Giftstoffe im Körper werden bei einem gesunden Menschen durch die Nieren kontrolliert und ausgeschieden – ein geniales Organ. Funktioniert es nicht, war das vor allem früher gefährlich. Die Erfindung der Dialyse, also der künstlichen Blutreinigung, ist für viele Menschen die Rettung. 1945 gelang mit der sogenannten Trommelniere, einer „Blutwaschmaschine“, die erste lebensrettende Dialyse. Was Blutegel und Wurstpellen mit der Erfindung zu tun haben, erzählt Ulrich Noethen in dieser Folge. Unterstützt wird er mit Fachwissen von Expertin Prof. Dr. Marion Haubitz.

Ulrich Noethen - Blutegel, hatten sie mal einen? Also als ich klein war, da spielten wir oft an ein paar nahe gelegenen Tümpeln. Wir durften da eigentlich nicht hin, denn auf dem Weg mussten Bahngleise auf freier Strecke überquert werden. Aber das hielt uns natürlich nicht ab. Wir waren Naturforscher und kannten nicht nur die Wasservögel und den Fischbesatz dieser kleinen Biotope, sondern fingen und beobachteten auch Gelbrandkäfer, Köcherfliegenlarven und Wasserläufer. Besonders angetan waren wir von Erdkröten und Laubfröschen und deren Laich und, versteht sich, von deren Kaulquappen, die wir in verschließbaren Behältnissen mit nach Hause nahmen, um die weitere Entwicklung zu studieren. Und oft kamen wir mit nassen Schuhen, Strümpfen und Hosen nach Hause. Es ist uns leider nie gelungen, eine Kaulquappe bis zum Frosch großzuziehen. Vielleicht brauchten sie doch mehr als Wasserflöhe und Leitungswasser. Einmal lebten sie lange genug, um Hinterbeine und sogar schon kleine Vorderbeine auszubilden, aber dann wurde ich krank und musste das Bett hüten. Und einer meiner Brüder wurde beauftragt, die kleinen Tiere wieder auszusetzen. Was wohl aus ihnen geworden ist? Heute sind alle bei uns vorkommenden Amphibien geschützt und dürfen, egal in welchem Entwicklungsstadium, nicht aus Gewässern entnommen werden. Gut so.

Wenn wir mit Kescher und Einmachglas durch den Tümpel wateten, gab es immer eine große Angst. Die Angst vor dem Egel. Kleine Vampire, die nur darauf lauerten, sich auf unsere nackten Waden zu stürzen und uns das Blut auszusaugen. Schreckliche Geschichten machten die Runde – Zehn Egel töten einen Menschen. Die legen dir ihre Eier unter die Haut. Wenn du einen festgesaugten Egel abreißt, dann hört die Wunde nie mehr auf zu bluten. Solche Sachen. Ja, letzteres ist zwar falsch, hat aber einen kleinen wahren Kern. Und dieser wahre Kern ist der Grund, warum der Blutegel, genauer der medizinische Blutegel Hirudo medicinalis, in dieser Geschichte, in der es um die Dialyse geht, eine Rolle spielt. Eine Geschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes an die Nieren geht und in der es um die Nieren geht.

Brandvoice - Siege der Medizin – ein Podcast von gesundheit-hören.de und der Apotheken Umschau.

Ulrich Noethen - Ich begrüße Sie zum Podcast der Apotheken Umschau über die Siege der Medizin. Mein Name ist Ulrich Noethen und ich freue mich, Sie auf dieser spannenden Reise zu den wichtigsten Errungenschaften der Heilkunde zu begleiten. Neben Expertinnen und Experten lassen wir die Geschichte und Geschichten, wie wir sie uns vorstellen, zu Wort kommen. Folgen Sie mir auf eine weitere spannende Zeitreise zu bahnbrechenden Entdeckungen und den Menschen, die dahinterstehen.

Folge 5 Blutwäsche – Von Dialyse und künstlichen Organen

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Ganz viele Giftstoffe werden von der Niere entfernt. Es ist ein absolut geniales Organ.“

Ulrich Noethen - Das ist Prof. Dr. Marion Haubitz, und es wäre höchstens ein bisschen übertrieben, sie als Nieren-Fan zu bezeichnen. Sie ist eine Nephrologin und sie wird uns durch diese Episode begleiten. Die Nephrologie ist ein Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Niere befasst.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Ich mache seit über 30 Jahren Nephrologie, behandele seit über 30 Jahren Patienten in diesem Fachgebiet. Ich finde dieses Fach faszinierend bis heute.“

Ulrich Noethen - Die Nephrologie ist eine vergleichsweise junge Fachdisziplin, die unter diesem Namen und in ihrer modernen Form erst im 20. Jahrhundert aufkam. Das es aber mit der Niere etwas Besonderes auf sich hat und man ihr viel Beachtung schenken sollte, das wissen die Menschen schon seit Jahrtausenden. Im Alten Testament, in den Psalmen, heißt es – „Lass enden der Gottlosen Bosheit, den Gerechten aber lass bestehen! Denn du gerechter Gott, prüfest Herzen und Nieren.“ Na bitteschön, der erste Nephrologe war der liebe Gott. Über Jahrtausende sah man das Herz als Sitz der Gefühle und Leber und Nieren als Zentrum der Lebenskraft. Ärzte und Heiler beschäftigten sich vor allem mit dem wichtigsten Produkt der Niere, dem Urin. Das Uringlas galt als Symbol des Arztberufes so wie heute das Stethoskop.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Man war damals ja Spezialist im Urin ansehen. Das ist heute oft verloren gegangen. Also man kann beispielsweise sehen, ob jemand flüssigkeitsarm ist, ob jemand Flüssigkeit braucht, dann ist der Urin dunkel, konzentriert. Man kann Blut im Urin sehen. Man kann sehen, ob der Patient vermehrt Eiweiß ausscheidet. Zumindest wenn es deutlich mehr ist, dann schäumt der Urin. Und die Eiweißausscheidung ist ein ganz wichtiger Punkt, ein ganz wichtiger Hinweis für Nierenerkrankungen. Sodass wir uns dem Urin viel mehr zuwenden sollten. Das ist leider oft in Vergessenheit geraten. Und der Patient sieht seinen Urin nicht mehr, weil unsere neuen Bäder so konstruiert sind, dass das gar nicht mehr auffällt, wenn der Urin schäumt. Also müssen die Ärzte dran denken.“

Ulrich Noethen - Tja, wir wollen eben mit unseren Ausscheidungen so wenig wie möglich zu tun haben und spülen sie so schnell wie möglich das Klo hinunter. Früher hatte man da noch ein etwas unverkrampfteres Verhältnis. Zur Harnschau gehörten auch Geruchs- und teilweise Geschmackstests, die heute nicht mehr üblich, zum Glück aber auch nicht mehr nötig sind. Diabetes zum Beispiel, heutzutage übrigens eine der häufigsten Ursachen für Nierenversagen, wird schon lange nicht mehr anhand eines süßlichen Geschmacks des Urins diagnostiziert. Die Harnschau stand in engem Zusammenhang zur Säftelehre des Hippokrates. Man meinte an Farbe, Konsistenz und anderen augen- und „nasenscheinlichen“ Eigenschaften des Urins ein Ungleichgewicht der Körpersäfte erkennen zu können. Ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts schließlich bekam die Harnschau oder Uroskopie dann nach und nach ein wissenschaftliches Fundament.

