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Parodontitis

Dieser Text informiert in Einfacher Sprache zum Thema: Parodontitis.

30.10.2020

Was ist eine Parodontitis?

Eine Parodontitis ist eine Erkrankung am Zahn. Dabei löst sich die Verbindung zwischen Zahn und Zahnfleisch. Diese Verbindung heißt: Zahnhalte-Apparat. Der Zahnhalte-Apparat verbindet die Zähne mit dem Kieferknochen. Er besteht aus:

  • Bindegewebe
  • Zahnfleisch
  • Teilen des Kieferknochens
Aufbau eines Zahnes

Bei einer Parodontitis erkrankt also der Zahnhalte-Apparat. Bakterien verursachen die Zahnkrankheit.

Was passiert bei einer Parodontitis?

Im Zahnbelag sind verschiedene Bakterien. Die Bakterien vermehren sich. Einige dieser Bakterien scheiden Säuren und Giftstoffe aus. Die Säuren und Giftstoffe greifen das Zahnfleisch an. Deshalb entzündet sich das Zahnfleisch. Es schwillt an. So entsteht ein Zwischenraum zwischen dem Zahn und dem Zahnfleisch. Der Arzt nennt diesen Zwischenraum: Zahnfleisch-Tasche.

In der Zahnfleisch-Tasche können Bakterien unter idealen Bedingungen leben. Aber der Körper reagiert mit seinem Abwehrsystem auf die Bakterien. Der Körper aktiviert dann nämlich bestimmte Zellen. Diese Zellen können den Kieferknochen abbauen. Die Zellen zerstören also den Zahnhalte-Apparat und den eigenen Knochen. Dadurch tritt der Zahn immer weiter aus dem Zahnfleisch hervor. Die Zähne sehen dann länger aus.

Bei einer Parodontitis fehlt das Gewebe im Zahn-Zwischenraum. Deshalb kann man zwischen den Zähnen dunkle Dreiecke sehen. Wird die Parodontitis nicht behandelt? Dann kann sich der Zahn lockern und vielleicht ausfallen.

Woran können Sie eine Parodontitis erkennen?

Betroffene bemerken eine Parodontitis oft lange Zeit nicht.

An diesen Anzeichen können Sie eine Parodontitis erkennen:

  • Ihr Zahnfleisch blutet beim Zähneputzen oder beim Beißen in einen Apfel? Dann kann das ein Anzeichen für eine beginnende Parodontitis sein.
  • Das Zahnfleisch ist gerötet oder geschwollen.
  • Das Zahnfleisch bildet sich zurück. Deshalb werden die Zahnhälse freigelegt. Die Zähne sehen dann oft länger aus.
  • Die Zähne reagieren empfindlich auf Wärme und Kälte.
  • Mundgeruch.
 Parodontose Schematische Darstellung

Die Zähne können sich manchmal lockern. Das passiert aber oft erst bei einer schweren Parodontitis.

Info: Eine Parodontitis tritt meist im Mund auf. Die Bakterien können sich aber auch im Körper verbreiten. Betroffene Personen haben dann vielleicht Entzündungen im Körper. Die Entzündung am Zahn kann schlimmer werden und es kann zu weiteren Erkrankungen kommen.

Anzeichen für eine schwere Parodontitis sind zum Beispiel:

  • eine Kieferklemme. Betroffenen fällt es dann schwer den Mund zu öffnen.
  • Beschwerden beim Schlucken.
  • eine kloßige Sprache.
  • Schwellung im Gesicht oder am Hals.

Sie glauben: Ich habe vielleicht Parodontitis? Dann gehen Sie zum Zahnarzt. Der Zahnarzt untersucht Sie und gibt Ihnen alle wichtigen Informationen.

Was sind die Ursachen einer Parodontitis?

Die Ursachen einer Parodontitis sind zum Beispiel:

  • Schlechte Mundhygiene. Auf einem sauberen Zahn lagert sich in kurzer Zeit Speichel ab. Mit dem Speichel siedeln sich Bakterien an. So entsteht Zahnbelag. Der Zahnarzt sagt dazu auch: Plaque.
  • Übertragung. Eine Parodontitis kann ansteckend sein: Sie kann zum Beispiel durch gemeinsam benutztes Besteck übertragen werden.
  • Zahnstein. Der Körper wehrt sich gegen Krankheitserreger: Er umschließt die Erreger mit Kalk. So entsteht Zahnstein. Zahnstein hat eine raue Oberfläche. Auf dieser Oberfläche können sich Bakterien ansiedeln. Sie breiten sich dort besonders schnell aus.
  • Schwangerschaft. In der Schwangerschaft werden Hormone ausgeschüttet. Durch die Hormone wird das Zahnfleisch empfindlicher. Das Zähneputzen bereitet dann Schmerzen. Deshalb kann es bei Schwangeren zu einer mangelnden Mundhygiene kommen.
  • Veranlagung. Parodontitis kommt häufig innerhalb der Familie vor: Haben Ihre Eltern oder Geschwister eine Parodontitis? Dann können auch Sie eine Parodontitis bekommen.
  • Rauchen. Tabakrauch enthält Nikotin. Durch das Nikotin gelangt weniger Blut in das Zahnfleisch. Es kommen dann nur noch wenige Immunzellen in das Zahnfleisch. Deshalb kann der Körper die Bakterien nicht mehr abwehren.
  • Stoffwechselerkrankungen. Sie haben Diabetes oder eine rheumatische Erkrankung? Dann können Sie leichter eine Parodontitis bekommen.

