Folsäure: Ein Vitamin der B-Gruppe

Folsäure (genauer: Folat) ist ein Vitamin. Vor allem Schwangere sollten auf eine ausreichende Zufuhr achten
aktualisiert am 23.05.2014

Salat, Tomaten und Karotten sind pflanzliche Folsäurelieferanten

Banana Stock/ RYF

Kurz gesagt:

Folsäure ist ein wichtiges Vitamin, das wir für verschiedene Stoffwechselvorgänge benötigen. Insbesondere Frauen mit Kinderwunsch und in den ersten 
Monaten der Schwangerschaft sollten auf eine ausreichende Folsäureversorgung achten. Erniedrigte Folsäurekonzentrationen im Blutserum kommen vor allem bei unzureichender Aufnahme des Vitamins, erhöhtem Bedarf oder bei Einnahme bestimmter Medikamente vor.

Was ist Folsäure?

Folsäure ist ein Vitamin der B-Gruppe. Sie kommt sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Reich an dem Vitamin sind beispielsweise grüne Gemüsesorten wie Spinat oder Broccoli, Salat, Tomaten, Karotten, Leber, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und auch Eigelb. Folsäure lässt sich künstlich herstellen.

Warum ist Folsäure wichtig?

Folsäure ist notwendig für eine große Zahl von Stoffwechselvorgängen und daher auch für Zellteilungs- und Wachstumsprozesse. Eine ungenügende Versorgung kann unter anderem Blutarmut oder Veränderungen an den Schleimhäuten zur Folge haben.

Im ersten Drittel der Schwangerschaft ist der Folsäurebedarf der Frauen um circa 50 Prozent gesteigert. Ein Mangel an Folsäure erhöht die Gefahr, dass das Kind mit einem Neuralrohrdefekt zur Welt kommt – im Volksmund oft als "offener Rücken" bezeichnet. Das Neuralrohr schließt sich schon in den ersten vier Wochen der Schwangerschaft, also zu einem Zeitpunkt, an dem viele noch gar nicht wissen, dass sie ein Kind erwarten. Daher raten Ärzte bereits Frauen mit Kinderwunsch dazu, auf eine ausreichende Folsäurezufuhr zu achten.

Niedrige Folsäurewerte im Blutserum korrelieren oft mit erhöhten Werten für Homocystein. Ein erhöhter Homocysteinspiegel gilt als Risikofaktor für Arteriosklerose und kann somit die Gefahr für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigern.

Wie hoch sind die Normalwerte?

Serum: 3 – 20 μg/l

Wann sind die Werte erniedrigt?

Niedrige Folsäurewerte finden sich zum Beispiel bei

  • unzureichender Folsäureaufnahme mit der Ernährung (häufig bei Alkoholikern der Fall)
  • Darmerkrankungen, die eine mangelnde Folsäureaufnahme zur Folge haben (z.B. Zöliakie)
  • erhöhtem Bedarf (zum Beispiel während der Schwangerschaft, in Wachstumsphasen, bei vermehrter Bildung von Blutzellen)
  • bei Einnahme bestimmter Medikamente (Folsäureantagonisten)

 

Auch Orangensaft enthält Folsäure

W&B/Fotolia

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München


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