Psychisches "Fieber" – und zwar nicht der Partyrausch, sondern ein krankhafter Zustand – das gibt es tatsächlich. Meistens leiden die Betroffenen noch unter weiteren Störungen des Befindens. Sie fühlen sich vor allem ständig müde und erschöpft.

Das verwundert im Zusammenhang mit einer erhöhten Körpertemperatur eigentlich auch nicht. Aber: Dieses "Fieber" reagiert weder auf fiebersenkende Mittel noch auf behutsame Kühlung, etwa durch Wadenwickel.

Gestörte Konfliktbewältigung?

Dahinter können psychische Belastungen stehen, die nicht adäquat verarbeitet werden. Manchmal zeichnet sich schon in der Kindheit eine entsprechende Reaktionsbereitschaft auf seelischen Ballast ab. Bei Erwachsenen stellen sich häufiger Konflikte in der Partnerschaft oder am Arbeitsplatz heraus.

Körperliche Ursachen ausschließen

Es ist wichtig, dass der Arzt einerseits körperliche Ursachen der erhöhten Temperaturen und Begleitbeschwerden sorgfältig ausschließt. Dazu gehört zum Beispiel auch, einen Anstieg weißer Blutkörperchen im Blutbild richtig einzuordnen. Dazu kann es nämlich auch bei starkem emotionalem Stress kommen, wobei weitere Auffälligkeiten im Blut allerdings fehlen.

Zugleich muss er die Möglichkeit haben, intensiver auf die persönliche Lebenssituation des Patienten eingehen zu können. Das hängt natürlich davon ab, inwieweit der Patient sich hier zugänglich zeigt. Nur so ist es möglich, einen psychischen Hintergrund nicht zu übersehen und adäquate Therapievorschläge zu machen. Dabei kann auch ein Psychotherapeut oder psychiatrisch geschulter Arzt helfen, falls der Betroffene damit einverstanden ist.

Wichtig: Eine gute, vertrauensvolle Beziehung zum Arzt oder Therapeuten

Wichtig: Eine gute, vertrauensvolle Beziehung zum Arzt oder Therapeuten

Sogenannte somatoforme Störung

Ältere Bezeichnungen für diese Fieberart sind "habituelles (vegetatives) Fieber" oder "Status subfebrilis bei vegetativer Dystonie". Teilweise sind auch Verbindungen zwischen einem zierlichen Körperbau (asthenisch) und Neigung zu vegetativem Fieber angenommen worden. Heutzutage wird es eher dem Problemkreis "chronische Körperbeschwerden ohne Organbefund und ohne andere psychische Störungen", kurz: den somatoformen Störungen zugerechnet.

Die im Zuge der damit verbundenen Krankheitsängstlichkeit empfundenen Beschwerden umfassen neben Fieber auch Hitzewallungen, Herzklopfen, Bauchschmerzen und vieles mehr. Sie werden nicht etwa absichtlich "erzeugt". Vielmehr sind es Leidensinhalte, die die Betroffenen fest im Klammergriff haben und ihren Alltag erheblich beeinträchtigen können.

Bei der psychologischen Aufarbeitung und Therapie kommt es darauf an, nicht nur mögliche psychische Ursachen zu identifizieren. Auch das persönliche Krankheitsverhalten sowie die Erwartungen an den Arzt und das soziale Umfeld sind Themen. Hier liegen auch Ansatzpunkte für Lösungen.

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