Wie wirkt Levothyroxin?

Es ersetzt das körpereigene Hormon Thyroxin. Das ist notwendig, wenn die Schilddrüse krankheitsbedingt oder nach einer operativen Entfernung zu wenig Thyroxin her­stellt. Das künstliche hergestellte Hormon wird von unserem Körper wie das eigene verwendet.

Die Schilddrüse schüttet Schilddrüsenhormone aus, die wichtig für den Stoffwech­sel sind. Sind zu wenig davon im Blut, schüttet das Gehirn ein Steuerhormon (TSH) aus, das die Schilddrüse zur Hormonabgabe anregt. So ist dafür gesorgt, dass immer die richtige Menge an Schild­drüsenhormonen im Blut ist. Der TSH­-Wert hilft dem Arzt, eine Fehlfunktion der Schild­drüse zu erkennen.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet. Der Wirkstoff Levo­thyroxin übernimmt im Körper die Funktion der eigenen Hormone. Der Hormonspiegel im Blut wird ergänzt. Sobald das Gehirn eine ausreichende Konzentration an Schilddrü­senhormonen im Blut misst, verringert es die Signale an die Schilddrüse und der TSH­ Spiegel normalisiert sich.

Wussten Sie, dass eine Kastanie etwa so viel wiegt wie die Schilddrüse eines gesunden Erwachsenen?

Bei Männern sind das etwa 25 Gramm, bei Frauen 18. Die kleine Drüse ist zuständig für viele hormongesteuerte Prozesse
im Körper – wie den Eiweißstoffwechsel.

Levothyroxin ist gut verträglich und hat bei richtiger Anwendung nur wenige Nebenwirkungen. Eine zu schnelle Steigerung oder eine zu hohe Dosis kann zu Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion führen. Zum Beispiel Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Gewichtsverlust und Durchfall. Kontaktieren sie bei Beschwerden Ihre hausärztliche Praxis. Allgemein werden die Werte bei Patientinnen und Patienten, die Schilddrüsenhormone einnehmen, in festen Abständen kontrolliert.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können vorkommen. Levothyroxin kann vor allem zu Beginn der Therapie die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika abschwächen. Verstärkt kann dagegen die Wirkung von Blutgerinnungshemmern sein. Außerdem wird Levothyroxin schlechter aufgenommen, wenn man es gleichzeitig mit alu- miniumhaltigen Magensäurehemmern nimmt. Alle bekannten Wechselwirkungen finden Sie in der Packungsbeilage.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Levothyroxin 30 Minuten vor dem Frühstück einnehmen. So ist sichergestellt, dass jeden Tag die exakt gleiche Menge im Körper ankommt; Nahrungsmittel oder andere Medikamente können die Dosis beeinflussen.
  • Manchmal muss die Dosis angepasst werden. Der Hormonbedarf hängt nämlich von verschiedenen Faktoren ab, wie Lebensalter oder Schwangerschaft.
  • Das Schilddrüsenhormon nur mit stillem Wasser einnehmen. Kaffee, sprudelndes Mineralwasser und kalziumhaltige Lebensmittel wie Milch können die Aufnahme des Arzneimittels im Körper senken.
  • Teilen Sie die Tablette nicht. Nur, wenn die Dosis nicht anders verabreicht werden kann. Nicht die 100-μg-Tablette teilen, um 50 μg einzunehmen.
  • Bei Schilddrüsenhormonen ist es wichtig, nicht zum Präparat eines anderen Herstellers zu wechseln. Auch, wenn es kostengünstiger wäre.

Quellen:

  • Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Sabine Menzel, Peter Ruth : Mutschler Arzneimittelwirkung , Pharmakologie, klinigsche Pharmakologie, Toxikologie.. In: Fachbuch 10. Auflage 2013, 0: 355-358