.

Da man beim Stuhl- wie auch beim Atemtest keine Aussage über den Zustand des Magens oder des Zwölffingerdarms treffen kann, werden die Untersuchungsverfahren zum Beispiel zur Erfolgskontrolle nach einer Helicobacter-Therapie eingesetzt. Für alle Tests gilt: Wenn in den zwei Wochen vor dem Test Säureblocker eingenommen werden, sind die Ergebnisse weniger aussagekräftig. Wenn möglich also auf "Protonenpumpenblocker" oder ähnliche Medikamente für diese Zeit verzichten.

Wichtig: Wer immer wieder oder anhaltend unter Beschwerden wie Magenschmerzen, Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden leidet, sollte sich frühzeitig vom Arzt untersuchen lassen.

Behandlung der akuten Gastritis

Meiden, was den Magen reizt

  • Alkohol regt die Magensäurebildung an und kann die Schleimhaut reizen, deshalb besser darauf verzichten
  • Auch Rauchen greift die Magenschleimhaut an, weshalb Sie zumindest während der akuten Phase keine Zigaretten rauchen sollten. Sinnvoller wäre es, insgesamt aufzuhören
  • Da bestimmte Medikamente – insbesondere Schmerzmittel – die Magenschleimhaut angreifen können, sprechen Patienten am besten mit ihrem Arzt über die Wirkstoffe, die sie einnehmen. Manchmal kann es sinnvoll sein, einzelne Medikamente vorübergehend wegzulassen oder durch andere zu ersetzen. Das sollte aber nur in Rücksprache mit dem Arzt geschehen.
  • Kaffee, säurehaltige Fruchtsäfte und scharfe Gewürze meiden, ebenso wie Fettiges, Gebratenes, Geräuchertes und Süßes. Alle können die Magensäurebildung stimulieren

Ernährung bei Gastritis

Während einer akuten Gastritis verschlägt es Patienten oft den Appetit und sie vertragen nur kleine Mengen leichtverdaulicher Kost. Ärzte empfehlen häufig, ein bis zwei Tage sogar nichts zu essen oder eben nur leichte Mahlzeiten. Trinken sollten Erkrankte allerdings normal – vorzugsweise stilles Wasser oder milden Tee. Bei Kräutertees am besten in der Apotheke nachfragen, ob diese bei einer entzündeten Magenschleimhaut geeignet sind.

Je nachdem, wie es den Patienten bekommt, sollten sie wieder mit kleinen Essensportionen starten. Als magenbekömmlich gelten zum Beispiel Lebensmittel wie Haferschleim, Zwieback, geriebener Apfel, gekochter weißer Reis, fettarm zubereitete Suppen oder Kartoffelbrei. Einigen Betroffenen hilft es auch, älteres oder trockenes Brot zu essen. Fettarme Milch und Milchprodukte gelten im Allgemeinen auch als gut verträglich. Allerdings muss jeder für sich selbst herausfinden, was ihm bekommt oder auf was die Beschwerden wieder zunehmen.

Medikamente

Arzneien, die die Magensäure abpuffern oder deren Ausschüttung vermindern, können die Beschwerden lindern. Zugleich kann die Entzündung besser ausheilen. Wichtig: Die Einnahme mit dem Arzt abklären, auch wenn manche Mittel rezeptfrei sind.

  • Antazida puffern die Magensäure ab, wirken aber nur kurz. Dazu gehören zum Beispiel Calcium-, Magnesium- und Aluminiumsalze, die es unter anderem als Kautabletten oder Beutelchen gibt
  • H2-Rezeptor-Blocker (Antihistaminika) drosseln die Magensäureproduktion. Beispiele sind Ranitidin und Cimetidin
  • Protonenpumpenhemmer blockieren die Säurebildung noch stärker. Wirkstoffe sind unter anderem Omeprazol und Pantoprazol
  • Prokinetika wie Metoclopramid, Domperidon oder pflanzliche Mittel mildern Übelkeit und Erbrechen
  • Zusätzlich kommen krampflösende oder verdauungsfördernde Mittel infrage

Hausmittel

Einigen Menschen, deren Magenschleimhaut entzündet ist, hilft eine angepasste Ernährung, wie im obigen Abschnitt beschrieben. Während manche beispielsweise trockenes Brot essen, setzen andere auf Haferbrei. Manchmal lindert auch eine Wärmflasche oder schon eine wärmende Decke das Unwohlsein. Auch Heilerde ist ein traditionell eingesetztes Mittel, das Magensäure binden soll.

Lernen, mit Stress besser umzugehen

Chronischer Stress in der Arbeit und/oder im Privatleben kann eine Magenschleimhautentzündung begünstigen und auch deren Heilung behindern. Ein guter Marker für eine stressbedingte Ursache ist, wenn sich die Beschwerden im Urlaub oder am Wochenende bessern. Wem Stress auf den Magen schlägt, der sollte typische Auslöser dafür erkennen und anschließend lernen, besser mit ihnen umzugehen. Gleichzeitig wirken sich Entspannungsmethoden positiv aus. Welche Verfahren sich am besten eignen, muss der Einzelne für sich herausfinden.

