CA 125: Verlaufskontrolle bei Eierstockkrebs

Erhöhte CA-125-Werte lassen sich bei gut- wie bösartigen Erkrankungen im Blut finden. Den Verlauf des Wertes überprüft der Arzt hauptsächlich im Zusammenhang mit Eierstockkrebs

von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 23.05.2014
Krebszelle

Die Serumkonzentration an CA 125 kann aus vielen Gründen erhöht sein. Manchmal – aber nicht immer – ist ein Tumor die Ursache. Im Bild: Eine Krebszelle (grün) wird von weißen Blutzellen (lila) angegriffen


Kurz gesagt:

CA 125 wird als so genannter Tumormarker bezeichnet. Ein Tumormarker allein ist nicht sehr aufschlussreich. Ärzte bewerten diese Marker immer zusammen mit weiteren Untersuchungsergebnissen. Erhöhte CA-125-Konzentrationen lassen sich bei gut- wie bösartigen Erkrankungen finden. Der Verlauf des CA-125-Wertes wird hauptsächlich im Zusammenhang mit Eierstockkrebs überprüft.

Tumormarker sind biochemische Stoffe, die normalerweise nur in geringen Mengen oder gar nicht im Blutserum nachweisbar sind. Liegen sie in erhöhter Konzentration vor, kann das eine gut- oder bösartige Krankheitsentwicklung anzeigen. Das Vorhandensein eines  Tumormarkers ist also nicht immer gleichbedeutend mit Krebs. Außerdem bilden nicht alle Tumoren Marker. Der Arzt kann die Werte zur Überwachung einer Krebsbehandlung heranziehen, gelegentlich auch zur Diagnose. CA 125 dient zur Verlaufskontrolle bei Eierstockkrebs.

Was ist CA 125?

CA 125 (CA = Cancer Antigen, Krebsantigen) ist ein Zucker-Eiweiß-Molekül, das von verschiedenen Geweben gebildet werden kann, insbesondere von Zellen der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Im Verlauf einer Tumorerkrankung wie Eierstockkrebs liegt CA 125 oft in erhöhter Konzentration im Blut vor.

Welcher Wert ist normal?

Der normale Referenzbereich von CA 125 umfasst Werte bis 35 U/ml.

Wann steigt der Wert?

Bei Eierstockkrebs nimmt der CA-125-Wert zu. Erhöhte Konzentrationen an CA 125 können sich auch bei Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder bösartigen Tumoren des Magen-Darm-Traktes finden. Hauptsächlich bestimmt der Arzt CA 125 jedoch im Zusammenhang mit Krebserkrankungen der Eierstöcke.

Wichtig: Obwohl CA 125 ein so genannter Tumormarker ist, kommen ansteigende CA-125-Konzentrationen auch bei einigen gutartigen Erkrankungen vor. Dazu gehören unter anderem Krankheiten wie Endometriose, Bauchfellentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung und Gallenblasenentzündung, außerdem chronische Lebererkrankungen, etwa Leberzirrhose. Nicht zuletzt kann CA 125 auch in der Frühschwangerschaft oder während der Menstruation erhöht sein.

Zu hohe CA-125-Werte allein sagen also wenig aus. Der Arzt beurteilt den Tumormarker im Zusammenhang mit weiteren Untersuchungsbefunden.

Wie alle Tumormarker kann er als Suchparameter einmalig bestimmt werden, ist aber nicht beweisend für einen Tumor.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Für den Tumormarker CA 125 gibt es keine zu niedrigen Werte. Nur erhöhte Messergebnisse oberhalb des Referenzbereiches (siehe oben) können auf eine Erkrankung hinweisen.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München