Wie können Sie Parodontitis vermeiden?

Sie möchten eine Parodontitis vermeiden? Dann können Sie einige Dinge tun:

  • Putzen Sie mindestens zweimal am Tag Ihre Zähne. Die Zähne sind direkt nach dem Zähneputzen anfälliger für Bakterien. Deshalb sollten Sie erst eine halbe Stunde nach dem Essen die Zähne putzen.
  • Benutzen Sie regelmäßig Zahnseide und Zahnzwischenraum-Bürsten. Mit den Bürsten können Sie Zahnbelag aus den Zahnzwischenräumen leichter entfernen.
Anwendung der Zahnseide

Für die richtige Zahnpflege gibt es Techniken und Hilfsmittel. Ihr Zahnarzt gibt Ihnen alle wichtigen Informationen. Auch eine professionelle Zahnreinigung hält die Zähne länger sauber und gesund. Fragen Sie Ihren Zahnarzt danach. Ihre Krankenkasse bezahlt vielleicht einen Teil der Kosten für die professionelle Zahnreinigung.

Was können Sie noch tun?

  • Sie hatten eine Behandlung gegen Parodontitis? Dann gehen Sie regelmäßig zur Nachsorge-Untersuchung bei Ihrem Zahnarzt. Ohne regelmäßige Nachsorge kann es erneut zu Entzündungen kommen.
  • Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorge-Untersuchung bei Ihrem Zahnarzt. Dann kann der Arzt eine Parodontitis früh kennen.
  • Sie rauchen? Dann versuchen Sie mit dem Rauchen aufzuhören. Raucher haben ein höheres Risiko für eine Parodontitis.
  • Manche Erkrankungen erhöhen das Risiko für Parodontitis wie zum Beispiel Diabetes. Deshalb sollten Sie andere Erkrankungen wie Diabetes von Ihrem Arzt behandeln lassen.

Was können Sie gegen Parodontitis tun?

Eine Parodontitis kann gestoppt werden. Der Zahnarzt kann die Bakterien nämlich entfernen. Dafür reinigt der Zahnarzt die Zähne gründlich: Er entfernt zum Beispiel Beläge von den Zähnen. Bei der Behandlung bekommt der Patient eine örtliche Betäubung. So spürt der Patient die Behandlung nicht. Durch die Behandlung wächst das Zahnfleisch wieder eng an den Zahn.

Manchmal sind die Zahnfleisch-Taschen sehr tief. Oder die Entzündung im Zahnfleisch geht nicht zurück. Dann muss der Zahnarzt die betroffenen Stellen vielleicht operieren.

Wichtig: Eine gründliche Zahnpflege verhindert Zahnbelag. Den Zahnbelag am Zahnfleisch-Rand und zwischen den Zähnen können Sie nicht durch das Zähneputzen entfernen. Benutzen Sie dafür Zahnseide und Zahnzwischenraum-Bürsten. Auch Mundspüllösungen können bei der Zahnpflege helfen. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt. Der Zahnarzt sagt Ihnen: So pflegen Sie Ihre Zähne richtig.

Wo bekommen Sie noch mehr Informationen?

Sie wollen noch mehr über Parodontitis lesen? Mehr Informationen über Parodontitis finden Sie hier. Achtung: Dieser Link führt aus unserem Einfache-Sprache-Angebot heraus. Die Informationen sind dann nicht mehr in Einfacher Sprache.

Achtung: In diesem Text finden Sie nur allgemeine Informationen. Der Text ersetzt den Besuch beim Arzt nicht. Nur ein Arzt kann Ihnen genaue Informationen geben. Sie fühlen sich krank? Oder Sie haben Fragen zu einer Krankheit? Dann sollten Sie immer zum Arzt gehen.

Einfache Sprache Siegel

Die Texte haben wir zusammen mit der Forschungsstelle Leichte Sprache geschrieben. Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist an der Universität Hildesheim.