Therapie der chronischen Gastritis

Typ-A-Gastritis

Der Typ-A Gastritis liegt nach heutigem Wissen ein Fehler im Abwehrsystem zugrunde, der sich nicht beheben lässt. Eine "magenfreundliche" Lebensweise (siehe Abschnitt "Meiden, was den Magen reizt") empfiehlt sich. Je nach Fall kommen auch hier säurepuffernde oder -hemmende Medikamente (Antazida, H2-Rezeptor-Blocker, Protonenpumpenhemmer) zum Einsatz. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, denn das Risiko für Magenkrebs erhöht sich durch die Erkrankung – allerdings nur gering.

Bei einer Typ-A-Gastritis produzieren die Magenzellen oft kaum noch Intrinsic Factor (siehe Kapitel Ursachen und Formen). Die Folge: Vitamin B12 kann nicht mehr aus dem Dünndarm aufgenommen werden. Das lebenswichtige Vitamin muss dann regelmäßig gespritzt werden. Liegt eine Frühform der A-Gastritis zusammen mit einer Helicobacter-Besiedelung vor, lässt sich die Gastritis eventuell durch die Therapie der Helicobacter-Infektion heilen.

Typ-B-Gastritis

Der Typ-B-Gastritis liegt fast immer eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori zugrunde. Eine Therapie ist nicht immer nötig. Bereitet das Bakterium aber Beschwerden, kommt in der Familie Magenkrebs vor oder müssen dauerhaft Tabletten zur Hemmung der Blutgerinnung eingenommen werden, empfehlen Ärzte in vielen Fällen eine sogenannte Eradikationstherapie, durch die der Keim beseitigt wird.

Helicobacter-Eradikation

Um das Bakterium aus der Magenschleimhaut zu entfernen, bekommen Patienten vom Arzt oder der Ärztin eine spezielle Therapie verschrieben – eine Kombination aus verschiedenen Arzneimitteln. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Für 7 bis 14 Tage die beiden Antibiotika Clarithromycin und Metronidazol, plus einen Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol oder Pantoprazol
  • Für 7 bis 14 Tage die Antibiotika Clarithromycin und Amoxicillin, plus einen Säurehemmer
  • Für normalerweise 10 Tage die Antibiotika Tetracyclin und Metronidazol, plus einen Protonenpumpenhemmer sowie ein Bismutsalz
  • Für 7 Tage drei Antibiotika (Clarithromycin, Metronidazol, Amoxicillin) und einen Säurehemmer
  • Für 10 Tage die Antibiotika Levo- oder Moxifloxacin und Amoxicillin, plus einen Protonenpumpenhemmer

Welche dieser Kombinationen zum Einsatz kommt, hängt unter anderem davon ab, ob der Patient auf ein Antibiotikum allergisch reagiert oder Resistenzen vorliegen. Wegen zunehmender Antibiotikaresistenzen in der Bevölkerung wird immer häufiger die Quadrupeltherapie (vier Medikamente, siehe oben an dritter Stelle) verschrieben. Lassen Sie sich vom Arzt und in der Apotheke genau erklären, wie Sie die Tabletten einnehmen sollten, welche Nebenwirkungen möglich sind und was Sie sonst beachten sollten. Manche der Antibiotika machen die Haut beispielsweise lichtempfindlicher oder Sie dürfen sie nicht mit Milchprodukten anwenden.

Nach frühestens vier bis sechs Wochen überprüft der Arzt, ob die Therapie erfolgreich war. Bei neun von zehn Patienten lässt sich die Infektion auf diese Weise effektiv bekämpfen. Eine Neuinfektion nach erfolgreicher Therapie ist im Erwachsenenalter sehr selten. Manchmal wirkt die Antibiotika-Kombination jedoch nicht. Dann muss der Arzt andere Antibiotika verschreiben und das Ergebnis erneut überprüfen.

Typ-C-Gastritis

Hier müssen nach Möglichkeit die Ursachen beseitigt werden. Magenreizende Stoffe sollten gemieden werden. Auch bei dieser Form der Magenschleimhautentzündung können Säureblocker sinnvoll sein. Müssen Patienten dauerhaft Medikamente einnehmen, die die Magenschleimhaut belasten (z.B. Schmerzmittel), rät der Arzt üblicherweise, die Tabletten zusammen mit einem "Magenschutz" zu nehmen – also in Kombination mit einem Säurehemmer. Auch bei der Typ-C-Gastritis können regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig sein, um Komplikationen wie Magengeschwüre rechtzeitig zu erkennen.