Uns geht es heute aber weniger darum, welche Krankheiten des Körpers wir dank der Niere am Urin erkennen können, sondern darum, was passiert, wenn die Nieren selbst nicht mehr funktionieren. Wenn man es ganz grob zusammenfassen will, kann man es so sagen – Die Nieren filtern Giftstoffe und Endprodukte des Stoffwechsels aus dem Körper und sorgen dafür, dass sie ausgeschieden werden. Man spricht in diesem Fall übrigens von harnpflichtigen Stoffen, was ein sehr schönes deutsches Wort ist, finde ich. Das klingt nach Verordnungen und Durchführungsbestimmungen und einem Bußgeldkatalog bei Verletzung der Harn-Pflicht. Leider ist es mit einem Bußgeld nicht getan, sondern der Mensch wird krank, wenn die harnpflichtigen Stoffe nicht mehr ausgeschieden werden. Die Folge ist dann Urämie.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Urämie würde man wörtlich übersetzen mit „Urin im Blut“, also die Substanzen, die die Niere sonst in den Urin ausscheidet, die können nicht mehr ausgeschieden werden und sammeln sich im Blut an. Wir messen dann immer Harnstoff und Kreatinin. Aber es gibt viele andere Urintoxine, die den Patienten gewissermaßen vergiften. Eine richtige Urämie erleben wir heute ja praktisch nicht mehr oder ganz, ganz, ganz selten. Wir können sie ja, Gott sei Dank, behandeln.“

Ulrich Noethen - Das können wir allerdings noch gar nicht so lange. Bis 1945 konnte man nur lindern und Symptome bekämpfen.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Ja, man hat alles Mögliche versucht, um diese Nierenvergiftungen zu reduzieren. Es gab aber wirklich nicht viel Wirksames. Man kann dem Patienten eine strenge, eiweißarme Kost geben, sie können ihm weniger zu trinken geben, aber nichts von dem hilft wirklich dauerhaft. Man hat dann alle möglichen Blutegel, man hat Schröpfen versucht, aber nichts davon war wirklich wirksam.“

Ulrich Noethen - Moment mal, da waren sie die Blutegel und offensichtlich helfen sie wenig gegen Urin im Blut beziehungsweise die Urämie, oder? Erst mittels der Dialyse konnte den Patienten wirklich geholfen werden. Doch auf dem Weg dahin spielten sie dann doch eine wichtige Rolle.

Herbst 1915. Das Zweite Jahr des Ersten Weltkriegs. An der Westfront hat der Grabenkrieg begonnen, die Verlustzahlen schnellen in die Höhe, doch in der Heimat scheint der Krieg weit weg. In Gießen steht der elfjährige Wilhelm, genannt Willi, bis zu den Waden im kalten Wasser eines kleinen Tümpels. Eigentlich sollte er auf der Schulbank sitzen, doch Willi zieht es vor, sich heute ein paar Pfennige hinzuzuverdienen. In seiner Hand hält er eine Schnur, die er jetzt aufzuwickeln beginnt, bis zwischen seinen Schienbeinen eine Blechbüchse aus dem schlammigen Wasser auftaucht. Durch Löcher, die Willi in die Seiten gebohrt hat, läuft das Wasser ab. Willi stapft ans Teichufer, schaut prüfend seine Beine an, wischt sie mit einem alten Tuch trocken und widmet sich dann dem Inhalt der Büchse. Ein guter Fang. Am Boden der Büchse wimmeln um den triefnassen Kadaver einer Maus, die ihn erst heute Nacht in die Falle gegangen war, gut ein Dutzend Blutegel und mästen sich am Mäuseblut. Schöne große Exemplare; der kleinste ist so lang wie Willi Daumen. Einen nach dem anderen zupft er ab, mustert ihn kurz und wirft ihn, sobald er die roten Längsstreifen entdeckt hat, in den Blecheimer, dessen Boden schon ordentlich mit sich windenden Egeln bedeckt ist. „Achte drauf, dass du die Richtigen erwischt“, hat ihm der Apotheker Römpp gesagt, „wir brauchen Hirudo medicinalis, das sind die schwarzen mit den rötlichen Längsstreifen, nicht die mit der grünen Unterseite, das sind Pferdegel, Hämopis sanguisuga. Dafür bekommst du keinen Pfennig!“ Heute wird es viele Pfennige geben und wenn er das Geld nach Hause bringt, wird ihm die Mutter lächelnd einen Entschuldigungszettel für die Schule schreiben.

„Moment noch!“, ruft Dr. Römpp, der Inhaber aus dem Hinterzimmer, als Wilhelm die Apotheke betritt. Willi stellt den Blecheimer ab und schaut sich um. Die Apotheke ist ein Wunderland und Dr. Römpp beinahe so etwas wie ein Zauberer. All die braunen Flaschen mit den geheimnisvollen Beschriftungen – Sulphur, Kaliumpermanganat, Glyzerin –, die weißen Schachteln mit den Errungenschaften der chemischen Industrie – Aspirin, Neosalvarsan, die getrockneten Heilpflanzen –, die in hohen weißen Gläsern auf ihren Einsatz warten. Für jedes Gebrechen scheint es eine Pille, ein Pülverchen oder ein Kraut zu geben. Und der Doktor Römpp kennt sie alle und weiß sie selbst mit Stößel, Destillen und Pulverisiertrommeln herzustellen. Und wenn er nur wollte, so könnte er sicher auch spannende Dinge wie Leuchtfarbe, Juckpulver und Feuerwerk herstellen oder nach dem Stein der Weisen suchen. Was für ein Beruf! Beinahe so interessant wie Pilot, Urwaldforscher und Erfinder, die stehen ganz oben auf Willis Liste. Sein großer Bruder Hans hänselt ihn manchmal deswegen. „Dafür musst du studieren und ein kleines Lauser-Arbeiterkind wie du wird niemals an die Universität gehen. Hans ist schon 16. Er arbeitet am Band in der Fabrik und seine größte Sorge ist, dass der Krieg vorübergehen könnte, bevor er alt genug ist für die Front. „Da sind alle gleich, Arbeiter und Studenten, Arme und Reiche, allesamt Helden, vereint in der Verteidigung des Vaterlandes.“ Willi hofft, dass der Krieg bald vorübergeht, damit er in der Schule endlich wieder was lernen kann. Seit Monaten kommen sie in Mathematik nicht voran, weil der Lehrer sie mit glühender Begeisterung die immer selben eintönigen Aufgaben über Munitionsverbrauch und tote Franzosen rechnen lässt, während er patriotische Reden schwingt.

„Mach mir mit dem Eimer bloß keine Flecken aufs Parkett!“ Doktor Römpp ist endlich nach vorne gekommen.

