Manche Tumoren erzeugen verschiedene Stoffe, auch "Pyrogene" genannt, die den Sollwert der Körpertemperatur im Wärmeregulationszentrum des Gehirns verstellen (siehe auch Kapitel "Fieber – Was das Symptom bedeutet Überblick"). Dann kommt es zu Fieber. Dieses kann zudem anzeigen, dass der Körper sich gegen den Tumor wehrt.

Am häufigsten verursachen Tumoren des Lymphsystems Fieber, insbesondere sogenannte Hodgkin-Lymphome, Non-Hodgkin-Lymphome und akute Leukämien. Oft wird das Fieber hier von Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Schwächegefühl begleitet. Mitunter bringen Ärzte ein unklares Fieber mit Nierenkrebs, Krebs der Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase oder auch mit Darmkrebs in Verbindung.

Chemotherapie: Manchmal tritt in der Folge Fieber auf

Chemotherapie: Manchmal tritt in der Folge Fieber auf

Allerdings lässt ein Fieber sich nicht immer zweifelsfrei der Tumorerkrankung selbst zuordnen, besonders während einer Chemotherapie. Mitunter kommt es als Nebenwirkung beispielsweise zu einem Mangel an weißen Blutkörperchen (Neutropenie).

Die Blutzellen sind für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig. Ist die Neutropenie ausgeprägt, entwickelt sich leicht ein "neutropenisches Fieber" (mehr dazu im Kapitel "Fieber bei Infektionen" in diesem Beitrag).

Andererseits kann es auch ein Arzneimittelfieber sein (siehe entsprechendes Kapitel). Daneben gibt es auch noch andere mögliche Ursachen, denen der Arzt nachgehen wird.

Auch weitere mögliche Ursachen – von der Kollagenose bis zur Vaskulitis (darüber informieren die jeweiligen Kapitel), die auch in Verbindung mit einem Tumorleiden auftreten können – sind als Fieberursachen auszuschließen. Dabei stützt sich der Arzt meist auf die Krankengeschichte, die körperlichen Befunde, Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren.

Über sogenannte neuroendokrine Tumoren (NET) lesen Sie mehr im Kapitel "Fieber: Hormone & Co. als Auslöser".

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