Abseits von der Arbeit in einer Praxis oder in einem Krankenhaus – welche Möglichkeiten bieten sich mit einem Medizinstudium eigentlich noch? Diese Frage hat sich zumindest Yvonne-Beatrice Böhler gestellt. Sie hat Medizin studiert und dann einen sehr ungewöhnlichen und vor allem sehr abwechslungsreichen Karriereweg eingeschlagen. Heute ist sie Professorin für Pharmamanagement an einer Hochschule. Wie mutig sie dafür sein musste und warum ihr ein Mann dabei geholfen hat, hört ihr in dieser Folge.

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Lieber Lesen als Hören? Das Gespräch in Schriftform

„Welche Möglichkeiten bieten sich mir mit einem Medizinstudium eigentlich noch? Abseits von der Arbeit in einer Praxis oder in einem Krankenhaus. Diese Frage hat sich Professorin Yvonne-Beatrice Böhler gestellt, die in dieser Folge meines Podcasts zu Gast ist. Sie hat Medizin studiert und dann einen sehr ungewöhnlichen und vor allem auch sehr abwechslungsreichen Karriereweg eingeschlagen. Und genau darüber will ich gerne mit ihr sprechen. Ich bin Julia Rotherbl, Chefredakteurin der Apotheken Umschau und freue mich sehr, dass ihr diese Folge meines Podcasts „Frau Doktor, übernehmen Sie!“ anhört. Viel Spaß dabei.

Hallo. Ich habe gehört, dass wir uns duzen dürfen. Finde ich super.

Yvonne-Beatrice Böhler:
Sehr gern.

Julia Rotherbl:
Ich bin Julia.

Yvonne-Beatrice Böhler:
Hallo. Ja. Yvonne.

Julia Rotherbl:
Yvonne, wir starten in diesen Podcast mit einem kleinen Spiel. Und dazu würde ich jetzt die Anja in unser Gespräch mit dazu holen. Hi Anja.

Anja Kopf:
Hallo.

Yvonne-Beatrice Böhler:
Hallo.

Julia Rotherbl:
Anja kennst du ja schon aus dem Vorgespräch. Anja ist Redakteurin dieses Podcasts. Und jetzt schlüpft sie kurz in die Rolle der Spieleleiterin und erklärt uns, was wir gleich machen dürfen.

Anja Kopf:
Ganz genau. Also wahrscheinlich alle die, die diesen Podcast jetzt schon ein bisschen länger hören, die wissen, das - unserer Gästin erkläre ich's jetzt trotzdem nochmal sehr gerne, was wir hier machen. Es gibt Sätze, Satzanfänge, die ich jetzt nacheinander vorlese und die weder jetzt die Gästin noch Julia kennen. Das heißt also, ihr beide dürft sehr spontan aus dem Bauch heraus diese Sätze vervollständigen. In den Sätzen geht es um Frauenkarrieren, Frauen in der Medizin, Frauen in Führungsspitzen et cetera. Also das heißt, in der Hinsicht darfst du dann auch gerne antworten, Yvonne bzw. auch du, Julia. Wie gesagt, Spontanität ist hier Trumpf. Damit haben wir bisher die besten Antworten rausbekommen. Ihr dürft natürlich auch kurz überlegen und die Gästin darf starten und ich würde den ersten Satz vorlesen. Einen Moment. Genau. Für dich, Yvonne. Meine geheime Superkraft im Job ist…

Yvonne-Beatrice Böhler:
... motivieren zu können und mutig zu sein.

Julia Rotherbl:
Den Punkt Mut, den greif ich auch gleich noch in der Frage auf.

Anja Kopf:
Gut, für dich Julia. Als Ausgleich zur geistigen Arbeit brauche ich…

Julia Rotherbl:
... Zeit ohne Bildschirm.

Anja Kopf:
Was heutzutage wahrscheinlich gar nicht so einfach ist.

Julia Rotherbl:
Also Fernsehschauen kommt für mich nicht in Frage in meiner Freizeit. Ich will nicht nochmal vor irgendeiner Kiste sitzen, in die ich reinschauen muss.

Anja Kopf:
Yvonne nickt nachdrücklich.

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja, freie Bildschirmzeit ist, denke ich, ein großer Luxus in unserer Zeit, aber total wichtig, um auch mal abzuschalten und vom Gerät wegzukommen.

Julia Rotherbl:
Klappt auch nicht konsequent. Aber manchmal zumindest.

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja.