„Keine Sorge, ich habe ihn mit einem Tuch abgewischt, bevor ich reingekommen bin.“

Der Apotheker kommt hinter seinem Tresen hervor. „Zeig mal her!“ Er hebt den Deckel vom Blecheimer, beugt sich hinunter, zieht einen der Blutegel heraus. Dann schiebt er seine Brille auf die Stirn und betrachtet den Wurm, der sich krümmt und windet wie ein Artist. „Sehr schön. Wo hast‘n die gefangen?“

„Am Tümpel hinter ‘n Bahngleisen.“

„Gut, gut. Ich gebe dir zwei Groschen, weil es besonders schöne Exemplare sind.“

Willis Augen leuchten. „Danke, Dr. Römpp!“

„Dafür musst du mir aber noch‘n Gefallen tun. Ich habe einen Kunden, der die Egel dringend braucht. Kannst du sie ihm gleich vorbeibringen?“

Vor dem Tor der Klinik steht ein Soldat. „Na, wo willst’n hin?“

Willi muss schlucken und seinen ganzen Mut zusammennehmen. „Zu … ähm … zu …“ Aufgeregt sucht er in seinen Hosentaschen nach dem Zettel, den ihm der Apotheker mitgegeben hat. Dabei schielt er nach dem Gewehr des Soldaten. „Ist das echt? Können Sie damit schießen?“

Der Soldat nickt. „Ja, wenn es sein muss. Wenn ein Franzos‘ versucht, sich hier einzuschleichen oder ‘n Russ oder, Gott bewahre, ‘n Pazifist.“ Er macht ein strenges Gesicht. „Du bist auch kein Franzose, oder?“

„Nein, nein. Nichts davon!“, ruft Willi erschrocken und der Soldat lacht laut. „Also wohin?“

Willi hat den Zettel gefunden. „Zu Dr. Haas. Sehen Sie Herr Soldat, hier steht auch wo er arbeitet.“ Der Soldat studiert den Zettel, dann weist er ihm den Weg.

„Hier am Hauptgebäude vorbei und dahinter rechts halten. Dann kommst du zu einem einzelnstehenden Backsteingebäude, das ist die ‚Innere Medizin‘.“

Willi nimmt den Eimer auf. „Danke!“ Der Soldat grinst ihn an und salutiert. Willi nimmt den Eimer in die andere Hand und hebt schüchtern die Rechte an die Stirn. Dann betritt er mit pochenden Herzen das Klinikgelände. Seit der Krieg ausgebrochen ist, dient es als Lazarett, und auf dem Schulhof werden im Flüsterton Geschichten erzählt von ganzen Zügen voller Verwundeter, von Männern ohne Arme, Beine, Unterkiefer, mit schrecklich entstellten Gesichtern oder sogenanntem Zitterern, die an der Front den Verstand verloren haben. Alles Lügen natürlich, so hat es der Rektor vor versammelter Schülerschaft klargestellt, ein für allemal. Und wer bei der Verbreitung solcher Wehrkraft zersetzen Gräuelmärchen erwischt werde, der könne sich schon mal darauf gefasst machen, eine Woche lang nicht auf dem Hintern sitzen zu können wegen der Striemen vom Rohrstock. Willi erreicht das langgestreckte, vierstöckige Backsteingebäude. Das Schlimmste, was er unterwegs gesehen hat, war eine offenbar überfahrene Taube im Rinnstein.

„Guten Tag, ich bringe etwas für Dr. Haas“, sagt er, als er vor der Tür des Gebäudes auf eine Krankenschwester trifft. „Es ist dringend“, sagt der Apotheker.

„Ach du meine Güte“, was brütet der Doktor jetzt schon wieder aus? Gib her, ich bring es hoch in sein Labor. Was ist es denn?“ Willi nimmt den Deckel ab. „Igittigitt! Nein, das trägst du mal schön selber.“

Als sie ihn zur Treppe in die oberen Stockwerke führt, fällt sein Blick durch eine weit geöffnete Flügeltür und er bleibt stehen. Ein langer Raum ist zu sehen. An beiden Seiten, rechts und links vom Mittelgang, stehen in zwei endlosen Reihen Feldbetten. Krankenschwestern und Ärzte eilen hin und her. Eingegipste Beine hängen in Schlaufen an Metallständern. Männer stöhnen, jemand ruft nach Wasser, ein anderer nach Morphium. Aber was Willi am meisten mitnimmt, ist der vollkommen bandagierte Kopf, der unter der Decke eines der vorderen Betten herausschaut. Sogar die Augen sind von Verband bedeckt. Nur an der Stelle, wo Nase und Mund sein sollten, sind Atemlöcher. Und oben schauen ein paar Büschel zerzauste, schwarze Haare heraus.

„Hier gibt's nichts zu sehen. Komm schon!“, ruft die Schwester von der Treppe und Willi stolpert ihr hinterher. Kurz darauf öffnet die Schwester vorsichtig eine Tür im zweiten Stock. Sie steckt den Kopf hinein. „Dr. Haas?“

„Was gibt es denn? Ich hatte darum gebeten, nicht gestört zu werden! Isses ein Notfall?“

„Äh, nicht direkt.“ Die Schwester schiebt Willi in den Raum.

„Doktor Römpp schickt mich, mit Blutegeln.“

Ein junger, etwas rundlicher Mann mit weißem Kittel tritt in die Tür. „Ah ja, bist du sein Laufbursche?“

„Nein. Ich habe die Blutegel gefangen. Allererste Ware. Dr. Römpp hat gesagt, ich soll sie gleich vorbeibringen.“ Er hebt den Deckel des Eimers. Haas lacht.

„Ah, gut gemacht. Die kommen gerade recht.“

Willi lugt durch die nächste Tür in das Labor und sieht einen Tisch voller waagerecht angeordneter Glasröhren und eine ganze Reihe von Kolben, Flaschen und anderen Laborgefäßen. Auf dem Boden steht eine Emaillewanne, in der es schwarz und schleimig wimmelt. Egel über Egel, es müssen hunderte sein. Wozu braucht der Doktor so viele Blutegel? „Sind die für die Soldaten?“ Willi kann und will es sich nicht vorstellen. Zu seiner Erleichterung streicht ihm der Doktor freundlich über den Kopf.

„Nein, mein Junge, die sind für die Hunde.“ Haas lacht erneut, als er Willis verständnislosen Blick sieht. Dann zieht er ihn in den anderen Raum hinüber und zeigt auf zwei Käfige. In dem einen läuft ein Schäferhund unruhig auf und ab, im anderen liegt ein Bernhardiner matt in der Ecke. Keine Sorge, Junge. „Ich setze sie ihnen nicht an, damit sie ihr Blut trinken.“ Er greift in Willis Eimer, holt einen Blutegel hervor und kneift ihn mit Daumen und Zeigefinger direkt hinter dem Kopf, sodass sich das Maul des Tieres öffnet und Willi die kleinen, scharfen Zähne erkennen kann. „Ich brauche nur ihren Speichel. Der verhindert, dass das Blut gerinnt, verstehst du?“ Er scheint kurz zu überlegen und Willi hofft schon, dass er ihm noch mehr erklären und ihn fragen wird, ob er ihm das Labor einmal zeigen soll. Doch der Doktor räuspert sich nur kurz, holt ein Fünf-Pfennig-Stück aus der Kitteltasche und drückt es Willi in die Hand. „Also gut, vielen Dank mein Junge! Kipp die Egel in die Wanne und dann siehe, dass du nach Hause kommst oder noch besser in die Schule. Das hier ist kein Platz für Kinder.“

