BSG: Blutsenkungsgeschwindigkeit

Mithilfe der BSG lässt sich testen, ob im Körper eine Entzündung abläuft

von Dr. Martin Allwang, aktualisiert am 30.03.2017
Blutanalyse

Werden Blutproben längere Zeit stehen gelassen, setzen sich die roten Blutkörperchen ab


Kurz gesagt:

Die BSG ist ein unspezifischer Test auf entzündliche Vorgänge im Körper. Wegen der begrenzten Aussagekraft wird das Verfahren heute vielfach durch andere Tests, etwa die CRP-Bestimmung (C-reaktives Protein), ersetzt.

Was ist die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)?

Wird eine Blutprobe längere Zeit stehen gelassen, so setzen sich die roten Blutkörperchen ab. Wenn sich im Körper ein entzündlicher Prozess abspielt, dann geschieht das beschleunigt. Die BSG ist ein Globaltest, der sehr unspezifisch ist.

Welcher Wert ist normal?

Bestimmt wird die BSG in einem nach dem Arzt Alf Westergren benannten Verfahren. Normal für Männer unter 50 Jahren ist eine Blutsenkung bis 15 Millimeter pro Stunde, für Männer über 50 Jahre bis 20 Millimeter pro Stunde. Normal ist eine BSG bei Frauen unter 50 Jahren bis 20 Millimeter pro Stunde, bei Frauen über 50 Jahre bis 25 Millimeter pro Stunde.

Wann steigt der Wert?

Jede Art von Entzündung lässt die BSG ansteigen. Der Grund ist wohl, dass bestimmte Entzündungseiweiße im Blut vorhanden sind, die die roten Blutkörperchen zusammenballen, sodass sie sich schneller absetzen. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit kann bei allen Arten von Entzündungen (zum Beispiel Infektion, Tumor, nach Operationen) erhöht sein.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Michael Spannagl, Labor für Immungenetik und molekulare Diagnostik, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München