Blähungen, Luft im Bauch

Dass den Körper ab und zu Luft über den Darm verlässt, ist normal, jedoch unangenehm bis hoch peinlich. Wann es zu viel oder krankhaft wird (Flatulenz) und was hilft

von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 12.12.2016

Blähungen: Ein Tabuthema

Über manches spricht man einfach nicht, so zum Beispiel Blähungen (Flatulenz). Auch beim Doktor macht man lieber einen Bogen darum – verständlich, aber natürlich falsch. Denn wenn man ständig von einem Blähbauch (Meteorismus), Völlegefühl und Rumoren im Darm geplagt wird oder wenn man den Eindruck hat, dass mit dem Bauch etwas nicht stimmt, sollte ein Arzt das auf jeden Fall überprüfen.

Um es gleich vorwegzunehmen: Hinter Blähungen steckt mehrheitlich nichts Besorgniserregendes. Häufig handelt es sich nur um ein Ernährungsproblem, das sich mit ein paar Umstellungen gut in den Griff bekommen lässt (siehe Kapitel "Selbsthilfe, Therapie" in diesem Beitrag).

Mitunter können sich hinter einem Blähbauch aber auch regelrechte Nahrungsmittelunverträglichkeiten verbergen: Unverträglichkeit von Fruchtzucker, die sogenannte Fruktoseintoleranz oder intestinale Fruktosemalabsorption, von Milchzucker (Laktoseintoleranz) oder von Gluten (Zöliakie, siehe unten). Die Grenzen zum Krankhaften sind hier fließend. Krankheitswertig ist es sicher, wenn weitere Beschwerden dazukommen wie Bauchschmerzen und Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang, vor allem Durchfall.

Eine der häufigsten krankhaften Ursachen von Blähungsbeschwerden ist wohl der Reizdarm, auch Reizdarmsyndrom genannt. Weitere Informationen zu den genannten Krankheitsbildern finden Sie im Kapitel "Ursachen".

Woher kommt die Luft im Bauch?

Dass nach Verzehr blähender Nahrungsmittel vermehrt Luft im Darm entsteht, ist ganz natürlich. Oft sind die Verdauungsprobleme aber auch ein bisschen Kopfsache: Bei Zeitnot, Stress und Nervosität oder aus reiner Gewohnheit isst so mancher viel zu hastig und schluckt dabei auch eine Menge Luft (Aerophagie). Die kann sich dann als Völlgefühl im Magen bemerkbar machen oder verlässt ihn durch Aufstoßen. Nur ein kleiner Teil gelangt gegebenenfalls in tiefere Etagen des Verdauungstraktes.

Der überwiegende Teil der Darmgase fällt bei der Verdauung selbst an, etwa Kohlendioxid (CO2) aus der Neutralisierung von Magensäure und Fettsäuren im Darm. Fettsäuren stammen aus den Nahrungsfetten. Außerdem entstehen sie zusammen mit CO2, wenn Zuckerverbindungen (Kohlenhydrate) unverdaut in den Dickdarm gelangen und dort von Bakterien vergoren werden. Das passiert zum Beispiel bei der schon genannten Milchzuckerunverträglichkeit, kann aber auch mit ballaststoffreicher Ernährung zusammenhängen.

Ein Teil des anfallenden CO2, das übrigens geruchlos ist, gelangt über das Blut in die Lungen und wird abgeatmet. Der übrigen Darmluft – einem Mix aus CO2, Wasserstoff, Stickstoff, Methan, dazu Ammoniak, Schwefel und andere Gärungsprodukte (Geruchskomponenten!) –, bleibt nur die "enge Gasse durch den Darm". Die Gase passieren ihn etwa in einer halben Stunde. Zum Vergleich: Feste Nahrung braucht gut und gerne ein, zwei Tage.

Nicht zuletzt sind an Völlegefühl nach dem Essen, Kneifen im Bauch oder Blähungen häufig bestimmte Speisen schuld. Vor allem gesunde, aber eben blähende, sowie ungesunde süße und fette. Schließlich solche der Kategorie "Diät", "light" oder "fertig & schnell". Damit sind Fertiglebensmittel gemeint, die unter anderem Geschmacksträger wie Milchzucker, Sorbit als Zuckeraustauschstoff oder Fruktose als Süßungsmittel enthalten. Die Zutaten bereiten vielen Menschen Bauchprobleme. Zwar kommt der Einfachzucker Fruktose natürlicherweise in vielen Früchten vor. Experten warnen aber vor einem Überangebot aufgrund der zunehmenden Präsenz in Nahrungsmitteln. Denn es gibt Hinweise, dass Fruktose sich ungünstig auf den Stoffwechsel auswirkt.

Überblähung oder mehr?

Wenn der Darm sich zu sehr verkrampft, kann er an seinen Krümmungen rechts und links im Bauch die Luft "einklemmen". Die Folgen: Überblähung, Kleidung wird beengend, Bauchschmerzen, heftiges Rumoren. Die Einklemmung von Luft kann viele Gründe haben. Häufig ist sie durch angestrengtes Zurückhalten der Luft bedingt. Ursache kann auch eine ausgeprägte Verstopfung sein. Seltener steckt eine Verengung des Darms, etwa durch Narben, Entzündungen oder eine Geschwulst dahinter. Oder der weiter oben schon genannte Reizdarm.

Wenn das Grimmen mehr rechts im Oberbauch, unter dem Zwerchfell, sitzt, wird man alternativ eine Gallenkolik vermuten. Krampfartige Schmerzen auf der linken Seite lassen an einen Herzinfarkt denken. Den Eindruck eines Herzanfalles unterstreichen manchmal noch weitere, bei Überblähung keineswegs seltene Beschwerden wie Atemnot, Herzbeklemmungen, Herzstolpern, Schmerzen in der Brust. Selbst Schweißausbrüche und Schwindel sind möglich. Die Funktionsstörung hat sogar einen Namen: Roemheld-Syndrom. Der Arzt wird aber immer ausschließen, dass nicht doch eine andere Erkrankung vorliegt.

Eine akute Überblähung kann im äußersten Fall auf einen Darmverschluss oder eine Darmlähmung hinweisen. Luft ist hier zwar vermehrt vorhanden, sie ist jedoch, wie auch der Stuhl, blockiert. Beides kann aus unterschiedlichen Gründen mit starken Bauchschmerzen einhergehen. Es sind Notfälle, die aber erheblich seltener vorkommen als zum Beispiel eine starke Verstopfung. Sie kann einer Darmlähmung zwar ähneln, doch konkrete Anhaltspunkte für einen wirklich ernsten Notfall wird der Arzt meist nicht haben.

Blähbauch: Wann zum Arzt?

Ganz überwiegend sind Blähungen also harmlos und von der Ernährung abhängig. Wenn sich keine Erklärung finden lässt, die Überblähung ungewöhnlich stark und unangenehm ist, gilt es, nach der Ursache zu forschen. Umso mehr, wenn weitere Beschwerden dazukommen, beispielsweise Bauchschmerzen, wiederholte oder anhaltende Brustschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten, Blut auf dem Stuhl.

Der erste Schritt ist das Gespräch mit dem Arzt. Dabei geht es um die persönlichen Lebensgewohnheiten, soweit sie die Gesundheit betreffen, und die aktuellen Beschwerden. Alle Karten müssen auf den Tisch, auch wenn es teilweise peinlich ist. Dann folgt eine körperliche Untersuchung. Je nach Ergebnis schließen sich weitere Diagnosemaßnahmen an, oder der Arzt beginnt mit der Behandlung. Mehr dazu jeweils in den Kapiteln "Diagnose" und "Ursachen".

Blähungen, Völlegefühl: Ursachen auf einen Blick

Schwangerschaft, frühe Babyzeit

  • Schwangerschaft: Unter dem Einfluss der veränderten Hormone in der Schwangerschaft werden viele Frauen von Verstopfung und Blähungen geplagt. Denn die erhöhten Progesteronspiegel entspannen Organe wie den Darm, er wird träger. Zwar kann die Nahrung so noch besser verwertet werden, zugleich nimmt aber auch die Gasbildung im Darm zu. Später wird es eng im Bauch, was die Probleme meist noch verstärkt.
  • Säuglingsalter: Säuglinge leiden in den ersten Lebensmonaten häufiger unter einer Überblähung. Luft im Bauch spielt vermutlich auch bei den Dreimonatskoliken eine Rolle. Dabei kommt es meist zu Schreiattacken, die sowohl für das Baby als auch die Eltern höchst strapaziös sind. Nach Wochen der Anpassung sind die Schwierigkeiten überwunden. Zu den Ursachen gibt es viele Erklärungsansätze. Möglicherweise ist eine gewisse Unreife des Darmes eine davon.

Arzneimittel, Psyche

  • Medikamente: Für die Nebenwirkung Flatulenz sind zum Beispiel Wirkstoffe wie Acarbose oder Miglitol zur Senkung eines erhöhten Blutzuckers bei Diabetes mellitus Typ 2, einige penicillinhaltige Antibiotika, entzündungshemmende Medikamente wie der Arzneistoff Diclofenac, sodann Laktulose und andere Abführmittel bekannt.
  • Psychische Faktoren: Angst und Stress können verschiedene Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Betroffene essen manchmal auch zu hastig und schlucken zu viel Luft (Aerophagie). Natürlich kann das auch aus reiner Gewohnheit passieren. Eventuell bringen eine Entspannungstherapie oder auch eine Ernährungsberatung Abhilfe.