Zugegeben, Willi und den Apotheker Dr. Römpp haben wir uns ausgedacht, aber sicher ist das im Jahre 1915 der damals 25-jährige Internist Georg Haas an der Medizinischen Klinik der Universität Gießen arbeitete und forschte und für seine Experimente jede Menge Blutegel brauchte. Und dass die Hunde in seinem Labor nicht mehr lange zu leben hatten. Georg Haas wird am 24. April 1886 in Nürnberg geboren, studiert Medizin in München und Freiburg, promoviert 1911, wird Assistent am Physiologisch-chemischen Institut der Universität Straßburg und kommt im Juli 1914 an die Medizinische Klinik in Gießen. Wenige Tage später bricht der Erste Weltkrieg aus. Die Klinik wird zum Lazarett und immer mehr Verwundete kommen nach Gießen. Doch neben den Verwundeten werden auch immer mehr Soldaten mit akuten und äußerst schmerzhaften Nierenentzündungen eingeliefert, die bald als „Kriegsnephritiker“ bezeichnet werden. Das Wort ist zusammengesetzt aus den altgriechischen Wörtern nephros, Niere, und -itis für Entzündung. Ursache für die ungewöhnlich hohe Anzahl solcher Patienten sind Mangelernährung, unhygienische Zustände, Unterkühlung und die enorme physische Belastung in den Schützengräben der Westfront. Diese Nierenentzündungen führen häufig zur Niereninsuffizienz, welche wiederum zu einer Urämie führt, die wiederum viele Folgereaktionen nach sich zieht.

„Der wird müde, wenn er Glück hat und keine Luftnot bekommt, das kann im Vordergrund stehen. Dann wird er sich immer weniger bewegen, vielleicht bekommt er Durchfälle, weil auch der Magen-Darm-Trakt beeinflusst ist. Er wird nichts mehr essen. Er wird sich immer weniger bewegen und irgendwann bleibt das Herz stehen, wenn das Kalium so hoch wird, dass die Herzleitung nicht mehr funktioniert. Das, was für den Patienten, wenn man so will, das Quälende meistens ist, ist, neben der Luftnot, weil sich Wasser ansammelt, Übelkeit und Juckreiz. Die Urinbestandteile sitzen dann zum Teil auch in der Haut und der Patient kratzt sich. Dieser Juckreiz kann wirklich fürchterlich sein. Der Patient wird auch von seiner Hirnfunktion beeinträchtigt, er wird müde, er wird schläfrig. Harnsäurekristalle erscheinen auf der Stirn; das ist aber auch schon ein sehr fortgeschrittenes Stadium, weil auch die Harnsäure nicht mehr ausgeschieden wird. Das kann man eigentlich mehr bei Tieren mittlerweile beobachten zum Glück und nicht mehr beim Menschen. Das mit den Harnsäurekristallen ist übrigens bei den Geiern in Indien aufgefallen. Die Geierpopulation hat sich dort erheblich verringert. Und die Ursache war, dass die Menschen den heiligen Kühen, die Gelenkprobleme hatten, nicht steroidale Antiphlogistika, also Ibuprofen, Voltaren und so was gefüttert haben und die Geier, die die Kadaver gefressen haben, da ganz empfindlich sind und Nierenversagen bekommen haben.“

Nicht steroidale Antiphlogistika, das ist auf jeden Fall mein Wort des Tages. Wenn ich das nächste Mal eine Kopfschmerztablette nehme, werde ich jedem, der es wissen will und allen anderen auch erzählen, ich stünde gerade unter dem Einfluss eines nicht steroidalen Antiphlogistikums und man möge mich bitte in Ruhe lassen. Für die Geier in Indien waren die Schmerzmittel tatsächlich ein Riesenproblem, weil sie ihre Nieren zerstörten.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Das hat die Geier nämlich getötet und dann gab's niemand mehr, der die Kühe gewissermaßen beseitigt hat. Aber bringen Sie mal Menschen bei, dass sie Ihre heiligen Kühe nicht mehr von Schmerzen befreien dürfen und die nicht mehr Voltaren geben dürfen oder Ibuprofen. Das ist also etwas, was man im Tierreich beobachtet, Gott sei Dank beim Menschen heute nicht. Wenn‘s akute Nierenversagen gab, zum Beispiel verschüttet, Erdbeben unter den Trümmern eines Hauses, im Krieg oder so, da ging das sehr viel schneller und da war wahrscheinlich das Problem, dass es keine Urinausscheidungen mehr gab, weil die Niere verstopft war und da stand dann die Luftnot und die Herzrhythmusstörungen ganz im Vordergrund. Und da war der Patient oft innerhalb von einer Woche nicht mehr da.“

Ulrich Noethen - Eine wirksame Behandlung existiert 1915 noch nicht. Man kann nur die Symptome bekämpfen und auf die Selbstheilung der Niere hoffen. Viele Soldaten sterben an den Folgen der Kriegsnephritis. Doch Georg Haas hat eine Idee. In Straßburg hat er die Labordialyse kennengelernt. Vielleicht lässt sich so ein Verfahren irgendwie zur Behandlung Nierenkranker einsetzen? Der Begriff Dialyse stammt vom griechischen dialysos, zu deutsch Auflösung. Das funktioniert zum Beispiel so – man befüllt einen dünnwandigen Schlauch, eine Art Wurstpelle, mit einer Salzlösung. Den Schlauch verknotet man an beiden Enden, sodass die Salzlösung darin eingeschlossen ist. Dieses „Salzwasser-Würstchen“ schwenkt man nun in einer Wanne mit reinem Wasser und lässt es über Nacht darin liegen. Am nächsten Morgen wird man feststellen, dass das Wasser im Inneren des Würstchens nun kaum noch Salz enthält. Dafür ist nun das Wannenwasser ganz leicht salzig. Es hat eine Angleichung der Salzkonzentration in den Flüssigkeiten stattgefunden. Da in der Wanne viel mehr Wasser war als im Würstchen, ist diese Konzentration insgesamt sehr gering. Das Würstchenwasser hat also einen Großteil seines Salzes verloren. Voraussetzung für die Dialyse ist eine semipermeable Membran. Die Wurst Pelle wäre also eine teilweise durchlässige Materialschicht, die nur Moleküle und Ionen bis zu einer bestimmten Größe durchlässt, zum Beispiel Salze und Zucker, während sie größere Moleküle zurückhält. Enthielte das Wasser im Inneren des oben beschriebenen Würstchens nicht nur Salze, sondern beispielsweise auch Nukleinsäuren, Blutkörperchen, Kichererbsen und Elefanten, allesamt deutlich größer als Salz-Ionen, so hätte sich bei entsprechend gewählter Wurstpelle deren Konzentration nicht verändert. Wichtig ist noch zu wissen, dass die Dialyse keine Einbahnstraße ist. Hätte sich in der Wanne statt reinem Wasser eine Zuckerlösung befunden, so hätten sich am nächsten Morgen Zuckermoleküle auch innerhalb des Würstchens befunden. Die Zuckerkonzentration innerhalb und außerhalb hätte sich angeglichen.