Anja Kopf:
Genau. Yvonne, ich weiß aus dem Vorgespräch, dass du zwei Kinder hast. Deswegen ist der nächste Satz für dich „Der morgen mit zwei Kindern ist…

Yvonne-Beatrice Böhler:
... wunderschön und eine Herausforderung.

Anja Kopf :
Worin besteht die Herausforderung?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja, ganz trivial alle in ihre Anziehsachen zu kriegen, dafür zu sorgen, dass jeder ein Frühstück bekommt und dann auch noch pünktlich aus dem Haus zu kommen.

Julia Rotherbl:
Ja, ich hab nur ein Kind, aber finde auch, manche Morgen sind tatsächlich eine Herausforderung. Und ich würde noch ergänzen „... und dabei immer noch irgendwie gut gelaunt zu bleiben und nicht genervt irgendwie zu reagieren.“

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja, da nicke ich!

Anja Kopf:
Ich komme zum Thema Führung. Julia, „Meine Führungsposition schätze ich, weil…“

Julia Rotherbl:
...weil ich jetzt Dinge verändern kann, die mir vorher vielleicht nicht gefallen haben. Was natürlich auch die Verantwortung mit sich bringt, dass man jetzt nicht mehr auf irgendjemanden zeigen kann und sagen kann, das läuft schlecht wegen dem oder derjenigen, sondern dann man ist selber die Person, auf die man zeigen muss.

Anja Kopf:
Hat also seine guten und schlechten Seiten.

Julia Rotherbl:
Ja.

Anja Kopf:
Um beim Thema Führung zu bleiben, der letzte Satz, Yvonne, den ich für dich rausgesucht habe „Meine Führungsposition würde ich abgeben für…

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja schwierig, schwierig. Weil ich das, was ich tue, unheimlich gerne mache und das als großes Privileg empfinde, was ich tun darf und deswegen würde ich es ganz ungern abgeben und – naja, vielleicht würde ich einen Teil davon abgeben für ein wenig mehr Freizeit, mehr Zeit mit meinen Kindern, solche Dinge. Aber ich würde ungerne wirklich davon abkommen.

Anja Kopf:
Mhm. Genau das Thema Führung, darum geht's ja jetzt auch. Du hast ja auch selber eine Führungsposition inne. Damit leite ich dann auch über direkt in euer Gespräch, sage vielen Dank, dass ihr bei dem Spiel mitgemacht habt.

Yvonne-Beatrice Böhler:
Danke auch.

Anja Kopf:
Und – genau – ich werde jetzt wieder dem Regiestuhl in die Hand nehmen, mich da drauf setzen und eurem Gespräch lauschen.

Julia Rotherbl:
Danke Anja.

Kapitel 1: Karriereweg: Mut im Gepäck schadet nicht

Julia Rotherbl:
Gut. Ich hatte ja vorher schon angekündigt, dass ich zu dem Begriff „mutig“ gerne kommen würde. Tatsächlich ist der Begriff Mut eines der ersten Wörter gewesen, die mir in den Sinn gekommen sind, als ich mir deinen Lebenslauf angeguckt habe, in Vorbereitung auf diesen Podcast. Ich würde ihn gerne für unsere Hörerinnen einmal kurz zusammenfassen. Also, du hast Medizin studiert, dann aber nur ganz kurz die Facharztausbildung begonnen und bist dann zu einem Pharmaunternehmen gewechselt, von dort in die Forschung. Und jetzt bist du in der Lehre angekommen. Du bist Professorin für das Fachgebiet Pharmamanagement für Pharmazeutische Chemie an der Technischen Hochschule Köln und du hast auch zwischendurch noch ein Studium „Business Administration“ absolviert. Also, du hast ganz viele unterschiedliche Dinge gewagt. Woher hast du diesen Mut genommen?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ich bin, glaube ich, von Hause aus neugierig und Life Long Learning ist für mich etwas, wo ich einfach nicht stehen bleibe, sondern mich weiterentwickeln mag und da auch wirklich ehrlich zu mir selber sein möchte. Also, mein Weg hat auch so ein paar vielleicht überraschende Wendungen, weil ich gemerkt habe, dass gewisse Dinge vielleicht noch ausbaufähig sind und ich dann noch Potenzial habe, was ich vielleicht noch heben könnte. Und das hat dann zu so beruflichen Entscheidungen geführt, wie beispielsweise damals ins IQWIG zu gehen.

