CA 72-4

Der Laborwert CA 72-4 kann bei verschiedenen Krebserkrankungen, bei manchen gutartigen Krankheiten oder – selten – auch ohne jede erkennbare Ursache erhöht sein

von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 23.05.2014
Blutproben: Beladen eines Geräts

Bösartige, aber auch gutartige Krankheiten können die Konzentration sogenannter Tumormarker im Blut beeinflussen


Kurz gesagt:

CA 72-4 wird als sogenannter Tumormarker bezeichnet. Ein Tumormarker allein ist nicht sehr aufschlussreich. Er muss immer im Zusammenhang mit anderen Untersuchungsergebnissen betrachtet werden. CA 72-4 kann unter anderem bei Eierstock-, Dickdarm- oder Magenkrebs auftreten. Aber auch bei gutartigen Erkrankungen liegt CA 72-4 im Blut manchmal in erhöhten Konzentrationen vor.

Tumormarker sind biochemische Stoffe, die normalerweise nur in geringen Mengen oder gar nicht im Blutserum nachweisbar sind. Liegen sie in erhöhter Konzentration vor, kann das eine gut- oder bösartige Krankheitsentwicklung anzeigen. Das Vorhandensein eines Tumormarkers ist also nicht immer gleichbedeutend mit Krebs. Außerdem bilden nicht alle Tumoren Marker. Der Arzt kann die Werte zur Überwachung einer Krebsbehandlung heranziehen, gelegentlich auch zur Diagnose. Erhöhte CA-72-4-Werte stehen mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung, beispielsweise mit Magenkrebs oder Eierstockkrebs.

Was ist CA 72-4?

CA 72-4 (CA = Cancer Antigen, Krebsantigen) ist ein Zucker-Eiweiß-Molekül, das bei unterschiedlichen Erkrankungen im Blut auftreten kann.

Welcher Wert ist normal?

Der normale Referenzbereich von CA 72-4 umfasst Werte bis 6 U/ml.

Wann steigt der Wert?

Ärzte bestimmen CA 72-4 zum Beispiel im Zusammenhang mit Magenkrebs – dann oft gemeinsam mit den Tumormarkern CA 19-9 und CEA. Auch bei Eierstockkrebs ist CA 72-4 häufig in erhöhter Konzentration im Blut vorhanden. Der CA-72-4-Wert steigt unter Umständen auch bei Tumoren des Dickdarms, des Gallengangs, der Bauchspeicheldrüse, der Brust, des Gebärmutterhalses sowie der Gebärmutter an.

Wichtig: Obwohl CA 72-4 ein so genannter Tumormarker ist, kann der Serumwert auch bei manchen gutartigen Erkrankungen nachweisbar sein – zum Beispiel bei Endometriose, Bauchfellentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder chronischen Lebererkrankungen. In seltenen Fällen finden sich außerdem auffällige Messergebnisse bei gesunden Menschen. Erhöhte CA-72-4-Serumwerte allein sagen also wenig aus. Der Arzt bewertet den Tumormarker im Zusammenhang mit weiteren Untersuchungsbefunden.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Für den Tumormarker CA 72-4 gibt es keine zu niedrigen Werte. Nur erhöhte Werte oberhalb des Referenzbereiches sprechen für eine Erkrankung.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München