Georg Haas fragt sich, ob sich mit diesem Trick nicht vielleicht die harnpflichtigen Substanzen aus dem Blut der Patienten waschen lassen. Im Jahr 1915 beginnt er mit Experimenten an Hunden. Er versucht es mit Schilfschläuchen, mit dem Bauchfell von Kälbern, mit Katzendarm und Fischblasen und landet schließlich bei einer Membran aus Kollodium, einer gummiartigen Substanz. Die Schläuche aus diesem Vorgänger heutiger Kunststoffe stellt er selber her. Und durch diese Schläuche wird das Blut der Hunde und, so hofft er, eines Tages auch das Blut nierenkranker Menschen fließen. Die Schläuche selbst werden durch eine Konstruktion von 1,60 Meter langen Glasröhren geführt, in denen sie von einer Salzlösung umspült werden. Doch es gibt da noch eine Schwierigkeit.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Das Problem ist, dass unser Blut so eingerichtet ist, dass es, sobald es Kontakt mit der Luft hat oder mit einer fremden Oberfläche, gerinnt. Das muss man natürlich verhindern. Wenn sie sich vorstellen, wenn sie Blut entnehmen, haben Sie schon im Schlauchsystem die Fremdoberfläche und haben sie dann im Dialysator noch viel mehr. Das war für den Pionier der Dialyse, wenn man das so sagen kann, Herrn Haas, das größte Problem, initial. Man hat das damals überwunden mit einem Stoff, der heißt Hirudin. Den gibt's heute auch noch. Der wird aus Blutegeln gewonnen.“

Ulrich Noethen - Und dafür hat unser tapferer Willi im Tümpel hinter den Bahngleisen die Blutegel gefangen. Ihr Speichel, die Egel-Spucke sozusagen, enthält Hirudin, das die Gerinnung des Blutes hemmt. Haas benötigt eine Menge Hirudin, eine Menge Egel-Spucke, bevor er mit den Experimenten beginnen kann. Doch schließlich ist es so weit und, siehe da, die Experimente sind erfolgreich, mit dem kleinen Haken, dass keiner der Hunde sie überlebt. Operation gelungen, Hund tot. Schuld ist das Hirudin. Es existiert zu diesem Zeitpunkt noch kein Verfahren, um es ausreichend zu reinigen, ungereinigtes Hirudin ist jedoch toxisch. Die Hunde sterben an inneren Blutungen. Georg Haas stellt seine Versuche ein. Im Jahr 1917 wird er nach Rumänien versetzt, um dort den Flecktyphus zu bekämpfen. Seine wissenschaftliche Arbeit kommt zum Erliegen.

Andere Forscher haben unterdessen ähnliche Ideen wie Haas. Anfang der 20er Jahre experimentiert in Hamburg der Physiologe Heinrich Necheless mit Hunden, denen er zuvor beide Nieren entfernt hat. Als Haas von diesen Experimenten liest, veröffentlicht er eine Bekanntmachung über seine eigenen Versuche von 1915. Gleichzeitig muss er erfahren, dass die Amerikaner Abel, Rowntree und Turner bereits 1912 in den USA ein Blutdialyseverfahren entwickelt und es als Artificial Kidney, künstliche Niere, bezeichnet haben. Durch den Krieg dauerte es beinahe ein Jahrzehnt, bis es in Deutschland bekannt wurde. Die Amerikaner hatten allerdings nur mit gesunden Kaninchen experimentiert und der Aufbau ihrer künstlichen Niere war so ungünstig, dass schon ein kleiner Fehler zum Verlust des gesamten Blutes führen konnte. Nicht gerade eine Maschine, die man am Menschen ausprobieren möchte.

Durch diese Veröffentlichungen jedoch ermutigt und ebenso durch die wichtige Nachricht, dass inzwischen besser gereinigtes Hirudin zur Verfügung steht und bezogen werden kann, ohne dass man selbst mit glitschigen Blutegeln herumfummeln muss, nimmt Haas seine eigenen Experimente wieder auf und entwickelt seine Apparatur weiter. Und diesmal hat er Erfolg. Das Blut der Hunde fließt durch die Kollodiumschläuche, die in langen Glasröhren von einer Salzlösung umspült werden und wird anschließend wieder in die Adern der Hunde zurückgeleitet. Alle Hunde überleben. Endlich fühlt sich Georg Haas sicher genug, sein Verfahren an einem kranken Menschen ausprobieren zu können. Das genaue Datum der ersten Blutwäsche an einem Menschen ist nicht mehr bestimmbar. Aber es muss spätestens Ende 1924 gewesen sein, da Haas die Ergebnisse in der ersten Ausgabe der Klinischen Wochenschrift von 1925 veröffentlicht. Diese erste Dialyse an einem urämischen Patienten dauert nur 15 Minuten – mit der Haas‘schen Technik zu wenig, um einen wirklichen Erfolg zu erzielen. Aber es kommt zunächst einmal darauf an, zu zeigen, dass es funktioniert und dem Patienten nicht schadet. Und ja, es funktioniert. Beim zweiten Versuch 1925 an einem Jugendlichen, der aufgrund einer Schrumpfniere ins urämische Stadium eingetreten ist – wir erinnern uns, eine Selbstvergiftung aufgrund harnpflichtiger Stoffe im Blut – dehnt Haas den Behandlungszeitraum auf 30 Minuten aus und kann eine zeitweise Verbesserung der Laborwerte sowie eine Verminderung der Symptome konstatieren. Die Methode hat bewiesen, dass sie beim Menschen anwendbar ist.

Doch es gibt auch Rückschläge, die letztlich aber zu Verbesserungen führen. Zum einen treten starke Nebenwirkungen auf, zum Beispiel Schüttelfrost und Kopfschmerzen, die auf das zur Blutgerinnung eingesetzte, aber immer noch nicht ausreichend gereinigte Hirudin zurückgehen. Zum anderen platzt bei einem der Versuche einer der Kollodiumschläuche, infolge von Druckschwankungen. Dank einer raffinierten Konstruktion mit einem auswechselbaren Kabinensystem kann der defekte Schlauch zwar schnell ersetzt werden und der Blutverlust bleibt gering, doch für die breite Anwendung ist das Verfahren noch keine Option. Das erste Problem wird 1937 durch Heparin ein für allemal aus der Welt geschafft.

Heparine sind körpereigene Zucker, die die Gerinnung hemmen. Als Medikament werden sie vor allem aus dem Dünndarm von Schweinen gewonnen und unter anderem in der Thrombosebehandlung und -vorbeugung eingesetzt. Heparin stoppt die Blutgerinnung, ohne den Organismus anderweitig zu schädigen. Die Abhilfe für das Problem der Druckschwankungen schafft eine Blutpumpe, die zudem den großen Vorteil hat, den Kreislauf des möglicherweise ohnehin geschwächten Patienten dabei zu unterstützen, das Blut durch den meterlangen Umweg durch die Apparatur zu pumpen. Diese Pumpe bezeichnet Haas als peripheres Herz. Es ist nicht seine Erfindung, sondern wurde als Becksche Mühle bereits erfolgreich für die ebenfalls recht neue Technik der Bluttransfusion eingesetzt. Das klingt alles nach Durchbruch oder? Ein Mediziner und Forscher mit einer großartigen Idee, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, um diese Idee umzusetzen und von aktuellen Entwicklungen auf anderen Gebieten zu profitieren, was soll da schon schiefgehen?