Zu viel Gas im Darm

  • Ballaststoffreiche Ernährung mit hohem Anteil löslicher Ballaststoffe, die vor allem in Obst und verschiedenen Gemüsesorten enthalten sind; kohlensäurehaltige Getränke
  • Zöliakie (glutensensitive Enteropathie): Unverträglichkeit von Gliadin, einem Bestandteil im Klebereiweiß (Gluten) in den meisten Getreiden. Daneben gibt es auch zöliakieähnliche Erkrankungen wie Allergien oder Überempfindlichkeit gegen Weizen.
  • Zuckeraustauschstoffe wie zum Beispiel Sorbit: Sorbit findet sich in vielen Diät- und Lightprodukten
  • Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung: Wenn die Bauchspeicheldrüse geschädigt ist, bildet sie unter anderem zu wenig Verdauungsenzyme. Es kommt zu ausgeprägten Verdauungsproblemen (Maldigestion). Manchmal ist das auch Folge einer Mukoviszidose; sie kann frühzeitig die Verdauungsfunktion der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen.
  • Bakterielle Fehlbesiedlung im Darm (sogenanntes Blindsacksyndrom): Bakterien aus dem Dickdarm besiedeln den Dünndarm, wo sie eigentlich nicht hingehören. Dort stören sie unter anderem die Fettverdauung. Die Folgen: Fettstühle, Überblähung, Bauchschmerzen.
  • Kurzdarmsyndrom: komplexe Verdauungsstörung nach Entfernung eines Teilstücks des Dünndarmes. Unter anderem entstehen vermehrt Darmgase.
  • Giardiasis: Der Dünndarmparasit Giardia lamblia ist zwar in den Tropen und Subtropen heimisch, tritt aber auch in unseren Breiten auf. Die Infektion kann unter anderem zu Darmbeschwerden mit Bauchschmerzen, Durchfällen und Blähungen führen.
  • Behandlung mit Antibiotika: Antibiotika können die natürliche Darmflora beeinträchtigen. Gewinnen dann bestimmte Bakterien die Überhand, kann das unter anderem die Belastung mit Darmgasen erhöhen und zu Blähungen sowie Durchfall führen.
  • Sonden-, Trink- und Aufbaunahrung zur Nahrungsergänzung oder vollen Ernährung verursachen je nach Zusammensetzung und Leistungsfähigkeit der Verdauung manchmal Blähungen. Ein Präparatewechsel kann den Darm entlasten.

Zu wenig Gas verlässt den Darm über das Blut (gestörte Gasabsorption):

  • Pfortaderhochdruck (Portale Hypertension): Die Pfortader transportiert das nährstoffreiche Blut in die Leber. Bei Hochdruck in diesem Gefäßgebiet staut sich Blut zurück. Das hat verschiedene, meist ernsthafte Gründe und wirkt sich auch auf die Verdauung aus. Es kommt zu Völlegefühl, Überblähung und Appetitlosigkeit. Eine der Ursachen sind Lebererkrankungen.
  • Herzschwäche: Wenn die reche Herzkammer (Rechtsherzinsuffizienz) oder das Herz insgesamt stark geschwächt ist (Herzinsuffizienz), staut sich mitunter Venenblut, das eigentlich zum Herzen fließen soll, bis in die Leber zurück. Daraufhin verhärtet sie sich, und es kann zum Pfortaderhochdruck kommen (siehe oben).

Die Magen- oder Darmbewegungen sind gestört (chronische oder akute Motilitätsstörung)

  • Häufig: Reizdarm: Das Krankheitsbild Reizdarmsyndrom ist eine der häufigsten Ursachen für Blähungsbeschwerden. Das Bewegungsmuster des Darmes ist hier chronisch gestört, und er reagiert auf einen normalen Luftgehalt vermehrt schmerzhaft. Häufig kommt es bei einem Reizdarm auch zu Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang – Durchfall, Verstopfung oder beides.
  • Magenlähmung (Gastroparese, Magenatonie): Die Muskeltätigkeit in der Magenwand kann durch verschiedene Ursachen geschwächt oder gelähmt sein. Zu einer akuten Magenlähmung kann es zum Beispiel infolge einer starken Blutzuckerentgleisung bei Diabetes mellitus mit diabetischem Koma oder hohem Koma-Risiko kommen (Notfall!). Bei chronischer Störung der Magenentleerung, der unter anderem eine diabetische Nervenschädigung vom Typ der autonomen diabetischen Neuropathie zugrunde liegen kann, bereiten ständiges Völlgefühl, Druck und Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen mit der Folge von Mangelernährung und Gewichtsverlust Probleme.

    Achtung:
    Eine autonome diabetische Neuropathie kann auch die Speiseröhre oder den Darm betreffen; im Falle des Darmes sind Durchfall und Verstopfung im Wechsel schon kurz nach der Nahrungsaufnahme, eventuell auch Blähungen, mögliche Beschwerden. Insgesamt tritt die autonome diabetische Neuropathie im Bereich des Magen-Darm-Traktes eher selten auf.
  • Darmlähmung: Die Darmtätigkeit ist zum Erliegen gekommen, der Bauch aufgebläht. Manchmal geht ein Darmverschluss voraus. Doch kann die Lähmung auch eine Reaktion auf ein anderes akutes Ereignis sein, etwa eine Operation, eine Nierenkolik, eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Durchblutungsstörung des Darmes. Zu den Symptomen gehören eine starke Überblähung, typischerweise allerdings ohne Abgang von Stuhl und Winden ("Stuhl- und Windververhalt"), je nach Ursache auch Übelkeit, mehr oder weniger heftiges Erbrechen (möglicherweise "im Schwall"), eventuell starke Bauchschmerzen (Notfall!).
  • Ärzte werden das Krankheitsbild von der seltenen sogenannten intestinalen Pseudoobstruktion abgrenzen, einer speziellen Transportstörung vor allem des Dünndarmes. Auch hier ist eine Akutbehandlung in der Klinik, aber keine Notoperation, geboten.

    !
    Ziehen Sie bei mutmaßlicher akuter Magen- oder Darmlähmung unverzüglich den Arzt hinzu oder rufen Sie den Notarzt (Tel. 112).

Selbsthilfe

Zweifelsohne sind Blähungen lästig. Eine Therapie ist aber normalerweise nicht notwendig. Erste Gegenmaßnahme: Die Lebensgewohnheiten überprüfen. Ein paar Veränderungen können schon Wunder wirken, etwa Verzicht auf stark blähende oder schlecht verträgliche Speisen. Statt weniger, vielleicht zu üppiger Mahlzeiten empfehlen sich mehrere kleine, leicht verdauliche Portionen am Tag. Dies wie auch regelmäßige Bewegung im Freien entlastet den Darm spürbar. Weitere Tipps im Kapitel "Selbsthilfe, Therapie".

Verschiedene Heilpflanzen, etwa Fenchel als Teezubereitung, aber auch Pefferminz, Anis, Kümmel, können dem Darm helfen (karminative Wirkung) und krampflösend wirken. Kurzfristig leisten zum Beispiel entschäumende Präparate wie Dimeticon und Simeticon gute Dienste. Sie eignen sich auch für Schwangere und stillende Frauen oder Säuglinge. Überwinden Sie mögliche Hemmungen und lassen Sie sich in der Apotheke beraten oder fragen Sie Ihren Arzt beziehungsweise Frauen- oder Kinderarzt.

Falls eventuell starker Stress auf den Magen oder Darm geschlagen hat, liegt ein Ansatzpunkt darin, die persönliche Situation zu hinterfragen, andere Schwerpunkte zu setzen und weniger Wichtiges vorübergehend zurückzustellen. Eventuell wirkt kurzfristig eine psychologische Therapie stabilisierend, zum Beispiel ein Entspannungsverfahren. Dazu und zu den geeigneten Selbsthilfemaßnahmen sollten Sie sich auch mit Ihrem Arzt beraten, vor allem wenn das Problem hartnäckig besteht.

Liegt der Flatulenz eine bestimmte Krankheit zugrunde, so wird der Arzt eine entsprechende Therapie einleiten. Das Ursachen-Kapitel geht darauf punktuell ein.

Wichtig:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Dass hier und da am Tag etwas Luft den Darm verlässt, ist normal (siehe auch eingangs im Kapitel Ursachen). Treten Blähungen auffallend häufig und zusammen mit anderen Beschwerden auf, etwa Veränderungen beim Stuhlgang oder Bauchschmerzen, ist der Arzt gefragt. Er wird den Symptomen dann genauer nachgehen.

Krankengeschichte: immer wichtig, ob kurz oder lang

Gehen Sie erstmals zu einem Arzt, so muss dieser zunächst über mögliche Vorerkrankungen und Operationen bei Ihnen sowie Krankheiten, die in Ihrer Familie aufgetreten sind, Bescheid wissen. Außerdem wird er Sie nach Ihren Lebensgewohnheiten, soweit sie die Gesundheit betreffen (Anamnese), befragen. Beim Hausarzt, der Sie ja schon kennt, kann es genügen, über die aktuellen Veränderungen zu berichten: etwa eine Umstellung der Ernährung, eine auf einer kürzlich stattgefundenen Reise eingefangene Infektion, eine anderweitig verordnete neue Medikamentenbehandlung und ähnliches.

