Eine angebrochene Packung Schmerztabletten und ein paar Pflaster: Die Hausapotheke fällt bei vielen jungen Erwachsenen recht spärlich aus – zumindest solange keine Kinder im Haushalt leben. Aber auch wenn es nicht täglich zum Einsatz kommt: Ein gut ausgestattetes Medizinschränkchen sollte jeder haben. Es kann bei kleineren und größeren Wehwehchen oder Notfällen eine wichtige Hilfe sein, vor allem wenn Arztpraxen und Apotheken längst geschlossen haben.

Vor Nässe und Wärme schützen

Übrigens: Die Hausapotheke sollte weder in der Küche, noch im Bad aufbewahrt werden. Feuchtigkeit und Wärme können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen.

Welche Mittel hinein gehören und was man nicht im Medizinkoffer aufbewahren sollte, erklärt Apotheker Maximilian Lernbecher aus Dachau im Quiz. Tippen Sie bitte bei folgenden 18 Gegenständen, ob sie in die Hausapotheke gehören:

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Verbandmaterial

Verbandmaterial (gehört rein)

„Neben Pflasterstrips zum Selberschneiden sollten in der Hausapotheke auch Mullbinden und sterile Kompressen sein“, sagt Apotheker Lernbecher, damit Wunden zu Hause sofort versorgt werden können. „Bei kleineren Verbrennungen helfen sterile Wundkompressen.“

Fieberthermometer

Fieberthermometer (gehört rein)

Ein Fieberthermometer gehört in jede Hausapotheke. Apotheker Lernbecher empfiehlt: „Wer es nicht häufig braucht, sollte die Batterie ab und zu überprüfen, damit sie im Ernstfall nicht leer ist.“ Nach dem Gebrauch kann das Thermometer mit Desinfektionsmittel gereinigt werden.

Angebrochene Medikamente

Angebrochene Medikamente (bleibt draußen)

Noch Nasenspray oder Hustensaft von der letzten Erkältung zu Hause? Weg damit! Angebrochene Arzneien gehören in den Restmüll. Das Gleiche gilt für Antibiotika, die nicht aufgebraucht wurden. Manche Apotheken nehmen die Reste entgegen und kümmern sich um die Entsorgung.

Natron

Natron (bleibt draußen)

Putzmittel, wie Natron oder Scheuersalz, haben in der Hausapotheke nichts zu suchen! Die Gefahr, solche Mittel mit Medikamenten zu verwechseln, ist zu hoch. Deswegen Putzmittel gesondert aufbewahren.

Wunddesinfektion

Wunddesinfektion (gehört rein)

Mittel, um Wunden zu desinfizieren, sind ein Muss in der Hausapotheke. „Jodsalben werden nur noch selten verwendet“, erklärt Lernbacher. „ Antiseptika mit Chlorhexidin sind farblos und brennen nicht so stark wie alkoholhaltige Mittel.“

Zeckenzange

Zeckenzange (gehört rein)

Nicht nur im Süden Deutschlands krabbeln sie umher, auch im Norden breiten sich Zecken aus. Deswegen ist eine Zeckenzange aus Stahl ein Muss in der Hausapotheke. „Auch kleine Zecken, sogenannte Nymphen, lassen sich damit leichter entfernen als mit einer Kunststoff-Pinzette.“

Angebrochene Augentropfen

Angebrochene Augentropfen (bleibt draußen)

Augentropfen sind nach Anbruch in der Regel nur vier Wochen haltbar. „Deswegen sollte man auf der Packung das Datum des Anbruchs vermerken“, so Lernbecher. In den Resten siedeln sich leicht Bakterien an. Darum sollte man die Tropfen entsorgen, wenn man sie nicht mehr benötigt.

Angebrochene Salbentöpfe

Angebrochene Salbentöpfe (bleibt draußen)

Egal ob Creme, Gel oder Salbe: Wer in der Apotheke eigens für ihn angefertigte Mittel bekommen hat, sollte diese – wenn sie nicht mehr gebraucht werden – in den Restmüll werfen. „Meistens sind die Salben nur zwei bis drei Wochen haltbar“, erklärt Lernbacher.