Julia Rotherbl:
Zur Erklärung: IQWIG ist die Abkürzung für Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen und untersucht den Nutzen und Schaden medizinischer Maßnahmen.

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja.

Julia Rotherbl:
Und von dort bist du ja dann nochmal ganz woanders hin gewechselt und zwar in die Hochschullehre. Und dazu habe ich eine lustige Geschichte gehört. Angeblich ist das alles ganz spontan passiert. Dein Mann hat eine Stellenanzeige gesehen und gemeint, du solltest dich mal drauf bewerben. Stimmt diese Geschichte?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ganz genau. Also mein Mann hat... Ich war damals beim IQWIG, hatte meinen MBA gemacht und mein Mann schlug die Zeitung auf und las eine Stellenanzeige für eine Fachhochschulprofessur und sagte zu mir „Ach, das könnte doch was für dich sein“ und das habe ich dann bejaht und hab mich einfach mal beworben. Und das war im Nachhinein etwas, was meine Freunde auch sehr treffend kommentiert haben. Als ich dann den Ruf hatte und wir ein bisschen gefeiert haben, war die Aussage „Das passt so zu dir, dass du dich dann einfach mal beworben hast, mal geguckt hast, was da passiert.“ Dass das dann so geworden ist, ist für mich ein großes Glück gewesen.

Julia Rotherbl:
Ist denn dieses mutig sein, Chancen ergreifen auch einfach intuitiv was auszuprobieren, ist es das, was du auch jungen Frauen, die noch am Anfang stehen, empfehlen würdest für den Karriereweg?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Auf jeden Fall. Also ich denke, ein bisschen Mut im Gepäck zu haben, schadet nicht. Es sollte natürlich auch immer noch ein bisschen Besonnenheit dabei sein und vor allen Dingen, dass man ja so die eigenen Stärken und Schwächen reflektiert und dann vielleicht auch mal mutig ist zu gucken, wie kann ich denn so eine Schwäche vielleicht begegnen. Oder da mich weiterentwickeln. Und das muss nicht immer ein Jobwechsel sein. Das kann ja auch im aktuellen Job eine Herausforderung sein, die man dann sucht.

Julia Rotherbl:
Warst du denn mal zu mutig? Weil du jetzt grad angesprochen hast, man sollte es mit Besonnenheit trotz allem angehen?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Da muss ich kurz überlegen. Ich glaube, dieser Schritt damals in die Fachhochschulprofessur, das war nicht zu mutig, aber es war schon ein bisschen tollkühn, weil ich nämlich damals, als ich das erste Berufungsverfahren durchlaufen habe, hochschwanger war und mein zweites Berufungsverfahren tatsächlich mit einem ganz kleinen Baby gemacht hab. Und das war im Nachhinein schon eine große Anstrengung und hat irgendwie vieles nicht leichter gemacht. Es war aber dann... Das hat sich so herauskristallisiert - deswegen würde ich auch nicht sagen zu mutig - dass das schon ein guter Zeitpunkt war und sich das alles handlen ließ.

Kapitel 2: Führung kann man lernen

Julia Rotherbl:
Wie wichtig waren denn auf deinem Karriereweg Menschen, die dich gefördert haben?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Unheimlich wichtig. Also ich hatte das große Glück, wirklich wunderbare Mentor_innen zu haben. Das war in der pharmazeutischen Industrie ein Mann, der mich da sehr gefördert hat. Und zwar in dem Sinne, dass ich unheimlich viel lernen durfte über Fortbildungen, Weiterbildungen, darüber, dass man mir was zugetraut hat. Der Vertrauen in mich gesetzt hat, aber auch wirklich nochmal meine Skills erweitert hat, auf eine wirklich sehr umfassende Art und Weise. Und dann hatte ich primär eine Mentorin in meinem nächsten Karriereabschnitt, und da durfte ich ganz viel über Führung lernen, und gerade auch vielleicht ein Stück weit über weibliche Führung. Das hat mir dann sehr geholfen, mich da auch weiterzuentwickeln.