Anschließend untersucht Sie der Arzt. Die körperliche Untersuchung kann beispielsweise so ablaufen:

  • Prüfen des allgemeinen Gesundheitszustandes, der räumlichen und zeitlichen Orientierung sowie der Beweglichkeit
  • Anschauen, Abtasten, Beklopfen und Abhorchen des Bauches mit dem Stethoskop
  • Tastuntersuchung der Leber rechts im Oberbauch und (vorsichtig) der Milz links im Oberbauch
  • Beurteilung des Zustandes der Haut, der Augen und der Mundschleimhaut
  • Abklopfen der Lungen und Abhören von Herz und Lungen mit dem Stethoskop
  • Messen des Blutdrucks und der Pulsfrequenz
  • Untersuchung der Gefäßpulse, der Muskelkraft und orientierend der Reflexe
  • Eventuell Austasten des Analkanales / Mastdarmes (rektal-digitale Untersuchung)

Legen die Krankengeschichte und der körperliche Befund eine bestimmte Diagnose nahe, schließen sich zur Bestätigung häufig noch ein paar technische Untersuchungen an. Dazu gehören Stoffwechseltests, zum Beispiel sogenannte Atemtests zur Erkennung einer Lebensmittelunverträglichkeit sowie Laboranalysen des Blutes und / oder Stuhls. Auch ein Ernährungstagebuch kann aufschlussreich sein. Darin sollten Sie für einen bestimmten Zeitraum notieren, was Sie alles essen und welche Beschwerden im Zusammenhang damit auftreten.

Wenn nötig, ist auch rasch eine Herzstromkurve (EKG) aufgezeichnet oder der Bauch mittels einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie der Oberbauchorgane, Doppler- und Duplex-Sonografie der Bauchgefäße) ins Visier nehmen.

Endoskopie: Bietet Einblicke in Organe und ermöglicht kleine Eingriffe

Gegebenenfalls kann auch eine Spiegelung, also eine endoskopische Untersuchung des Magen-Darm-Traktes, anstehen: Von oben her, über den Mund, lässt sich so die Speiseröhre, der Magen und der Zwölffingerdarm betrachten (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie). Über eine Spiegelung vom anderen Ende her erhält der Arzt Einblicke in den Mastdarm, Dickdarm und unteren Dünndarm (Rektoskopie oder Koloskopie). Inzwischen lässt sich durch verschiedene Techniken ein größerer Teil oder der gesamte Dünndarm spiegeln. Diese Maßnahme ist für den Patienten allerdings belastender als die anderen genannten Untersuchungen.

Bei der Endoskopie werden zudem häufig Gewebeproben entnommen, die ein Pathologe unter dem Mikroskop genauer analysiert. Es ist auch möglich, kleinere Geschwulstbildungen, etwa Polypen, abzutragen oder Verengungen aufzudehnen. Insofern bietet die Endoskopie auch therapeutische Möglichkeiten.

Spezielle Diagnoseverfahren nur bei Bedarf

Manchmal schlagen Ärzte ein spezielles endoskopisches Verfahren wie die sogenannte Kapselendoskopie des Dünndarmes vor – eine moderne bildgebende, aber ausschließlich diagnostische Maßnahme. Bei einer ER(C)P wiederum wird die Mündung des (Gallen- und) Bauchspeicheldrüsengangs während einer endoskopischen Untersuchung sondiert und das Gangsystem mithilfe eines Kontrastmittels geröntgt: sogenannte endoskopische retrograde (Cholangio-)Pankreatikografie.

Falls die Diagnose so nicht gestellt werden kann, sind eventuell noch aufwendigere Verfahren wie eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspintomografie) angezeigt. Letztere kann in Form einer MRCP = Magnetresonanzcholangiopankreatikografie die endoskopische ERP sogar teilweise ersetzen.

Auch die Entnahme einer Gewebeprobe aus bestimmten Bauchorganen, zum Beispiel der Leber, ist besonderen Fragestellungen vorbehalten. Bei unkomplizierten Blähungsbeschwerden sind solche speziellen Untersuchungen, die teilweise auch an eine Klinik gebunden sind, nicht notwendig.

Luftfülle im Bauch: meist harmlos

Grundsätzlich gilt: Die Luft im Bauch ist zunächst einmal nicht besorgniserregend. Das ändert aber nichts daran, dass sie sehr lästig bis peinlich sein kann. Gibt es eine Art Toleranzgrenze?

Schwierig, da die Voraussetzungen individuell ganz verschieden sind. Vielleicht als Orientierungshilfe: Der normale Darmgasgehalt liegt etwa bei 150 Millilitern. Wenn Luft häufiger als etwa 24-mal pro Tag abgeht, könnte etwas nicht stimmen.

Was steckt alles dahinter?

Häufig wird bei einer Überblähung zu viel Gas im Darm gebildet, darunter Kohlenstoffdioxid (CO2). Dabei spielt die Ernährung eine große Rolle. Manchmal liegen Besonderheiten vor wie eine Schwangerschaft, oder es steht ein neues Medikament auf dem Verordnungsplan. In der Folge kann der Darm jeweils träger werden. Dies kann sich wiederum auf die Darmbakterien auswirken, und die Neigung zu Blähungen nimmt zu.

Die Beweglichkeit des Darmes kann auch aus anderen Gründen verändert sein. Manchmal läuft der Weg der Nahrung nicht normal, etwa nach einer Magen-Darm-Operation. Oder der Darminhalt trifft auf ein Hindernis, etwa eine Verengung. In der Folge kann er sich anstauen – ein Nährboden für vermehrtes Bakterienwachstum und Gasbildung. Ist die Passage dagegen zu kurz oder zu schnell, kann das ebenfalls zu Blähungen führen, weil die Nahrung nicht mehr richtig aufgenommen und dann von den Darmbakterien vergoren wird.

Oder der Abtransport von CO2 über das Blut klappt nicht richtig.

Dann können jeweils bestimmte Erkrankungen zugrunde liegen, die neben Blähungen meist noch weitere Beschwerden nach sich ziehen. Nachfolgend mehr zu den möglichen Ursachen.

Probleme in der Schwangerschaft und frühen Babyzeit

– Schwangerschaft: Darmträgheit bereitet vielen Schwangeren Probleme. Das Hormon Progesteron (Gelbkörperhormon) entspannt den Darm und macht ihn träger. Es bilden sich vermehrt Darmgase. Schon in der ersten Phase der Schwangerschaft macht sich die Umstellung mit Verstopfung und Blähungen bemerkbar. Meist lässt sich der Darm jedoch mit natürlichen Mitteln (siehe Kapitel "Selbsthilfe, Therapie") wieder mehr in Schwung bringen. In der Spätschwangerschaft kann das Baby den Darm behindern und das Problem verstärken.

– Frühes Säuglingsalter: Manche Säuglinge leiden in den ersten Lebensmonaten öfter unter Überblähung, da sich ihr Darm erst an die neue Nahrung gewöhnen muss. Luft im Bauch spielt offenbar auch bei den sogenannten Dreimonatskoliken eine Rolle. Dabei kommt es meist zu Schreiattacken nach Mahlzeiten oder am frühen Abend, die für das Baby und seine Eltern sehr strapaziös sein können. Manche Säuglinge schlucken zu viel Luft beim Trinken und Weinen, kämpfen besonders mit ihrem noch unreifen Darm oder reagieren vielleicht empfindlicher auf Anspannungen der Eltern. Auch Zigarettenrauch in ihrer Umgebung mag sie manchmal stören. Letztlich sind die genauen Ursachen, warum die Allerkleinsten sich gleich so schwer tun, auch wenn sie eigentlich gut gedeihen, noch unbekannt.

Arzneimittel, Psyche

– Medikamente: Bekannt für Flatulenz als Nebenwirkung sind Arzneistoffe wie Acarbose oder Miglitol zur Senkung eines erhöhten Blutzuckers bei Diabetes mellitus Typ 2 (sie hemmen die Aufspaltung von Glukose im Darm), einige penicillinhaltige Antibiotika (mehr zu Antibiotika weiter unten), entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac oder der Stoff Laktulose. Er wirkt als Abführmittel und hilft Funktionsstörungen des Gehirns bei Leberzirrhose vorzubeugen, indem er die Bildung von bakteriellen Giftstoffen im Darm hemmt. Unsachgemäßer Gebrauch von Abführmitteln verändert die Darmschleimhaut, und damit auch das Spektrum der Darmbakterien. Zudem wird der Darm träge. Damit tritt das Gegenteil der eigentlich erwünschten Wirkung ein – nämlich Verstopfung. Außerdem kommt es vermehrt zu Blähungen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Lösungen.

 – Psychische Faktoren: Einflüsse seelischer Spannungen, Belastungen und Konflikte auf den Körper sind von Beschwerden durch andere Ursache manchmal schwer zu trennen. Angst und Stress schlagen häufig auf Magen und Darm und spiegeln sich auch in der Ernährung wider. Betroffene essen mitunter einseitig, hastig und verschlucken zu viel Luft (Aerophagie). Natürlich kann das auch aus reiner Gewohnheit passieren. Gegebenenfalls können aber eine Verhaltens- und Entspannungstherapie Abhilfe bringen oder auch eine Ernährungsberatung, die auf ein schonendes Essverhalten und eine gesündere Ernährungsweise hinwirkt.

Zu viel Gas im Darm: Ballaststoffe, Zuckerausstauschstoffe, Nahrungsmittelunverträglichkeit & Co.

