LH (luteinisierendes Hormon): Auslöser des Eisprungs

Das Luteinisierende Hormon – kurz LH, auch Luteotropin genannt – kommt bei beiden Geschlechtern vor. Bei der Frau ist es unerlässlich für die Funktion der Eierstöcke und damit für den Menstruationszyklus. Es regt auch die Hormonproduktion an. Beim Mann fördert es die Bildung von Testosteron in den Hoden
von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 30.03.2017

Das luteinisierende Hormon (LH) steuert bei der Frau die Funktion der Eierstöcke

W&B/Shutterstock

Kurz gesagt:

Das luteinisierende Hormon (LH) stammt aus dem Hypophysenvorderlappen und kommt bei beiden Geschlechtern vor. Bei der Frau steuert es die Funktion der Eierstöcke. Beim Mann heißt es interstitielles zellstimulierendes Hormon (ICSH) und fördert die Produktion der männlichen Geschlechtshormone (Androgene) im Hoden.

Was ist LH?

Das luteinisierende Hormon (LH) wird im Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert.

Diese steht unter der Kontrolle des Hypothalamus im Zwischenhirn, reagiert aber auch auf die im Blut vorhandenen Geschlechtshormone. So entsteht ein Regelkreis.

LH steuert bei Frauen im gebärfähigen Alter zusammen mit anderen Steuerhormonen den Menstruationszyklus. Sein besonderes Merkmal ist, dass es den Eisprung, die Ovulation im Eierstock auslöst. Nach dem Eisprung fördert LH zudem die Entwicklung des Gelbkörpers aus der verbliebenen Eihülle, dem Follikel. Den Gelbkörper regt es dann zur deutlich vermehrten Produktion von Progesteron an, sodass dessen Blutserumspiegel vorübergehend steigt. Außerdem unterstützt LH die Bildung von Östrogenen. Die weiblichen Geschlechtshormone gehören zwei Richtungen an: den Östrogenen (schwerpunktmäßig Östradiol) und Gestagenen beziehungsweise Progesteron.

Das luteinisierende Hormon kommt auch beim Mann vor – dort heißt es ICSH (interstitielles zellstimulierendes Hormon). ICSH regt in den Hoden das Wachstum der Leydig-Zellen an. Diese produzieren männliche Geschlechtshormone (Androgene, insbesondere Testosteron).

Welcher Wert ist normal?

Luteinisierendes Hormon wird stoßweise ins Blut abgegeben. Bei der Frau liegt der Normalwert in der ersten Zyklusphase bei 1,9 bis 12,5 U/l. Zum Zeitpunkt des Eisprungs beträgt die Konzentration 8,7 bis 76,3 U/l, in der zweiten Zyklushälfte liegt sie bei 0,5 bis 16,9 U/l.

Nach den Wechseljahren beträgt der Normalwert 15,9 bis 54,0 U/l.

Beim Mann ist LH (ICSH) mit einer Konzentration von 1,5 bis 9,3 U/l im Blut vorhanden.

Bei Kindern bis elf Jahren beträgt die Konzentration bis 6,0 U/l.

Wann steigt der Wert?

Die Konzentration des luteinisierenden Hormons schwankt mit dem Zyklus und der Fruchtbarkeit der Frau. In der ersten Zyklushälfte ist es nur in sehr niedriger Konzentration vorhanden und steigt zum Zeitpunkt des Eisprungs sprunghaft an. Nach dem Eisprung fällt der LH-Wert wieder rapide ab, um in der zweiten Zyklushälfte wieder auf ein niedriges Niveau zurückzukehren. Nach den Wechseljahren ist LH längere Zeit stark erhöht, da die weiblichen Geschlechtshormone als Regelgröße entfallen.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Ein krankhaft erniedrigter LH-Wert wird Gonadotropin-Mangel genannt. Dieser betrifft auch noch ein weiteres Gonadotropin- oder Geschlechtshormon-Steuerhormon aus der Hirnanhangsdrüse, nämlich das follikelstimulierende Hormon (FSH). Die Folgen sind eine Unterfunktion der Eierstöcke bei der Frau und der Hoden beim Mann, jeweils mit Geschlechtshormonmangel. Als Ursache kommen vielfältige Störungen in Betracht – oft mit  weitreichenden Symptomen über den Geschlechtshormonmangel hinaus.

Sind im Serum hohe Konzentrationen des Hormons Prolaktin zu finden, dann wird dadurch die Ausschüttung des luteinisierenden Hormons gehemmt. Prolaktin ist ebenfalls ein Hormon aus dem Hypophysenvorderlappen. Zu hohe Prolaktinspiegel können wiederum zahlreiche Ursachen haben.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München


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