Tatsächlich dauert es 20 Jahre von der ersten Dialyse am Menschen 1924 bis zum Durchbruch und zur Anerkennung der Methode. Haas publiziert seine Ergebnisse ab 1925 kontinuierlich, doch sie stoßen kaum auf Beachtung. Der Aufwand ist groß, der Erfolg noch überschaubar. Das Befinden der Patienten bessert sich für eine gewisse Zeit, doch retten kann Haas sie nicht. Alle sechs Patienten, bei denen er zwischen 1925 und 28 die Hämodialyse anwendet, sterben – nicht etwa wegen, sondern trotz der Behandlung. Ihre Krankheit ist zu weit fortgeschritten und die Blutwaschmaschine noch nicht wirklich effektiv. Haas Forschung wird nicht ernst genommen. Um es flapsig zu sagen, von dem kleinen Lapsus abgesehen, dass die Patienten tot sind, gibt es zwei prinzipielle Kritikpunkte. Koryphäen der Nephrologie monieren, dass die Methode nicht die Krankheit, sondern nur ihre Folgen bekämpfen würde. Und außerdem sei das ganze Unterfangen eine Anmaßung. Haas versuche, die Niere durch eine Maschine zu ersetzen. Das könne gar nicht funktionieren. Niemals würde der Mensch ein künstliches Organ erschaffen. Georg Haas gibt seine Forschung auf, aus Enttäuschung aber auch, weil ihn die Position als Ärztlicher Direktor der Medizinischen Poliklinik der Uni Gießen, auf die er 1924 berufen wird, immer mehr in Anspruch nimmt.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Und erst Herr Willem Kolff, der war in Kampen in den Niederlanden, hat das dann wieder aufgegriffen und hat gewissermaßen 1945 die erste erfolgreiche Dialyse gemacht. Er hat allerdings selber nach 16 nicht erfolgreichen Patienten, die dann alle an der Urämie gestorben sind, gesagt, diese Patienten hätten es vielleicht sogar ohne die Dialyse überlebt. Das war ein ganz bescheidener Mann. Aber der Erfolg war wirklich groß und er hat andere Pioniere auf den Plan gebracht, die das dann weiterverfolgt haben.“

Ulrich Noethen - Die nackte Glühbirne an der Decke wirft ein trübes Licht in die vollgerümpelte Abstellkammer. Bevor er sie betreten kann, muss Willem Johan Kolff ein Krankenbett raus auf den Gang ziehen. Ein verborgenes Fahrrad steht quer und ein Stapel Kartons, der von dem Bett gestützt wurde, fällt in sich zusammen.

„Bob nimmst du mal?“, fragt er seinen Freund und Assistenten Jacob van Noordwijk, der mit ihm gekommen ist. Und der zieht nun das Bett von der Tür weg. Hinten an der Wand zwischen Regalen voller Bettpfanne, Glaskolben, defekten Stethoskopen und auf deutsch beschrifteten Kartons mit Verbandsmaterial steht ein hüfthohes, mit schwarzem Tuch verhängtes Ungetüm. Um dorthin zu gelangen, schiebt Kolff Kartons und Eimer beiseite und wischt sich eine Spinnenwebe aus dem Gesicht. Dann fasst er das schwarze Tuch mit beiden Händen, er zögert ein Moment und reißt es schließlich herunter. Er muss die Augen schließen, als er ihn eine Staubwolke umhüllt. Elf Monate ist es her, dass er zuletzt hier drin war, dass er das schwarze Tuch auf den Apparat legte, sich seufzend abwandte, das Licht löschte und die Tür der Abstellkammer im Krankenhaus von Groningen hinter sich zuzog.

Elf Monate. Oktober 1944. Die Niederlande waren da noch unter deutscher Besatzung. Die Alliierten kamen näher und der deutsche Terror und die Jagd auf jüdische Mitbürger und den niederländischen Widerstand wurden immer grausamer. Kolff und seine Frau Janke Huidekoper hatten selbst ein paar Juden bei sich versteckt, und im Krankenhaus attestierte er Menschen, die Gefahr liefen, durch die Deutschen verhaftet zu werden, schwere, dringend zu behandelnde Krankheiten, um sie vor der Inhaftierung zu schützen. Seine Frau und er wussten, dass sie alles riskierten, ihre Freiheit, sogar ihr Leben. Doch wer konnte, wer wollte tatenlos zusehen, wenn jüdische Mitbürger und Nachbarn, Frauen, Kinder und Alte in Viehwaggons deportiert wurden, um sie in Lagern im Osten zu ermorden? Nun, viele konnten, die meisten sahen zu, und nicht wenige wollten auch, hatten sie doch mit den Besatzern kollaboriert, hatten sogar Familien verraten, die jüdische Menschen versteckt hielten.

Kolff wirft das Tuch auf einen Stuhl mit zerbrochener Lehne und betrachtet das Gerät dort hinten an der Wand – ein fahrbares Gestell mit einer Wanne, groß genug, um ein Baby darin zu beiden. In der Wanne befindet sich ein drehbar gelagerter Zylinder aus Holzleisten, um den dünne Schläuche gewickelt sind. Er erinnert tatsächlich an eine Waschmaschine, denkt Kolff. Ein Elektromotor und ein Riemengetriebe können den Zylinder in Rotation versetzen.

„Sieht doch gut aus“, sagt van Noordwijk.

Kolff nickt. „Na, dann wecken wir es mal aus dem Winterschlaf.“

Gemeinsam bugsieren sie das Gerät aus der Abstellkammer, rollen es durch den langen Kellergang des Krankenhauses zum Fahrstuhl.

„Ist die Patientin eingetroffen?“, will Kolff wissen.

„Ja gerade erst. Sie wird jetzt vorbereitet.“

„Wie ist ihr Zustand?“

„Schlecht. Sehr schlecht. Die Nieren haben vollständig versagt. Wir sind wohl ihre letzte Hoffnung.“

Kolff antwortet nicht. Van Noordwijk weiß so gut wie er, dass dies keine besonders große Hoffnung ist. Über Jahre hat er an seiner künstlichen Niere gearbeitet, der Trommelniere wie er sie selbst nennt. 1938 hatte Kolff mit ansehen müssen, wie ein junger Mann qualvoll an Nierenversagen starb. Das Erlebnis hatte ihn nicht mehr losgelassen. Und nachdem er auf die Arbeiten von Abel, Haas und Necheless gestoßen war, hatte er ihre Ideen weiterentwickelt. Zur Hilfe gekommen war ihm ein großer Fortschritt in der, nein, nicht in der Medizintechnik, sondern in der Wurstherstellung, was seither allerlei Anlass für allerlei nicht sonderlich subtile Witze gegeben hatte. Seit Mitte der 30er Jahre wurden Schläuche aus Zellophan für Kunstdärme in der Wurstproduktion eingesetzt, und diese Schläuche erwiesen sich als ideal für den Bau des Dialysegerätes. Kolff umwickelte eine Trommel mit mehr als 30 Metern Zellophanschlauch, durch den das Blut des Patienten geführt werden sollte. Die Trommel rotierte langsam in einer Wanne, die mit 100 Litern Dialysat, also der Waschlösung, gefüllt war. Wegen des Krieges waren Materialien und Bauteile knapp. Kolff behalf sich unter anderem mit Teilen aus dem Wrack eines deutschen Bombers und einem verschrotteten Ford Model T, der legendären Tin Lizzie.