– Ballaststoffreiche Ernährung: Ballaststoffe sind Bestandteile in Pflanzen: nicht verdauliche Zuckerstoffe, fachsprachlich Kohlenhydrate oder Polysaccharide. Der Mensch kann diese Kohlenhydrate nicht als Energieträger nutzen. Im Darm binden sie Wasser und quellen dann mehr oder weniger auf. Es gibt lösliche und nicht lösliche Ballaststoffe. Lösliche wie zum Beispiel die Pektine in Äpfeln sorgen für einen weichen, regelmäßigen Stuhl. Auch die natürliche Darmflora profitiert von den Stoffen: Die Bakterien verwerten sie und gedeihen bestens. Unlösliche Ballaststoffe wie etwa Zellulose wiederum erhöhen das Stuhlvolumen und regen so die Darmtätigkeit an.

Ballaststoffe bringen zweifellos viel Gutes mit sich. So beeinflussen sie beispielsweise den Cholesterin-Stoffwechsel günstig. Menschen, die sich ballststoffreich ernähren, erkranken seltener an Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes. Ballaststoffe können auch dazu beitragen, das Risiko für Darmerkrankungen wie Divertikelkrankheit, Hämorrhoiden und Darmkrebs zu senken. Wobei umfangreiche Studien zeigen, dass sich hier die günstigen Effekte verschiedener gesundheitsfördernder Lebensstilfaktoren ergänzen.

Reichlich Ballaststoffe enthalten zum Beispiel Vollkornprodukte (nicht löslich), Kohlgemüse, Artischocken, Hülsenfrüchte, Obst, Lauch- und Zwiebelgewächse (löslich). Doch nun zu den Nachteilen: Die bakterielle Verwertung löslicher Ballaststoffe trägt wesentlich zur Darmgasbildung bei. Zum richtigen Umgang mit Ballaststoffen erfahren Sie mehr im Kapitel "Selbsthilfe, Therapie" in diesem Beitrag.

– Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Xylit sind natürliche Zuckeralkohole, werden aber auch industriell (auf pflanzlicher Basis) hergestellt. Ab einer gewissen Dosis wirken sie abführend und blähend. Denn sie gelangen teilweise ungespalten in den Dickdarm, binden dort Wasser und werden ebenfalls prompt von den Bakterien vergoren.

– – Sorbit findet sich in vielen Diät- und Lightprodukten (Kennzeichnung E 402 als Lebensmittelzusatzstoff). Auch zuckerfreie Kaugummis, Gummibärchen, Lutschpastillen sind Sorbitquellen. Außerdem wird der Stoff als Feuchthalter in Fertiglebensmitteln verwendet. Doch enthalten auch einige Obst- und Trockenobstsorten sowie Fruchtsäfte Sorbit – neben Fruchtzucker (Fruktose, siehe unten). Beispiel: 100 Gramm Birnen enthalten etwa 2 Gramm Sorbit, dazu zirka 7 Gramm Fruktose. Sorbit ist übrigens der Zuckeralkohol der Fruktose; die relative Süße ist etwa halb so groß wie die von Haushaltszucker (Saccharose) oder Fruktose. Wenn jemand etwa Aprikosen, insbesondere als Dörrobst, oder Birnen nicht so gut verträgt, können beide natürlichen Zuckerbestandteile der Grund sein. Denn Sorbit behindert vorübergehend die Aufnahme der Fruktose durch den Darm. Im Allgemeinen kann es bei Erwachsenen ab etwa 50 Gramm Sorbit zu Beschwerden wie Durchfall und Blähungen kommen. Sehr empfindliche Menschen tolerieren unter Umständen weniger.

– – Xylit fungiert ebenfalls als Feuchthalter. Zugleich wird es als zahnschützender Zuckeraustauschstoff  in Zahnpasten, Zahnpflegekaugummis oder -pastillen angeboten, darüber hinaus als Süßungsmittel für die Küche. Die bei empfehlungsgemäßem Gebrauch aufgenommene Menge gilt in Sachen Darm normalerweise als unbedenklich.

Achtung: Lebensmittel und Tafelsüßen, die mehr als zehn Prozent Zuckeralkhohole wie Sorbit oder Xylit enthalten, müssen den Hinweis tragen, dass sie bei übermäßigem Verzehr abführend wirken können.
Der Verzehr von unter 50 g pro Tag sind laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) akzeptabel; laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) ist bei einer Gesamtmenge von unter 20 g pro Tag keine unangenehme Wirkung auf den Darm zu erwarten.

Manchmal lohnt sich ein Blick auf die Zutatenlisten von Lebensmitteln, um möglichen Auslösern von zu viel Luft im Bauch auf die Schliche zu kommen. Dies gilt natürlich auch für Laktose und Gluten, um die es weiter unten geht.

– Unverträglichkeit von Fruktose (Fruktosemalabsorption oder -intoleranz, wobei nicht die schwerwiegende erbliche Form angesprochen ist): Lebensmittel, die natürlichen Fruchtzucker (Fruktose) enthalten, zum Beispiel klassische Obstsorten wie Äpfel und Birnen, oder aber industriell gefertigte Produkte, die mit Fruktose (etwa Glukose-Fruktose-Sirup) gesüßt werden, vertragen viele Menschen nicht. Möglicherweise liegt das daran, dass der Darm der Fruktose in Nahrungsmitteln inzwischen zunehmend häufig ausgesetzt ist. Fruktose ist definitionsgemäß kein Lebensmittelzusatzstoff und daher nicht zulassungspflichtig. Wer empfindlich reagiert, dem kann es passieren, dass er sich nach dem Genuss entsprechender Erzeugnisse mit Blähungen, Bauchschmerzen und womöglich Durchfall herumplagt.

Der Beitrag "Fruchtzucker-Unverträglichkeit" geht näher auf die Krankheit ein.

– Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktoseintoleranz): Das Dünndarmenzym Laktase spaltet Milchzucker in Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose). Beide werden über den Dünndarm ins Blut aufgenommen und im Körper verwertet. Bei Laktasemangel – er ist am häufigsten entwicklungsgenetisch bedingt, aber auch bei Dünndarmerkrankungen möglich – gelangt der ungespaltene Milchzucker in den Dickdarm. Dort vergären ihn Bakterien zu Fettsäuren, Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff. Die bakteriellen Stoffwechselprodukte verursachen oft Blähungen und Durchfall. Mit einer laktosearmen Ernährung lassen sich die Beschwerden häufig vermeiden. Ist eine Darmerkrankung Ursache einer Laktoseintoleranz, ist eine gezielte Therapie notwendig. Laktose in Arzneimitteln sind normalerweise veträglich, da der Gehalt sehr niedrig ist. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn sie hier ein Problem vermuten.

Mehr über Ursachen, Diagnose und Therapie dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit können Sie im Ratgeber "Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz)" nachlesen.

– Zöliakie: Das Krankheitsbild, bei Kindern auch glutensensitive Enteropathie genannt, geht mit einer Veranlagung zu einer krankhaften Immunreaktion (Autoimmunreaktion) einher. Diese wiederum führt zur Unverträglichkeit eines Bestandteils in Glutenen, dem Klebereiweiß in Getreiden wie Weizen, Roggen, Gerste. Der Verzehr glutenhaltiger Nahrungsmittel verursacht dann im Dünndarm eine Entzündung, welche die Dünndarmschleimhaut mit der Zeit schädigt. Je nach Ausmaß können, müssen aber nicht mehr oder weniger starke Verdauungsstörungen die Folge sein, unter anderem Blähungen. Zöliakie kommt in verschiedenen Ausprägungen vor. Zudem gibt es Verbindungen zu anderen Autoimmunerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1, Schilddrüsenentzündungen vom Typ Hashimoto-Thyreoiditis oder bestimmten Hautkrankheiten. Manchmal tritt auch eine Milchzuckerunverträglichkeit auf. Außerdem gibt es zöliakieähnliche Krankheitsbilder wie Weizenallergie und Weizenüberempfindlichkeit.
Symptome: Betroffene mit typischen (klassischen) Beschwerden leiden unter einem überblähten Bauch und voluminösen, fettigen Stühlen. Sie verlieren Gewicht und können einen Mangel an fettlöslichen Vitaminen erleiden. Folgeerscheinungen: Blutarmut, Muskelschwäche, Zungenbrennen, Augenstörungen (Nachtblindheit, trockene Augen), Störungen des Knochenstoffwechsels, bei Kindern Gedeihstörungen bis hin zum Minderwuchs. Ein Teil der Patienten hat keine Darmbeschwerden, dafür treten möglicherweise Zeichen einer parallelen Autoimmunkrankheit (siehe oben) auf. Wieder andere sind symptomfrei und weisen lediglich Antikörper im Blut auf, die mit einer Zöliakie / glutensensitiven Enteropathie vereinbar sind, dazu schwankend ausgeprägte oder fehlende Veränderungen der Dünndarmschleimhaut. Solche Konstellationen lassen sich zum Beispiel bei Familienuntersuchungen finden.

Diagnose: Sogenannte Autoantikörper wie Transglutaminase-Antikörper und endomysiale Antikörper im Blut gelten als typischer positiver Befund. Da manche Betroffenen jedoch einen IgA-Mangel (IgA = Immunglobulin A) und dann trotz aktiver Erkrankung einen negativen IgA-Autoantikörpertest haben können, werden auch die IgA-Spiegel (Gesamt-IgA) im Blut bestimmt. Bei IgA-Mangel lassen sich weitere Antikörper untersuchen. Die Analyse von Gewebeproben aus dem Zwölffingerdarm ist ein wichtiger Beitrag zur Diagnose, muss aber – etwa bei Kindern – nicht unbedingt in jedem Fall erfolgen. Im Stuhl kann sich eine erhöhte Fettausscheidung zeigen. Die Gewebeproben aus dem Dünndarm und die Beschwerden können sich unter glutenfreier Ernährung verbessern und unter erneuter Glutenbelastung verschlechtern. Selten werden auch molekulargenetische Tests empfohlen.
Therapie: Bei gesicherter Diagnose zeitlebens glutenfreie, eventuell vorübergehend auch laktosearme Diät und Ersatz fehlender Vitamine und Mineralstoffe sowie ärztliche Kontrollen in festgelegten Abständen. Eine glutenfreie Ernährung kann auch bei Betroffenen mit milden oder "maskierten" Zöliakieformen die Befunde und das Befinden verbessern.