Beipackzettel

Beipackzettel (gehört rein)

Beipackzettel nach dem Lesen wieder so klein zu falten, dass sie in die Packung passen, ist fast unmöglich. Trotzdem sollte man die Zettel gut aufbewahren, denn sie enthalten wichtige Informationen zur Anwendung der Arzneimittel.

Durchfallmittel

Durchfallmittel (gehört rein)

„Wer zwei- bis dreimal hintereinander Durchfall hatte, kann ein Medikament mit dem Wirkstoff Loperamid einnehmen“, so Lernbecher. Hält der Durchfall aber länger als zwei Tage an oder kommen andere Symptome wie Fieber oder Kopfschmerzen hinzu, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Halstabletten

Halstabletten (gehört rein)

Wenn das Virus sich über die Nasen- und Mundschleimhaut im Körper ausbreitet, schmerzt häufig der Hals. „Tabletten lutschen lindert die Symptome“, so Lernbecher. Wer Herz-Rhythmus-Störungen oder Allergien hat, sollte Arzneien mit dem betäubenden Wirkstoff Lidocain meiden.

Tiermedikamente

Tiermedikamente (bleibt draußen)

Medikamente für Tiere haben in der Hausapotheke nichts zu suchen und sollten getrennt aufbewahrt werden. „Sonst besteht Verwechslungsgefahr“, so Lernbecher. Und das kann gefährlich werden. „Besonders dann, wenn es sich um Medikamente für Reptilien oder Vögel handelt.“

Latexhandschuhe

Latexhandschuhe (gehört rein)

Wer eine offene Wunde verarztet, sollte Einweghandschuhe tragen. Denn Keime können über Blut übertragen werden. Benutzt man Handschuhe, vermindert sich das Risiko, dass Schmutz in die Wunde dringt.

Verbandschere

Verbandschere (gehört rein)

Verbandscheren schneiden häufig feiner als Küchenscheren. „Aber wer eine ruhige Hand hat, kann zum Abschneiden von Verband oder Pflastern auch eine andere Schere nehmen“, so Lernbecher. Diese muss übrigens nicht zwingend vor dem Einsatz desinfiziert werden.

Splitterpinzette

Splitterpinzette (gehört rein)

Eingezogene Holzsplitter lassen sich mit einer Splitterpinzette entfernen. „Wer sich Glas- oder Metallsplitter eingezogen hat, sollte sie nicht selbst entfernen, sondern zum Arzt fahren“, sagt Lernbecher. Splitterpinzetten eignen sich übrigens nicht dazu, Zecken zu entfernen. Sie sind zu grob.

Schmerzmittel

Schmerzmittel (gehört rein)

Am besten klärt man mit dem Arzt oder Apotheker, welcher Wirkstoff für einen persönlich am besten geeignet ist. Generell gilt: „Gezielt einsetzen und je weniger, umso besser.“ Übriggebliebene Schmerzmittel vom letzten Zahnarztbesuch gehören entsorgt, da sie zu hoch dosiert sind.

Herpescreme

Herpescreme (gehört rein)

Nicht für jeden nötig: „Wer aber unter Herpes leidet, sollte ein Mittel griffbereit haben“, so Lernbecher, ebenso bei Sodbrennen. „Besser keine Protonenpumpenhemmer nehmen, sondern Mittel mit Kalzium- und Magnesiumcarbonat oder Aluminiumsalzem. Sie wirken schneller.“

Notfallnummern

Notfallnummern (gehört rein)

Diese Nummern sollten unbedingt vermerkt sein: die 112 für lebensbedrohliche Situationen, wie ein allergischer Schock oder ein Herzinfarkt. Unter 116117 erreicht man den ärztlichen Bereitschaftsdienst, der bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Zuständen weiterhilft.