16 Patienten behandelte Kolff mit seiner Trommelniere zwischen 1943 und 1944, mitten im Krieg in den besetzten Niederlanden, während er daheim Juden vor den Besatzern versteckte. Wie zuvor schon Georg Haas konnte er den Patienten nur zeitweilige Linderung verschaffen. Sein erster Patient war Gustav Boele, ein alter jüdischer Mann, der zu krank war, um mit dem Rest seiner Familie nach Polen deportiert zu werden. Während der Behandlung fällt der Motor der Maschine aus und Kolffs Frau Janke, die ihm zu diesem Zeitpunkt assistierte, drehte die Trommel per Hand weiter. Doch alles war vergebens. Sie können Gustav Boele nicht retten. Kurz darauf lernt Kolff Jacob van Noordwijk, genannt Bob, kennen, der wie er selbst im niederländischen Widerstand aktiv ist und in den folgenden Jahren als ein Assistent mit ihm gemeinsam das Verfahren weiterentwickelt. Doch der Weg zum Erfolg ist lang und schmerzhaft. 15 seiner 16 ersten Patienten sterben. Es gelang Kolff, die Ergebnisse in den Niederlanden und Deutschland, später auch in Schweden und Frankreich zu veröffentlichen. Doch wie schon Georg Haas stieß er auf große Skepsis. Ein Kollege im Krankenhaus nannte seine Forschung „Nieren-Spielerei“. 1944 schließlich entschloss er sich zu einer Demonstration vor Fachpublikum, in der Hoffnung, so weitere Unterstützung zu gewinnen. Die Demonstration endete im Fiasko, als einer der Zellophanschläuche platzte. Ein Zeitzeuge schrieb – „Der Anblick des Kranken und die Vorstellung, dass das Blut aus seinem Körper durch eine primitive Maschine lief, war schon eine Belastung für den Laien, vielleicht sogar für Ärzte. Als aber darüber hinaus blutig rötlicher Schaum über die Wanne sprudelte und auf den Fußboden floss, als Noordwijk nach seinen wasserdichten Gummistiefeln griff, da war die Grenze dessen erreicht, was Außenstehende ertragen konnten.“

Im Oktober 1944 stellt Kolff die Versuche ein. Und nun, ein knappes Jahr später, ist diese Trommelniere die letzte Hoffnung einer 68-Jährigen mit akutem Nierenversagen. Kolff hat sich anfangs dagegen gesperrt, die Versuche wieder aufzunehmen. Doch Noordwijk hat ihn überredet. Die Patientin ist ihm von einem befreundeten Arzt überstellt worden und ihnen bleibt keine Wahl, als es zu versuchen oder ihrem Sterben zuzusehen.

„Ich muss dir noch was sagen Willem“, druckst Noordwijk herum, als sie beinahe den Fahrstuhl erreicht haben. „Die Frau, um die es geht, Sophia Maria Schafstaat …“ „Ja?“, fragt Kolff. „… na ja, sie sitzt eigentlich in Haft für Kollaboration mit den Deutschen.“

Kolff bleibt stehen und schaut seinen Assistenten an. Der verzieht das Gesicht und knetet die Hände. „Ich hätte es eher sagen müssen. Ich … Bitte entschuldige, aber...“

„Mein lieber Bob“, unterbricht ihn Kolff, „was bringt dich dazu zu glauben, das würde mich interessieren? Dort ist eine Frau, die mit dem Tod ringt und vielleicht, ganz vielleicht können wir ihr helfen. Nichts anderes spielt eine Rolle. Das ist es, was wir Ärzte geschworen haben und was die Pflicht eines jeden Menschen sein sollte.“ Er wendet sich ab und schiebt das Wägelchen mit der Trommelniere weiter.

Sophia Maria Schafstaat ist der erste Mensch, der durch eine Dialysebehandlung tatsächlich gerettet wird. Am 11. September ist sie über 11 Stunden mit der Trommelniere verbunden. Ihre eigene Niere erholt sich schnell. Ihre Funktionen normalisieren sich, sie beginnt, endlich wieder Urin zu produzieren und die harnpflichtigen Stoffe ohne externe Hilfe aus dem Blut zu waschen. Bald darauf gilt Sophia Maria Schafstaat als geheilt. Als die alte Frau jedoch in die Haftanstalt zurückgeschickt werden soll, weigert sich Kolff, sie zu entlassen. „Er habe sie nicht geheilt, damit sie ihm jetzt im Gefängnis sterbe“, sagt er. Die dankbare Frau bleibt bis Ende des Jahres bei Kolff im Krankenhaus und stirbt erst Jahre später, 1958. Kolff selbst lebt bis 2009. 2013 wird ihm und seiner Frau Janke von der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem die Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern“ verliehen. Laut aktueller Forschung hat Kolff mehr als 1.200 Menschen durch falsche ärztliche Zeugnisse geholfen, der Verfolgung oder Zwangsdiensten zu entgehen. Zu diesen Geretteten kommt sein Anteil an den Millionen Menschenleben, die seit dem 11.09.1945 durch die Dialyse gerettet wurden. Aber wir sind noch nicht ganz am Ende unserer Geschichte. Die Dialyse wurde seither immer effektiver, einfacher und verträglicher.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Es gab immer noch Probleme mit dem Gefäßzugang. Dort gibt's dann einige Entwicklungen, die man im Laufe der nächsten Jahrzehnte gelöst hat. Und vor allen Dingen damit, genug Dialysatoren herzustellen. Anfangs haben die Patienten, die wir hier in Deutschland als Heimdialysepatienten praktisch trainiert haben, die die Behandlung selbst durchführten, ihre Dialysatoren noch selber aufgebaut. Das kann man sich eigentlich gar nicht mehr so richtig vorstellen, wenn man heute die industrielle Fertigung sieht und sieht wie günstig ein Dialysator und wie perfekt das Verfahren gewesen ist. Ich habe noch angefangen, da haben viele Patienten gegen Ende der Dialyse Fieber entwickelt; die haben gezittert, die haben eine Entzündungsreaktion gehabt. Und ich konnte wissenschaftlich mit daran arbeiten, unser Dialysat sauber zu machen und diese Entzündungsreaktion bei den Patienten deutlich zurückzudrängen. Das war eine ganz spannende Entwicklung. Und heute ist ein kleiner Filter im Dialysat und keiner denkt mehr daran wie das früher lief, als Bakterienprodukte im Dialysat praktisch Fieber beim Patienten auslösten. Auch für mich eigentlich die größte Errungenschaft in meinem Berufsleben, das war Erythropoetin.“