Unter "Zöliakie" mehr zu dem Krankheitsbild.

– Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung: Die Drüse im mittleren und linken Oberbauch bildet neben dem blutzuckersenkenden Hormon Insulin den Bauchspeichel: Verdauungshormone sowie Enzyme für die Aufspaltung von Stärke, Eiweiß und Fett. Wenn die Bauchspeicheldrüse an diesem Punkt geschädigt ist, kann das die Verdauung erheblich beeinträchtigen (Maldigestion). Eine nur mäßige Funktionsstörung kann dagegen nahezu unbemerkt bleiben. Chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse haben zahlreiche Ursachen. Sie können Folge einer schweren, akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse sein, bei immunologischen Erkrankungen auftreten, durch verschiedene Arzneimittel, häufig auch durch überhöhten Alkoholkonsum entstehen. Rauchen begünstigt das Fortschreiten der Entzündung. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Auslösend kann außerdem eine Mukoviszidose sein. Oft bleibt die Ursache unklar. Eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung ist ein Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Symptome: Eine chronische entzündete Bauchspeicheldrüse kann wiederholt, dauerhaft, häufig auch nahrungsabhängig Schmerzen in der Mitte im Oberbauch verursachen. Da die Schmerzen – das führende Symptom – oft in den Rücken ausstrahlen, werden sie mitunter als Rückenschmerzen fehlgedeutet. Weitere typische Beschwerden sind Übelkeit und Brechreiz. Außerdem kann es zur Unverträglichkeit von fetten Speisen, Fettstühlen, Durchfällen und Blähungen kommen. Mangel an fettlöslichen Vitaminen und Gewichtsverlust sind ebenfalls möglich.
Diagnose: Die Krankengeschichte und Beschwerden, verschiedene Laboranalysen des Blutes und Stuhles (Elastase-Test) sowie ein spezieller Atemtest führen zusammen zur Diagnose. Hinzu kommen sogenannte Schnittbildverfahren wie Ultraschall (Sonografie), Endosonographie (endoskopischer Ultraschall via Endoskopie des Magens), Computertomografie und Magnetresonanztomografie beziehungsweise MRCP. In Einzelfällen führt der Arzt auch eine ERP durch, das heißt eine Röntgendarstelllung des Bauchspeicheldrüsenganges über eine Endoskop. Außerdem gilt es, den Zuckerstoffwechsel zu überprüfen und auszuschließen, dass die Verdauungsstörung durch eine andere Erkrankung des Verdauungssystems – von Dünndarm, Galle oder Leber – bedingt ist.
Therapie: Die konservative Therapie umfasst eine individuell angepasste, gegebenenfalls anfangs leicht verdauliche Kost, die sich auf mehrere Mahlzeiten pro Tag verteilen kann. Ziel: Normalkost mit ausreichendem Kalorienangebot. Während des Essens nehmen Betroffene bei typischen Verdauungsproblemen jeweils ein Präparat mit Bauchspeicheldrüsenenzymen (Pankreatin) ein. Bei Bedarf müssen die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie Mineralstoffe ersetzt werden. Rauchen und Alkohol sind strikt tabu. Bei schwelender Entzündung mit ständigen Schmerzen und Ernährungsstörungen ist eine erneute Diagnostik der Bauchspeicheldrüse sinnvoll. Je nach Befund kann eventuell eine endoskopische Therapie (interventionelle Therapie) helfen. Eine Operation wird erwogen, wenn das Krankheitsbild mit den genannten Maßnahmen einschließlich Schmerztherapie nicht beeinflussbar ist, wenn eine anders nicht beherrschbare Komplikation auftritt oder wenn der Verdacht auf eine bösartige Veränderung besteht.

Weiterführende Informationen gibt Ihnen der Ratgeber "Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung".

– Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarmes (sogenanntes Blindsacksyndrom): Anders als im Dickdarm, der milliardenfach von Bakterien übersät ist, finden sich im Dünndarm normalerweise nur spärlich Keime. Unter krankhaften Bedingungen können sie sich jedoch auch im Dünndarm ausbreiten. Die Fehlbesiedlung kommt häufig dadurch zustande, dass der Darm nicht richtig arbeitet. Zum Beispiel wegen einer Schädigung von Darmnerven durch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder, seltener,  durch eine Autoimmunerkrankung. Bei einer systemischen Sklerodermie etwa verhärtet sich das Bindegewebe, unter anderem im Verdauungstrakt. Dabei können Organe wie Speiseröhre, Magen und Darm versteifen. Wenn sich die Nahrung dann nicht mehr richtig durch den Darm bewegt, haben Bakterien leichteres Spiel.

Dabei bezieht sich "richtig" nicht nur darauf, ob und wie lange, sondern auch wo genau die Nahrung unterwegs ist. So nutzen Bakterien bisweilen nämlich auch veränderte anatomische Verhältnisse im Dünndarm, um sich anzusiedeln. Zum Beispiel eine Ausbuchtung (Divertikel) der Darmwand, in der Darminhalt sich staut: für Bakterien geradezu ein idealer Nährboden. Oder eine Kurzschlussverbindung zwischen Dünndarm und Dickdarm (Fistel). Das kommt häufiger bei der Crohn-Krankheit vor.

Weitere Möglichkeit: Nach einer Magenoperation oder einem Neuanschluss des Dünndarmes an den Dickdarm entfallen natürliche Keimbarrieren, etwa ausreichende Mengen sauren Magensaftes oder die Schleimhautklappe am Ende des Dünndarms. Dann können sich ebenfalls Darmbakterien im Dünndarm breit machen.

Die Folgen jeweils: Es kommt zur Störung der Fettverdauung und der Vitaminversorgung.

Symptome sind Fettstühle und Überblähung des Bauches, Schwäche, sowie Blutarmut durch einen Mangel an Vitamin B12 – die Bakterien nutzen es selbst und entziehen es dem Körper.
Die Diagnose beruht auf den Beschwerden und den klinischen Befunden und natürlich auch der Krankengeschichte des Patienten. Eine vorausgegangene Magen- oder Darmoperation etwa lässt den Arzt auf Anhieb an eine Blindsack-Problematik denken. Richtungweisend sind jeweils bestimmte Funktionstests (zum Beispiel ein Glukose-H2-Atemtest) und Bluttests. Dabei sucht der Arzt unter anderem nach einem Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel. Bei Bedarf kommen außerdem Stuhltests, gegebenenfalls bildgebende Verfahren und feingewebliche Analysen von Gewebeproben aus dem Dünndarm über eine endoskopische Untersuchung hinzu.
Die Therapie gestaltet der Arzt der Diagnose entsprechend. Häufig ist eine kurz dauernde Behandlung mit geeigneten Antibiotika hilfreich. Bei einer Mangelernährung werden wichtige Nährstoffe – Vitamine und Mineralstoffe – ersetzt. Dies kann über Präparate zum Einnehmen, bei Bedarf auch über Spritzen geschehen. Außerdem kann eine fettmodifizierte Kost mit sogenannten mittelkettigen Triglyzeriden (MCT) sinnvoll sein. Möglicherweise ist auch eine milchzuckerarme oder laktosefreie Diät vorteilhaft. Manchmal kann ein operativer Eingriff notwendig sein.

– Kurzdarmsyndrom: Eine deutliche operative Verkürzung des Dünndarmes kann die Verdauung erheblich stören und zu schweren Mangelerscheinungen führen. Unter anderem kommt es zu typischen Symptomen wie Durchfall, Fettstühlen, Blähungen und Gewichtsverlust. Die Ernährung muss professionell geplant werden, wobei die Strategie hier auch von der Art der Ableitung des Darminhaltes abhängt.

Ergänzende Informationen zu Störungen wie "Bakterielle Fehlbesiedlung" und "Kurzdarmsyndrom" finden Sie im Beitrag Durchfall (auf das Kapitel "Chronisch (2)" klicken).

– Giardiasis: Die Infektion mit dem weltweit verbreiteten Dünndarmparasit Giardia lamblia kommt in den Tropen oder Subtropen häufiger vor als in industrialisierten oder postindustrialisierten Ländern, wird aber gelegentlich eingeschleppt. Der Infektionsweg läuft über verunreinigtes Trinkwasser oder eine Schmierinfektion.
Symptome: Der Befall mit Giardia kann symptomlos verlaufen, aber je nach Ausmaß auch zu schweren Darmbeschwerden mit Bauchschmerzen, Durchfällen und Blähungen führen.
Diagnose: Ein vorausgegangener Aufenthalt in einem entsprechenden Risikogebiet ist ein wichtiges Indiz. Die Diagnose ergibt sich in erster Linie aus dem Nachweis von Giardia-Antigen in einer Stuhlprobe. Eine Stuhluntersuchung auf sogenannte Parasitenzysten kann gegebenenfalls auch andere Darmparasiten erkennen helfen.
Therapie: Wirksam sind Mittel gegen Parasiten wie etwa Metronidazol oder Benzimidazole. Nach Abklingen des Krankheitsbildes besteht oft noch längere Zeit eine Unverträglichkeit von Milchzucker mit Durchfall und Blähungen. Sie lässt sich durch eine laktosearme Ernährung in den Griff bekommen.