Julia Roherbl:
Ja, du hast dich mit dem Thema Führung generell sehr intensiv beschäftigt. Vielleicht eine Zwischenfrage. Wie, würdest du sagen, unterscheidet sich die Führung von Männern und Frauen?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja, also ich glaube, dass es gar nicht so sehr um den Unterschied zwischen Männern und Frauen geht. Tatsächlich. Sondern ich glaube, dass es bestimmte Eigenschaften, Verhaltensweisen gibt, die Führung zu einer guten machen oder eben zu einer nicht so guten. Und ich denke, dass Frauen und Männer diese Eigenschaften durchaus beide vereinen können. Was mir da ganz wichtig ist, ich glaube, dass man Menschen mögen sollte, um gut zu führen, dass man eine Form von Empathie auch ausstrahlen sollte. Und ganz wichtig Vertrauen schenken muss man lernen. Aber es ist ja wichtig, ja, und ich glaube, Führung kann man lernen. Also auf jeden Fall. Ich glaube nicht, dass man mit diesen Eigenschaften geboren wird. Sondern ich denke, dass das was ist, wo man sich rein entwickeln kann und das musste ich auch. Und da passieren immer noch Fehler. Und dann finde ich, muss man irgendwie milde mit sich sein, reflektieren und weitermachen.

Kapitel 3: Wie versuchst du, die gläserne Decke dünner zu machen?

Julia Rotherbl:
Ich würde gern zum Thema „Gläserne Decke“ kommen. Ich weiß dass du im Vorgespräch gesagt hast, du hast diese gläserne Decke nie so wirklich gespürt oder berührt. Aber gab es wirklich keinen Punkt in deiner Laufbahn wo du sagst „Okay, da hatte mein Geschlecht was damit zu tun, dass ich hier nicht weitergekommen bin“?

Yvonne-Beatrice Böhler:
In der Tat wirklich nicht. Nun hab ich mich aber auch oft in Kontexten bewegt, wo einfach viele Frauen auch mitgearbeitet haben und ihre Positionen hatten und deswegen glaube ich, hab ich das so nicht wahrgenommen. Was man aber sagen kann, ist, dass ich, wenn ich so das Gefühl hatte, vielleicht komme ich - auch was jetzt Führungsverantwortung angeht - nicht so richtig weiter, dass ich ja auch durchaus öfter mal den Job gewechselt habe. Und ja, das ist dann auch eine Form von Begegnung dessen. Ich weiß aber durchaus, dass es sowas wie die gläserne Decke gibt und dass das in anderen Bereichen auch durchaus eine große Rolle spielt.

Julia Rotherbl:
Also, du hast ja auch in der Industrie gearbeitet. Dort sind die Zahlen auch nicht brillant, aber immerhin glaub ich nicht ganz so schlecht wie zum Beispiel in der Klinik oder Krankenhauslandschaft. Das erkennen aber immer mehr Unternehmen, dass man was tun muss. Wie ist es denn für dich als Professorin? Versuchst du speziell auch Studentinnen zu fördern, zu pushen, also diese gläserne Decke ein bisschen dünner zu machen?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja, also das ist mir ein großes Anliegen. Das ist auch der Grund, warum ich meinen Beruf so sehr liebe. Weil ich mit jungen Erwachsenen arbeiten darf. Also ich hab das große Glück, dass mein Fachgebiet auch so Inhalte wie Management beinhaltet. Also, ich bin auch so ein bisschen für die Persönlichkeitsbildung teilweise in meinen Modulen zuständig. Und ja, genieße das auch sehr, das machen zu dürfen. Also, sei es Rollenspiele zu Führungssituationen, sei es irgendwelche Gruppendiskussionen auch in englischer Sprache zu bestimmten Arbeitsthemen, wo man dann einfach versucht, mit verschiedenen Rollen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Einfach die Möglichkeit, sich in solchen Situationen zu reflektieren, zu bewähren und dadurch auch mehr zu erkennen. Was ist denn eigentlich meine Authentizität? Wer bin ich denn eigentlich und wie möchte ich mich der Welt präsentieren?

Julia Rotherbl:
Hast du denn das Gefühl, dass bei dieser neuen Berufsgeneration das Thema Gläserne Decke überhaupt eine große Rolle spielt aktuell?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Also, wenn ich mir die Generation so anschaue, so wie ich sie kennenlernen darf - das ist natürlich auch nur so ein Ausschnitt - dann glaube ich, dass das durchaus auch eine Leistungsbereitschaft da ist. Dass Gespür da ist für Gerechtigkeit, was für mich Geschlechtergerechtigkeit mit einschließt. Dass man schon im Studium sehr viel Erfahrung sammelt mit gemischten Teams. Das sind, glaube ich, alles so Erfahrungen, wenn man die dann mit ins Arbeitsleben nimmt, könnte das natürlich potentiell dazu führen, dass diese gläserne Decke so ein bisschen dünner wird.