Ulrich Noethen - Erythropoetin beziehungsweise EPO ist in den letzten Jahren vor allem als Dopingmittel bekannt geworden. Erythropoetin ist ein Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt. Normalerweise werden 80 Prozent des benötigten Erythropoetins in der Niere gebildet. Wenn die Niere nicht richtig funktioniert, fehlt es, und die Patienten leiden an Blutarmut, Anämie, fühlen sich müde und sind körperlich und geistig nicht mehr leistungsfähig. Daran konnte auch die Dialyse lange Zeit nichts ändern und die Patienten mussten zusätzliche Bluttransfusionen erhalten. EPO wurde 1977 erstmals in winzigen Mengen in Reinform aus menschlichem Urin gewonnen. Mitte der 80er Jahre gelang es, das Hormon in gentechnisch modifizierten Bakterien und Säugetierzellen zu produzieren und für den medizinischen Einsatz nutzbar zu machen.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Und ich habe in meiner ersten Assistenzzeit erlebt, wie, praktisch Erythropoetin und die Nachfolgepräparate die Dialyse erobert haben, und dass die Patienten alle unbedingt an Studien teilnehmen wollen, weil sich das herumgesprochen hat. Und die Lebensqualität hat sich enorm verbessert. Der Patient hat richtig gespürt, wie es ihm besser ging. Das war ein Riesenerfolg und hat uns alle, ja, wirklich mitgerissen.“

Ulrich Noethen - Eine interessante Entwicklung ist auch die Bauchfelldialyse.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Das machen in Deutschland nur ganz wenige Patienten und das ist eigentlich schade. Weil da gibt es einen Katheter in den Bauchraum und die Dialyse läuft praktisch im Körper selber, in der Bauchhöhle. Und die Dialysemembran ist damit das Bauchfell. Und das hört sich jetzt fast unglaublich an, aber es geht prima. Der Patient lässt praktisch zwei Liter in seinen Bauchraum über den Katheter laufen, das bleibt dann ein paar Stunden drin und dann wird die Flüssigkeit ablaufen gelassen und ersetzt. Vorteil – der Patient braucht in kein Zentrum und er kann das alleine machen. Das heißt, er behält seine Unabhängigkeit, ist auch wenig Kreislauf belastend. Er muss sich auch weniger an Diäten halten und er übernimmt damit gewissermaßen Verantwortung für seine eigene Behandlung.“

Ulrich Noethen - Der größte Fortschritt nach der Dialyse in der Nephrologie war ganz sicher die Nierentransplantation, die ab den 60er Jahren unzähligen Patienten ein fast normales Weiterleben ermöglichte. Aber das ist eigentlich eine eigene Episode wert. Auch wenn die Transplantation heute in vielen Fällen das Mittel der Wahl ist, bleibt die Dialyse für Hunderttausende von Menschen überlebenswichtig. Sei es, um die oft jahrelange Wartezeit auf ein Spenderorgan durchzustehen oder um die Folgen eines akuten Nierenversagen zu begrenzen. Die Entwicklung jedenfalls geht weiter.

Prof. Dr. Marion Haubitz - „Ja, es gibt eine ganze Menge Entwicklungen in der Nephrologie. Die erste, vielleicht wichtigste, ist, wir haben neue Diabetesmedikamente, die mittlerweile auch bei Herzinsuffizienz erfolgreich sind, bei anderen Nierenerkrankungen wahrscheinlich erfolgreich sind und die gerade für ältere Patienten die Dialyse so weit hinausschieben können, dass der Patient vorher eher an einer anderen Geschichte oder an allgemeiner Schwäche stirbt als an der Niere. Das zweite ist, es gibt Entwicklungen hin zur tragbaren Niere oder der „Kleinen Niere für Zuhause“ oder „die Handtasche“, wenn man das mal so sagt. Es gibt natürlich auch die Idee eine Tierniere zu nehmen, aber ich glaube gerade Covid hat uns hier gezeigt, wo auch da Probleme liegen können. Denn damit könnte man eventuell auch andere Erreger transplantieren, die wir sicher nicht im Menschen haben wollen. Und dann gibt es natürlich die Vorstellung, dass man eine Niere nachwachsen lassen kann. Ist aber ein recht kompliziertes Organ, muss man sagen, aus verschiedenen Zellen. Aber auch da gibt es erste Erfolge und ich denke, wenn Sie so eine Sendung vielleicht in 20, 30 Jahren machen, dann wird man sagen – ‚Ach diese komischen Dialysemaschinen, heute braucht man die nicht mehr.‘ Man kann ja schon mal die Serie „Enterprise“ sehen, wo McCoy da jemandem eine Pille gibt und sagt, „so was Antiquiertes.“ Das hoffe ich mir natürlich für die Zukunft. Aber unser zurzeit wichtigstes Projekt ist, die Dialyse zu verhindern. Und ich bin mal sehr gespannt, was hier die Zukunft bringen wird; ich bin aber sehr optimistisch. Wenn man mal zurückblickt, was wir vor 20 Jahren konnten und was wir jetzt können, dann haben wir doch viel gewonnen.“

Ulrich Noethen - Eines Tages wird die Dialyse vielleicht so überflüssig sein wie die eiserne Lunge, doch bis dahin wird sie noch viele Leben retten. Und wir alle können unseren Beitrag leisten, unsere eigenen Nieren zu schützen, durch eine gesunde Lebensweise, regelmäßige Untersuchungen und vielleicht auch, indem wir dem, was wir normalerweise möglichst schnell die Kanalisation hinunterspülen, ab und zu ein bisschen Aufmerksamkeit widmen und es auf Schaum und Nieren prüfen.

Ich danke Ihnen allen fürs Zuhören. Und ganz besonders bedanke ich mich bei Professor Prof. Dr. Marion Haubitz für Ihre Zeit und ihre freundliche Unterstützung. Ich würde mich freuen, wenn Sie, wenn ihr, wenn du auch bei unserer nächsten Zeitreise dabei wärt. Dann geht es um den Kampf gegen das HI-Virus und AIDS.

Bis bald also bei „Siege der Medizin“. Bleiben Sie gesund und neugierig. Ihr Ulrich Noethen.

Brandvoice - Siege der Medizin – ein Podcast von gesundheit-hören.de und der Apotheken Umschau

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Executive Producers Dr. Dennis Ballwieser und Peter Glück – Faktencheck Dr. Martin Allwang – Autoren Lutz Neumann, Volker Strübing – Interviews Simone Terbrack, Lutz Neumann – Musik Johannes Kornelius – Produktion Philipp Klauer – Recherche und Unterstützung Carsten Weichelt, Elena Urban, Alexander Weller – Projektleitung Sven Rühlicke, Ruben Schulze-Fröhlich – Produziert von den Wake Word Studios in München.

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Dieser Podcast dreht sich um die größten Erfolge der Medizinforschung – spannend erzählt von Schauspieler Ulrich Noethen. Neben Expertinnen und Experten lässt Noethen die Geschichte selbst zu Wort kommen. Reisen Sie mit uns durch die aufregende Geschichte der Medizin und genießen Sie ein ganz besonderes Hörerlebnis.

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Zum Erzähler

Der Theater- und Filmschauspieler Ulrich Noethen ist eine feste Größe in der deutschen Schauspielkunst. Bekannt ist er unter anderem aus Kinofilmen wie „Das Sams“ oder „Das fliegende Klassenzimmer“. In der deutschen Fernsehserie „Charité“ spielte er den Chirurgen Ferdinand Sauerbruch. Für seine schauspielerischen Leistungen wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2006 mit der „Goldenen Kamera“.

Chefredakteur Dr. Dennis Ballwieser über den Podcast "Siege der Medizin"

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