– Aufbau-, Trink- und Sondennahrung: Darunter versteht man Zubereitungen für die künstliche Ernährung über den Magen-Darm-Trakt, Fachbegriff: enterale Ernährung. Sie dienen zur Nahrungsergänzung oder, wenn normales Essen nicht möglich ist, zur vollen Ernährung. Eine Krebstherapie zum Beispiel erschwert nicht selten die Nahrungsaufnahme erheblich, wenn es vorübergehend zu starken Entzündungen im Mund (Mukositis) oder im Darm kommt. Bei Demenz, Kau- oder Schluckstörungen ist eine Ernährung auf natürlichem Wege oft nicht möglich – zeitweise oder dauerhaft. Patienten mit Wundheilungsstörungen oder chronisch-entzündlicher Darmerkrankung verordnet der Arzt manchmal eine speziell angepasste Ernährung. Wie auch immer: Je nach individueller Verdauungsleistung und Zusammensetzung der künstlichen Kost können einzelne Bestandteile manchmal nicht so gut vertragen werden, sodass Blähungen, eventuell auch Durchfälle auftreten. Insgesamt gibt es viele verschiedene Produkte, sodass bei fachgerechter Auswahl keine Probleme entstehen sollten. Wichtig ist die kompetente Betreuung und Beratung durch eine/n Diätassistenten/in.

– Behandlung mit Antibiotika: Ohne Antibiotika wäre so manche bakterielle Infektion, der wir heute eher gelassen begegnen, tödlich. Mitunter können sie allerdings Nebenwirkungen haben, die durchaus nicht immer harmlos sind. Auch beeinträchtigen sie nicht selten die natürliche Darmflora. Dann besteht die Gefahr, dass unerwünschte Bakterien die Überhand gewinnen. Das kann zum Beispiel die Belastung mit Darmgasen erhöhen und Durchfälle verursachen. Bis wieder ein natürliches Gleichgewicht herrscht, vergehen mitunter Wochen oder Monate. Studien haben gezeigt, dass schon nach einer Kurzzeitbehandlung mit Antibiotika die Zahl der Resistenzgene deutlich steigt und sich lange hält – ein Überlebensvorteil, den sich gerade auch schädliche Bakterien zunutze machen können.
Tipps und Infos, was man bei der Einnahme von Antibiotika beachten sollte, im Kapitel "Selbsthilfe, Therapie" in diesem Beitrag.

Die Magen- oder Darmbewegungen sind krankhaft verändert (akute oder chronische Motilitätsstörung)

– Reizdarm: Dieses Krankheitsbild ist eine sehr häufige, vielleicht sogar die häufigste krankheitsbezogene Ursache für Verdauungsprobleme und beschwerliche Blähungen. Es betrifft mehr Frauen als Männer. Der Darm reagiert auf normale Luftansammlungen vermehrt schmerzhaft. Die Darmbeweglichkeit ist verändert, und es kommt zu Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang (Verstopfung, Durchfall). Ein Reizdarm ist manchmal auch mit psychischen Störungen oder Stress verbunden, sie sind aber nicht die eigentliche Ursache. Diese ist unbekannt.
Diagnose und Therapie des Reizdarmes sollte immer in der Hand eines Facharztes für Magen-Darm-Heilkunde (Gastroenterologe) liegen. Denn es gilt, andere mögliche Magen-Darm-Erkrankungen sorgfältig auszuschließen und weitere Beschwerden wie hartnäckige Verstopfung oder Durchfälle bei der Behandlung mit zu berücksichtigen.

Gegen die Beschwerden beim Reizdarmsyndrom empfehlen Ärzte bestimmte pflanzliche Präparate (Phytotherapeutika). Kümmel, Fenchel und Anis in Form von Tees wirken entblähend. Wasserlösliche Ballaststoffe wie zum Beispiel Flohsamenschalen eignen sich bei Neigung zu Verstopfung. Kurzfristig können auch Arzneistoffe gegen Muskelverkrampfungen (Spasmolytika) oder entschäumende Medikamente helfen. Probiotika (Präparate mit Bakterienkulturen) haben ebenfalls ihren Platz bei der Behandlung, etwa bei Bauchschmerzen. Stehen Symptome einer begleitenden Depression im Vordergrund, ist möglicherweise eine Psychotherapie, manchmal auch eine Therapie mit einem Antidepressivum sinnvoll. Das kann ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie kompetent beurteilen. Wählt er in Abstimmung mit dem Betroffenen ein Psychopharmakon, so wird er mögliche unerwünschte Effekte auf die Verdauungsorgane abwägen und die Dosis entsprechend einstellen.

Über Ursachen, Diagnose und Therapie informiert Sie der Ratgeber "Reizdarmsyndrom" ausführlich.

– Magenlähmung (Gastroparese, Magenatonie): Die Muskeltätigkeit in der Magenwand kann durch verschiedene Ursachen dauerhaft oder akut geschwächt sein: chronisch etwa durch verschiedene Bindegewebs-, Muskel- oder neurologische Erkrankungen, akut durch Nebenwirkungen von Medikamenten, Operationsfolgen, akut und chronisch – wenn auch selten – bei Diabetes. Im Ergebnis wird es schwierig für den Magen, die Nahrung für den weiteren Transport aufzubereiten und weiterzugeben, vor allem feste.

Fast die Hälfte aller Diabetes-Patienten erleidet nach einiger Zeit Nervenschädigungen. Sind diejenigen Nerven betroffen, die Magen (und Darm) steuern, ist auch eine Schwäche oder Lähmung des Magens und Darmes möglich. Wenn dann die Nahrungs-Kohlenhydrate nicht richtig aufgenommen werden und blutzuckersenkende Medikamente wie zum Beispiel Insulin zu stark wirken, steigt die Gefahr von Unterzuckerungen. Akut entgleiste Blutzuckerwerte, meist in ein diabetisches Koma mündend, können eine akute Magen- und Darmlähmung auslösen. Bei all diesen Diabetes-Entgleisungen (Notfälle!) treten weitere relativ kennzeichnende Symptome auf. Insgesamt sind Magen-Darm-Lähmungen jedoch seltene Formen der diabetischen Nervenschädigung (autonome diabetische Neuropathie).
Symptome: Sie hängen von der Ausprägung der Muskelerschlaffung in der Magenwand ab. Leitsymptome sind ein Völlegefühl und vorzeitige Sättigung, kaum dass etwas gegessen wurde. Hinzu kommen eventuell Blähungen (wenn etwa auch der Darm mitbetroffen ist), Druck oder Schmerzen im Oberbauch, Sodbrennen, Erbrechen (auch älterer Nahrung). Ohne Therapie droht eine Mangelernährung.
Diagnose: Das Beschwerdebild und die Krankengeschichte sind oft meist richtungweisend. Mit verschiedenen Verfahren, etwa Ultraschall, lassen sich die Wandbewegungen und die Entleerungszeit des Magens überprüfen.
Die Therapie richtet sich nach die Ursache und nach dem Schweregrad. Gering beeinträchtigten Patienten hilft oft schon eine magenfreundliche leichte Kost, die sich auf mehrere kleine Mahlzeiten aufteilt. Alkohol und Nikotin sind tabu. Bestimmte Medikamente regen die Magentätigkeit an, andere wirken gegen Brechreiz. Bei einem Diabetes ist die optimale Stoffwechseleinstellung ausschlaggebend. In ausgeprägten Fällen kann eine künstliche Ernährung notwendig sein, entweder über eine Sonde oder mittels Infusionen über die Blutbahn. Im äußersten Fall bringt ein Magenschrittmacher Abhilfe: Er kann vor allem die Übelkeit und das Erbrechen mildern.

– Darmlähmung (Darmparese): Auslösend können verschiedene, teilweise ähnliche Umstände sein wie zuvor unter Magenlähmung beschrieben. Letztlich kommt die Darmtätigkeit zum Erliegen, der Bauch ist aufgebläht. Vorausgehen kann auch ein Darmverschluss durch ein mechanisches Hindernis (mechanischer Ileus). Manchmal ist die Darmparese auch eine Reaktion auf eine Bauchoperation, eine Nierenkolik, eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, eine Durchblutungsstörung des Darmes, eine Vergiftung oder eine ausgeprägte Bauchinfektion mit Bauchfellentzündung (paralytischer Ileus).
Symptome, Diagnose: Verdächtig ist eine starke Überblähung des Bauches. Die Bauchdecke ist meist sehr angespannt, Stuhl und Darmluft sind blockiert, es gehen keine Winde ab. Je nach Ursache bestehen ausgeprägte Übelkeit, Erbrechen (möglicherweise "im Schwall"), heftige Bauchschmerzen und andere Symptome. Der Arzt erhält Hinweise bei der körperlichen Untersuchung und kann die Diagnose mittels einer Ultraschall- oder Röntgenaufnahme, eventuell auch einer Computertomografie (CT), sichern. Die  Behandlung ist ursachenbezogen und muss unverzüglich in der Klinik stattfinden (Tel. Notarzt 112; siehe auch Kapitel "Überblick: Blähungen" in diesem Beitrag).