Kapitel 4: Über Humor und das Finden der Berufung

Julia Rotherbl:
Du hast in einem Zeitungsartikel gesagt, dass für dich Humor wichtig ist, wenn es um Führung geht. Das fand ich total spannend. Hatte ich jetzt nur noch nicht gelesen und wollte dich jetzt gerne fragen, welche Situation du zuletzt mit Humor gut gemeistert hast? Im beruflichen Kontext. Nicht am Morgen mit zwei Kindern!

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja, da hilft Humor dann auch manchmal.

Julia Rotherbl:
Da braucht man auch manchmal Humor.

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja, also das ist natürlich ganz häufig Situationskomik. Und es ist definitiv dünnes Eis. Ich finde, Humor ist eine wichtige Eigenschaft, um ein bisschen entwaffnend zu sein. Um aber auch, ja, Sympathie mit dem Gegenüber zu spiegeln und das zum Ausdruck zu bringen. Ich glaube, dass das...

Julia Rotherbl:
Nimmt auch die Distanz weg, oder?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja. Ich glaube, dass das ein Türöffner sein kann. Und es ist aber sicherlich etwas, was man mit Vorsicht genießen sollte, weil es natürlich grad im beruflichen Kontext auch - wie ich sagte dünnes Eis - ist. Nichtsdestotrotz halte ich es immer noch für etwas, was durchaus seinen Platz haben sollte.

Julia Rotherbl:
Gut, dann komme ich zur allerletzten Frage in diesem Podcast, die sich so ein bisschen anschließt an die erste, wo wir ja quasi deinen Lebenslauf kurz skizziert haben. Wie lange glaubst du, wirst du noch dort sein, wo du jetzt bist?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ich glaube viele, viele Jahre.

Julia Rotherbl:
Du bist angekommen?

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ich bin in der Tat ein Stück weit angekommen. Ja. Weil das auch so ein Dreiklang ist. Also Lehre, Forschung, Selbstverwaltung. Das hat auch eine Vielfalt und möchte das nicht mehr missen. Und deswegen glaube ich, dass das noch viele Jahre sein werden und ich mir glaube ich andere Gebiete nochmal erarbeiten möchte, wo es wieder Mut erfordert. Aber nicht unbedingt Mut mit einem Jobwechsel.

Julia Rotherbl:
Ich sag vielen, vielen Dank, dass du in diesem Podcast zu Gast warst. Es war ein tolles Gespräch. Es hat mir viel Spaß gemacht. Dankeschön.

Yvonne-Beatrice Böhler:
Ja, fand ich auch. Sehr gerne. Vielen Dank.

Julia Rotherbl:
Und zum Abschluss ein kleiner Tipp für all unsere Zuhörerinnen. Yvonne ist Mitglied bei den „Healthcare Frauen“, einem Netzwerk für weibliche Führungskräfte im Gesundheitswesen. Darauf wollen wir unter anderem deshalb hinweisen, weil wir in vielen Folgen dieses Podcasts schon gehört haben. Wie wichtig Netzwerken gerade auch für Frauen in der Medizin und in der Wissenschaft ist. Alle Infos zu Healthcare Frauen e.V. findet Ihr bei uns in den Shownotes dieser Folge. Alle unsere Folgen wiederum findet ihr auf Apple Podcasts, Spotify oder in eurer Lieblings Podcast-App. Wir erscheinen alle 14 Tage immer montags.“

Redaktion: Julia Rotherbl, Anja Kopf

Schnitt und Post-Produktion: Julia Rotherbl, Yves Seissler, Anja Kopf

Darum geht es in „Frau Doktor, übernehmen Sie!“

Über 60% der Medizinstudierenden in Deutschland sind weiblich. Doch nur etwa jede zehnte Führungsposition in der Medizinbranche ist von einer Frau besetzt. Wie können es Frauen trotzdem ganz nach oben schaffen? Das möchte Julia Rotherbl, Chefredakteurin der "Apotheken Umschau", herausfinden. Zusammen mit Frauen, die von ihrem persönlichen Karriereweg erzählen.

Habt Ihr Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibt uns gerne eine Mail an redaktion@gesundheit-hoeren.de

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Frau Doktor, übernehmen Sie! | Über Frauenkarrieren in der Medizin

Der Weg von der Medizinstudentin zur Chefärztin ist für Viele immer noch kein leichter. In diesem Podcast erzählen Frauen aus der Medizin von ihrem Karriereweg