CA 15-3: Oft bei Brustkrebs erhöht

CA 15-3 kommt oft, aber nicht nur, in Zusammenhang mit Brustkrebs vor. Er kann auch bei anderen Krankheiten – gut- wie bösartigen – im Blut erhöht sein

von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 23.05.2014

CA 15-3 ist oft im Zusammenhang mit Brustkrebs erhöht und wird deshalb mitunter zur Verlaufskontrolle bei der Therapie von Brustkrebs eingesetzt


Kurz gesagt:

CA 15-3 wird als sogenannter Tumormarker bezeichnet. Tumormarker allein sind in der Regel nicht aussagekräftig. Der Arzt bewertet sie immer zusammen mit weiteren Untersuchungsergebnissen. CA 15-3 tritt unter anderem in Verbindung mit Brustkrebs auf. Der Wert wird bisweilen zur Verlaufskontrolle in besonderen Situationen bei dieser Erkrankung herangezogen.

Tumormarker sind biochemische Stoffe, die normalerweise nur in geringen Mengen oder gar nicht im Blutserum nachweisbar sind. Liegen sie in erhöhter Konzentration vor, kann das eine gut- oder bösartige Krankheitsentwicklung anzeigen. Das Vorhandensein eines Tumormarkers ist also nicht immer gleichbedeutend mit Krebs. Außerdem bilden nicht alle Tumoren Marker. Der  Arzt kann die Werte zur Überwachung einer Krebsbehandlung heranziehen, gelegentlich auch zur Diagnose. CA 15-3 kommt unter anderem in Verbindung mit Brustkrebs vor, ist aber dafür nicht spezifisch.

Was ist CA 15-3?

Der sogenannte Tumormarker CA 15-3 (CA = Cancer Antigen, Krebsantigen) ist ein Zucker-Eiweiß-Molekül, das sich natürlicherweise in den Lungenbläschen und in Milchgängen der Brustdrüsen findet. CA 15-3 wird aber auch von anderen Zelltypen gebildet, etwa wenn sie sich entzünden oder bösartig verändern. Obwohl ein Marker für fortgeschrittenen Brustkrebs, kann dieser Blutwert also auch unter anderen Voraussetzungen ansteigen.

Welcher Wert ist normal?

Der normale Referenzbereich von CA 15-3 umfasst Werte bis 30 U/ml.

Wann steigt der Wert?

Ärzte kontrollieren CA 15-3 mitunter im Zusammenhang mit Brustkrebs, meist aber nur in bestimmten Situationen. Sowohl zur Früherkennung als auch zur Nachsorge nach der Erstbehandlung sind andere Untersuchungsverfahren üblich.

Der CA-15-3-Wert kann auch bei Eierstockkrebs, Lungen-, Magen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöht sein, ferner bei Leberkrebs. Diese Krebsarten können mit dem Marker in Verbindung stehen (sind häufig assoziiert), aber er ist nicht spezifisch für eine Krebsart.

Zudem lassen sich bei gutartigen chronisch entzündlichen Erkrankungen zum Beispiel des Magen-Darm-Traktes erhöhte CA-15-3-Werte im Blut feststellen, nicht zuletzt auch bei Leberverhärtung (Leberzirrhose). Patienten, deren Nieren nicht mehr richtig arbeiten und die daher regelmäßig eine Blutwäsche (Dialyse) benötigen, weisen ebenfalls oft höhere CA-15-3-Konzentrationen im Blut auf. Außerdem steigt der Wert im letzten Schwangerschaftsdrittel an.

Hohe CA-15-3-Werte allein sagen also wenig aus. Sie sind nur dann von Bedeutung, wenn bei einem "CA-15-3-Tumor" der Wert unter einer Therapie ansteigt oder sich verschlechtert. Der Arzt beurteilt den Parameter stets im Zusammenhang mit weiteren Untersuchungsbefunden.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Für den Tumormarker CA 15-3 gibt es keine zu niedrigen Werte. Nur erhöhte Messergebnisse oberhalb des Referenzbereiches (siehe oben) können eine Erkrankung anzeigen.   

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München