Zu wenig Gas verlässt den Darm über das Blut (gestörte Gasabsorption)

– Pfortaderhochdruck (Portale Hypertension): Die Pfortader, eine große Vene, transportiert das nährstoffreiche Blut in die Leber. Ein Hochdruck in diesem Gefäßgebiet kann verschiedene Ursachen haben. Häufig liegt eine Verhärtung der Leber, eine Leberzirrhose, vor. Sie führt dazu, dass sich das Pfortaderblut in Venen im Magen und in der Speiseröhre zurückstaut. Die überfüllten Gefäße erweitern sich und werden zu Krampfadern. Diese sogenannten Varizen können gefährlich bluten. Zudem wirkt sich ein Pfortaderhochdruck ungünstig auf den Magen und die gesamte Verdauung aus.
Symptome: Im Vordergrund steht, auf den Bauch bezogen, ein Völle- und Überblähungsgefühl. Es kommt unter anderem dadurch zustande, dass weniger Kohlenstoffdioxid aus dem Darm ins Blut gelangt. Teilweise sammelt sich sogar Flüssigkeit im Bauchraum an (Bauchwassersucht, Aszites), sodass der Bauch besonders stark aufgetrieben ist.
Die Diagnose ergibt sich aus den klinischen Befunden, die natürlich auch von der Grunderkrankung abhängen, sowie aus Laboranalysen und weiteren Diagnosemaßnahmen. Das können Ultraschalluntersuchungen der Bauchorgane (Oberbauchsonografie) sein, eine Sonografie der Gefäße (Doppler- und Duplex-Sonografie) oder auch eine Spiegelung des Magens und der Speiseröhre (Endoskopie, hier: Ösophago-Gastro-Duodenoskopie).

Weitere Informationen finden Sie unter "Leberzirrhose".

 – Herzschwäche: Wenn die reche Herzkammer oder das Herz insgesamt stark geschwächt ist (Herzinsuffizienz), wirkt sich das auch ungünstig auf den Blutfluss von der Leber zum Herzen hin aus. Die Leber verhärtet sich, der Druck in der Pfortader nimmt zu, das Blut staut sich in die anderen Bauchorgane zurück (siehe oben: Pfortaderhochdruck).
Symptome: Neben Appetitlosigkeit, Überblähung und einem Druckgefühl im rechten Oberbauch sowie möglichen Komplikationen des Pfortaderhochdrucks prägt vor allem die Herzschwäche das Befinden der Patienten. Sie verursacht unter anderem Schwellungen (Ödeme) an den Füßen, Unterschenkeln und im Kreuz, Atemnot und einen schnellen Puls. Die Betroffenen wirken krank, sind stark geschwächt und in dieser Phase oft bettlägerig.

Mehr zu diesem Thema im Ratgeber "Herzinsuffizienz".

Kleine Änderungen – große Wirkung

Die erste Gegenmaßnahme bei Blähungen (Flatulenz) besteht darin, den persönlichen Lebensstil zu überprüfen. Ein paar Veränderungen können schon Wunder wirken. Ganz vornean rangiert der Verzicht auf stark blähende oder individuell nicht gut verträgliche Speisen.

Auch Getränke wie Limonaden und Mineralwässer mit Kohlensäure, Milchdrinks, manche Fruchtsäfte sowie Diät- und Light-Produkte mit dem Zuckeraustauschstoff Sorbit oder Fruktosezusatz sind Kandidaten für die Streichliste.

Statt weniger, aber üppiger Mahlzeiten empfehlen sich mehrere kleine Portionen am Tag. Auch größere Mengen gesunder Getränke sind dem Darm willkommen. Genüssliche Zubereitung erhöht die Lust aufs Essen. Dadurch wird auch die Verdauung auf ihren Einsatz vorbereitet. Sie beginnt schon im Mund, wo uns angesichts einer köstlichen Speise sprichwörtlich das Wasser, also der Mundspeichel, zusammenläuft. Langsames Essen und gründliches Kauen sind weitere Pluspunkte für die Verdauung.

Und: Regelmäßige Bewegung im Freien bringt den ganzen Körper in Schwung – vom Kopf bis zu den Gliedern. Auch der Darm tut sich wesentlich leichter.

Eine klare Verzichtansage gibt es dann noch fürs Rauchen. Dass es höchst ungesund ist, weiß jeder. Weniger bekannt ist, dass es das unwillkürliche Verschlucken von Luft verstärken kann. Bleibt noch der Hinweis, dass auch Alkohol mehr schadet als nutzt.

Ballaststoffreiche Ernährung: ja oder nein?

Ernährungsmediziner empfehlen, täglich 30 Gramm Ballaststoffe aufzunehmen. Einfach übersetzt heißt das: fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Dahinter steht die auch wissenschaftlich belegte Beobachtung, dass Menschen, die im Rahmen einer insgesamt gesunden Lebensweise viel Obst und Gemüse essen, seltener an sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkt und Krebs, zum Beispiel Darmkrebs, erkranken.

Das Problem: Besonders zu Anfang, wenn der Darm sich noch nicht an die Quellstoffe gewöhnt hat, rebelliert er oft und neigt zu Blähungen. Am besten geht man behutsam vor und lässt stark blähende Obst- und Gemüsesorten weg. Dazu zählen zum Beispiel Rosenkohl, Weißkohl, Rotkohl, manche Rohkostsalate, Hülsenfrüchte, Schwarzwurzeln, Spargel, Lauch- und Zwiebelgewächse, Feigen, Bananen, Dörrobst wie Backpflaumen oder getrocknete Aprikosen. Vollkornprodukte sind, in Maßen verzehrt, meistens verträglich. Sie ersetzen aber kein frisches Obst und Gemüse, sondern werden dazugerechnet, um auf das wünschenswerte Ballaststoff-Soll zu kommen.

Bei einem sehr empfindlichen Darm ist es besser, sich mit etwas weniger, zum Beispiel drei Portionen Obst und Gemüse sowie Ballaststoffen aus Getreide zu begnügen. Wer das schafft, ist schon auf einem guten Weg. Generell, besonders aber bei ballaststoffreicher Ernährung ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu trinken: Zwei Liter pro Tag sollten es normalerweise schon sein, bei Hitze oder starkem Schwitzen beim Sport noch mehr. Diese Regel gilt nur dann nicht, wenn der Arzt etwas anderes verfügt hat. Dabei immer auch auf die Kalorien der Getränke achten. Vorzugsweise empfehlen sich ungesüßte Tees und stille Mineralwässer, dazu Saftschorlen, die man sich am besten selbst mixt, ohne Extra-Süße und Kohlensäure.

Es gibt aber auch Situationen, in denen Ballaststoffe nicht empfehlenswert sind, zum Beispiel in akurten Krankheitsphsen chronisch entzündlicher Darmerkrankungen wie der Crohn-Krankheit (Morbus Crohn), bei einer Darmverengung, vor bestimmten Eingriffen am Darm, bei akuter Divertikelkrankheit (Divertikulitis), manchmal auch bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis).

Wann Diät?

Bei einigen Erkrankungen der Verdauungsorgane ist eine Diät Bestandteil der Therapie. Im Einzelfall empfiehlt sich eine umfassende Ernährungsberatung, zum Beispiel bei:

  • Zöliakie (glutensensitive Enteropathie): glutenfreie Ernährung zeitlebens.
  • Fruktoseintoleranz (intestinale Fruktose-Malabsorption): Kleine Mengen Fruktose sind häufig verträglich, das ist aber individuell sehr unterschiedlich. Der angepasste Speiseplan kann in einer zunächst fruktose- und eher auch ballaststoffarmen Karenzphase mit leicht verdaulichen Mahlzeiten beginnen. Solche Karenzphasen werden häufig bei der Diätbehandlung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorgeschaltet. Anschließend kann man schrittweise seine persönliche verträgliche Dosis austesten und die Ernährung darauf aufbauen. Auf Obst und Gemüse sollte man nicht verzichten, sondern wählen, was einem bekommt. So manche Fruchtsorte verträgt man zum Beispiel nach einer Hauptmahlzeit recht gut. Zucker sollte man nur in kleinen Mengen verzehren, denn er enthält ja Fruktose. Von Alkoholika, Bier, Wein, Softdrinks und Colagetränken heißt es dagegen eher Abstand nehmen.
  • Laktoseintoleranz (Laktoseunverträglichkeit): Laktosearme- oder laktrosefreie Kost; fermentierte Milchprodukte mit lebenden Lactobazillen werden meistens gut vertragen, zum Beispiel Joghurt; gegebenenfalls ein Laktasepräparat zur Hand zu haben, kann zum Beispiel unterwegs sinnvoll sein.
  • Leber- und Gallenerkrankungen: leichte, eher fettarme Kost, bei Lebererkrankungen wie zum Beispiel fortgeschrittener Leberzirrhose ist häufig eine Eiweißbeschränkung nötig.
  • Crohn-Krankheit, Kurzdarmsyndrom: eventuell Nahrungsergänzung mit mittelkettigen Triglyzeriden (sogenannte MCT-Fette). Außerhalb akuter Phasen wird eine ballaststoffreiche Ernährung mit ausreichendem Kalorienangebot empfohlen. Mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind dabei zu berücksichtigen. Bei einem Kurzdarm, der gerade bei Crohn-Patienten mitunter auch Folge von Eingriffen am Darm ist, hängt es unter anderem von der Länge und Funktion des verbliebenen Dünndarmes ab, welche Form der Ernährung und Nahrungszufuhr möglich ist.
  • Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis): Unbedingt Alkohol- und Rauchverzicht, mehrere kleine Mahlzeiten bei möglichst normaler Kost mit ausreichendem Kalorien-, Vitamin- und Nährstoffgehalt. Verdauungssprobleme lassen sich häufig mit der Einnahme von Bauchspeicheldrüsenenzymen (Pankreatin) zu den Mahlzeiten auffangen. Leichtere Kost eher nur als Vorstufe zum normalen Kostaufbau. MCT-Fette nur dann, wenn keine Substitutionsbehandlung mit Bauchspeicheldrüsenenzymen erfolgt.
  • Magenerkrankungen: Je nach Krankheitsbild reichen die Ernährungsformen hier von einer leichten Vollkost, bei der die Betroffenen selbst ausprobieren, was ihnen bekommt, auf Alkohol, Koffein und scharf Gewürztes aber verzichten sollten, über eine flüssige Zusatznahrung bis hin zu einer Sondennahrung.

"Entlüftung" aus der Apotheke

Verschiedene Heilpflanzen, etwa Anis, Fenchel, Kümmel, Pfefferminz in Form von Tees oder Präparate mit Pfefferminz- und Kümmelöl wirken entblähend (karminativ), krampflösend und entlasten so den Darm. Kurzfristig leisten auch Entschäumerpräparate aus der Apotheke mit Wirkstoffen wie Dimeticon oder Simeticon gute Dienste.

Leichter durch die Schwangerschaft

Blähungen gehören zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden. Im Prinzip gelten dieselben Ratschläge wie zu normalen Zeiten: Auf blähende Speisen und Getränke verzichten, sich bewegen und viel trinken, vor allem ungesüßte Getränke und kochsalzarmes Mineralwasser. Mehrere kleine Portionen mit leicht bekömmlicher Kost, etwa fünf bis sechs Mahlzeiten, helfen ein Völlegefühl zu vermeiden. Ballaststoffe in Form von frischem Obst, möglichst nicht sehr blähendem Gemüse und Vollkornprodukten gehören auf jeden Fall zum Ernährungsprogramm. Achten Sie auf eine hygienische Lagerung und Zubereitung, waschen Sie vor der Zubereitung die Hände und rohes Obst, Gemüse gründlich. Verwenden Sie dieselben Küchenutensilien nicht ohne Zwischenreinigung für rohe und gekochte Lebensmittel (DGE 2013; auf www.baby-und-familie.de finden Sie weitere Infos: https://www.baby-und-familie.de/ernaehrung-schwangerschaft).

Mit Gymnastik halten sich auch Schwangere körperlich fit, solange der Bauch das eben mitmacht. Später liegt der Akzent mehr auf Atemtechniken und Entspannungsübungen, zum Beispiel in einem Geburtsvorbereitungskurs. Bei Bauchkrämpfen helfen leichte Bauchmassagen, milde Wärme (Wärmflasche) und entblähende Tees. Ausgeprägte Blähungsbeschwerden lindern von Mal zu Mal entschäumende Präparate mit Wirkstoffen wie Dimeticon oder Simeticon, die auch in der Schwangerschaft erlaubt sind.

Sanfte Tipps für Babys Bauch

Die richtige Still- und Füttertechnik trägt dazu bei, dass das Baby nicht zu viel Luft schluckt. Eine kleinere Nahrungsportion vor dem ganz großen Hunger hilft zu vermeiden, dass das Baby zu heftig an der vollen Brust saugt und sich am ersten Schwall Milch verschluckt. Oder Sie legen zuerst eine feucht-warme Kompresse auf die Brust und streichen etwas Milch aus. Bei Fläschchennahrung darauf achten, dass das Saugerloch immer die richtige Größe hat. Es muss zum Babyalter und zur Nahrung passen. Wenn Sie die Flasche umdrehen, darf der Inhalt nur tröpfchenweise austreten. Der Sauger soll beim Trinken immer ganz mit Milch gefüllt sein, sonst zieht das Baby Luft mit. Das Fläschchen nicht schütteln, damit keine Luftblasen entstehen. Stillende Mütter sollten blähende Speisen weglassen, da diese auch dem Baby zu schaffen machen können.

Kommt es doch zu Blähungen, haben sich folgende Maßnahmen bewährt: sanfte Bauchmassagen im Uhrzeigersinn, ein Wärmfläschchen (Vorsicht, es darf nicht zu heiß sein) an Babys Bauch legen, das Baby über die Schulter gelehnt oder bäuchlings in der "Fliegerstellung" herumtragen, damit es ergiebig sein Bäuerchen machen kann, einen Spaziergang mit ihm draußen machen (am besten in einer Tragehilfe), entblähender Kümmel- oder Fencheltee zwischendurch aus dem Fläschchen, eventuell für Säuglinge geeignete Suspensionen, die wiederum Dimeticon oder Simeticon enthalten.

Psyche unter Druck?

Falls die Blähungsbeschwerden vor allem mit psychischer Anspannung und Stress zusammenhängen, liegt ein Ansatzpunkt darin, die eigene Situation genau zu hinterfragen, Schwerpunkte zu setzen und weniger Wichtiges zurückzustellen. Manchmal sind auch eine psychologische Therapie oder eine Mediation hilfreich, um einen Konflikt zu entflechten und zu mehr Gelassenheit im Umgang mit anderen und sich selbst zu finden. Anregungen, wie man das Essen auf der ganzen Linie gesünder gestaltet, kann eine Ernährungsberatung geben.

Antibiotika

Halten Sie sich immer genau an die vom Arzt verordnete Dosis. Falls Sie auffällige Veränderungen wie Durchfall oder einen Hautausschlag feststellen, informieren Sie Ihren Arzt sofort darüber. Die Häufigkeit von Durchfällen nach einer Antibiotika-Therapie lässt sich durch Einnahme sogenannter Probiotika günstig beeinflussen. Das sind Präparate mit Bakterienkulturen wie zum Beispiel Saccharomyces boulardii oder Laktobazillus. Probiotika können die Regeneration der Darmflora unterstützen. Bei Bedarf wird der Arzt darauf zurückgreifen.

Ärztliche Therapie

Liegt der Flatulenz eine bestimmte Krankheit zugrunde, so zielt die Therapie natürlich auf das jeweils medizinisch Notwendige. Im Ursachen-Kapitel dieses Beitrags gibt es weitere Informationen zu den möglichen Behandlungswegen. Bei den allgemeinen Maßnahmen können neben einer Diät der Ersatz von Enzymen und Vitaminen eine Rolle spielen. Bei einer Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse (chronische exokrine Pankreasinsuffizienz) zum Beispiel kommt die Einnahme entsprechender Verdauungsenzyme infrage (siehe oben). Die Krankenkassen übernehmen hier auch die Kosten. Abführmittel bezahlen Krankenkassen zur Behandlung einer Verstopfung zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Tumorleiden, einer Divertikulose / Divertikulitis oder einer Mukoviszidose, außerdem bei einer systemischen Darmlähmung. Eine Systemkrankheit wäre zum Beispiel eine autoimmune Erkrankung des Bindegewebes wie die systemische Sklerodermie. Auch bei einer neurogenen, also durch eine Nervenkrankheit bedingten Darmlähmung oder bei einer Schmerztherapie mit Opiaten sind Abführmittel Kassenleistung. Mangelt es an fettlöslichen Vitaminen oder Vitamin B12, wird der Arzt sie ersetzen.

Fachliteratur für diesen Ratgeber

Herold, G, et al.: Innere Medizin, Köln Gerd Herold 2014

Böhm M, Hallek M, Schmiegel W (Hrsg): Innere Medizin, begr. von Classen M, Diehl V, Kochsiek K, 6. Auflage, München Elsevier Urban & Fischer Verlag, 2009

Longo, Fauci, Kasper, Hauser, Jameson, Loscalzo:Harrisons Innere Medizin, Herausgegeben von Dietel M, Suttorp N, Zeitz M, Dtsche Ausg. i. Zus. mit der Charité Berlin, Berlin McGraw-Hill, ABW Wissenschaftsverlag, 2012

Layer P, Andresen V, Pehl C et al.: Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität: S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie, Z Gastroenterol 2011, 49:237-293, Georg Thieme Verlag KG Stuttgart New York, http://dx.doi.org/10.1055/s-0029-1245976, Published online 1.2.2011, Abgerufen am 8.10.2014

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S3-Leitlinie Chronische Pankreatitis: Definition, Ätiologie, Diagnostik und konservative, interventionell endoskopische und operative Therapie der chronischen Pankreatitis. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). AWMF-Register Nr. 021/003. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-003k_S3_Chronische_Pankreatitis_08-2012.pdf. Abgerufen am 6.10.2014

S2k-Leitlinie Zöliakie. Ergebnisse einer S2k-Konsensuskonferenz der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) gemeinsam mit der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG e. V.) zur Zöliakie, Weizenallergie und Weizensensitivität. AWMF-Registzer Nr. 021/021. Online: http://www.dgvs.de/fileadmin/user_upload/Leitlinien/Zoeliakie/021-021l_S2k_Zoeliakie_05_2014.pdf
Abgerufen am 7.10.2014

Aktualisierte S3-Leitlinie "Diagnostik und Therapie des M. Crohn", 2014. AWMF-Register Nr. 021/003, erstellt unter Federführung der Deutschen gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-004l_S3_Morbus_Crohn_Diagnostik_Therapie_2014-09.pdf. Abgerufen am 10.10.2014

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE e.V.) Fruktosemalabsorption. Online:
http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1061, Stand: 08/2010. Abgerufen am 8.10.2014


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