Bakterielle Vaginose

Symptome: Der Ausfluss ist deutlich stärker als üblich, farblos  bis gräulichund riecht unangenehm fischartig. Er ist oft dünnflüssig oder schaumig. Juckreiz und Brennen im Intimbereich, Schmerzen beim Wasserlassen und beim Sex können dazukommen. Beschwerden können aber auch fehlen.

 

Ursache: Sehr oft sind bei einer bakteriellen Vaginose Bakterien mit dem Namen Gardnerella vaginalis Ursache für einen Ausfluss. Auch weitere Mikroorganismen können auftreten. Häufig lassen sich mehrere Bakteriengruppen gleichzeitig in krankmachender Überzahl nachweisen.

Diagnose: Der Frauenarzt wird nach einem Vorgespräch  die Scheide untersuchen, eine Sekretprobe entnehmen, den Säuregrad  (ph-Wert) des Sekrets bestimmen (Normalbereich: etwa 3,8 bis 4,4) sowie den Ausfluss analysieren. Im  Mikroskop sind die Erreger oft schon zu erkennen. Wenn erforderlich  erfolgen weitere Laboruntersuchungen.

Therapie: Je nach Diagnose und Beschwerden können bestimmte Antibiotika zum Einsatz kommen, in erster Linie in Form von Tabletten zum Einnehmen (es gibt unterschiedliche Einnahmeschemata), in der Schwangerschaft mit entsprechenden Vaginaltabletten oder Vaginalcreme. Nach der Erstbehandlung kann der Arzt Milchsäurepräparate (zum Beispiel Scheidenzäpfchen mit Lactobazillen oder vergleichbare Zubereitungen) verordnen, die helfen, das angegriffene Scheidenmilieu zu verbessern. Dazu trägt auch eine veränderte Intimpflege bei (siehe Kapitel "Therapie und Selbsthilfe"). Bei Wiederauftreten der  Dysbiose wird der Frauenarzt die Antibiotika über eine längere Dauer verordnen und eine Mitbehandlung des Partners prüfen.

Chlamydien

Chlamydien

Entzündungen der Geschlechts- und Harnorgane durch Chlamydien

Symptome: Das Tückische an einer Chlamydieninfektion ist,   dass sie bei Frauen auch ohne deutliche Beschwerden ablaufen kann. Ein   Hinweis kann es sein, wenn der männliche Partner einen brennenden,   eitrigen Ausfluss hat. Bei häufig wechselnden Partnern ist es natürlich   schwierig, solchen Anzeichen nachzugehen, außerdem kann die Ansteckung   schon länger zurückliegen. Krankheitszeichen bei der Frau ist manchmal   ein vermehrter Ausfluss, der auch leicht blutig und mit Unterleibsschmerzen oder Zwischenblutungen verbunden sein kann.

Ursache: In die Reihe der sexuell übertragbaren Krankheiten (STI, engl. sexually transmitted infections) gehören Infektionen mit einer Bakterienart namens Chlamydien. Sie  finden sich  häufig bei bakteriell infiziertem Ausfluss. Chlamydien  siedeln in den  Zellen und greifen die Schleimhäute der Harn- und der  inneren  Geschlechtsorgane an. Zunächst befallen sie den Gebärmutterhals  (Zervix  uteri) und verursachen dort eine Entzündung (Zervizitis).

Die  Folgen  einer unbehandelten Chlamydieninfektion sind mitunter schwerwiegend. Dazu gehören Fehlgeburten oder   Unfruchtbarkeit. Auch die Schleimhäute im Bereich der Augen können   betroffen werden, beim Mann die Harnröhre, die Nebenhoden, die Prostata.   Wichtig sind deshalb regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt. Für   junge Frauen bis zum 25. Lebensjahr gehört eine jährliche   Vorsorgeuntersuchung (Chlamydien-Screening) zur Kassenleistung.

Diagnose: Wenn die Schleimhaut des Gebärmutterhalses  entzündet ist, kann der Arzt  dies bei der Scheidenuntersuchung  feststellen. Unter dem Mikroskop  sieht er in einer kleinen Probe viele  Entzündungszellen. Der Erreger  muss allerdings im Labor nachgewiesen  werden. Das ist mit speziellen  Untersuchungen an Abstrichmaterial  möglich oder mit einer Gewebekultur.

Therapie: Die  Infektion lässt sich meist sehr erfolgreich mit Antibiotika  behandeln.  Die Therapie sollte auch den Partner miteinbeziehen. Bei  wechselnden  Partnern ist ein Schutz durch Kondome (geschützter Sex,  safer sex)  unerlässlich.

Scheidenentzündungen bei Pilzinfektionen

Symptome: Das Scheidensekret ist weißlich und krümelig. Starkes Jucken, Brennen und Schmerzen sind weitere verdächtige Symptome. Die Schamlippen und der Scheideneingang sind mit   fortschreitender Erkrankung gerötet und geschwollen, Brennen beim   Wasserlassen kommt häufig hinzu. Etwa ein Viertel der betroffenen Frauen haben allerdings keine Beschwerden.

Ursache: Spross- und Hefepilze wie Candida albicans gehören zu den häufigsten Erregern von Entzündungen der Vulva und Vagina, also einer Vulvovaginitis, überhaupt. Es gibt noch weitere Hefepilzarten. Infektionen mit Candida werden unter dem Begriff Soor zusammengefasst (weitere Fachbegriffe hier: Soorkolpitis, vaginale Candidiasis). Hefepilze gehören zum normalen Keimspektrum in der Scheide, wo sie sich normalerweise mit den Milchsäurebakterien im Gleichgewicht befinden. Aber auch im Magen-Darm-Trakt sind sie heimisch. Kommen sie in krankhafter Häufung im   Genitalbereich vor, sind oft hormonelle Schwankungen begünstigend.   Schwangere sind besonders betroffen, auch Frauen in den Wechseljahren.   Falsch verstandene Intimhygiene, etwa nach dem Stuhlgang Säubern in Richtung   Scheide, kann   ebenfalls verantwortlich sein.

Scheidenpilz (Symbolbild)

Juckende Scheide: Pilz oder nicht?

Pilze in der Vagina sind normal. Ist das Immunsystem nicht fit, kann daraus jedoch eine Infektion entstehen....

Univ. Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Ernst Rainer Weissenbacher

Scheidenpilz: Symptome, Behandlung, Vorbeugen

Scheidenpilz ist eine Infektion im Intimbereich, die mit Jucken und Ausfluss aus der Scheide einhergehen kann....

Beheizter Pool, Whirlpool, Sanitäranlagen & Co.: Hier lauern oft Pilze

Beheizter Pool, Whirlpool, Sanitäranlagen & Co.: Hier lauern oft Pilze

Weitere ursächliche Rollen spielen eine   geschwächte Immunabwehr (auch durch eine das Immunsystem unterdrückende  Therapie), Diabetes oder Stress. Häufige Schwimmbad-  und Whirlpoolbesuche können  die Ansteckungsgefahr erhöhen, vor allem da  durch die Feuchtigkeit die  Haut im äußeren Genitalbereich aufweicht  und dann weniger  widerstandsfähig ist. Auch eine bereits bestehende sexuell übertragene Genitalinfektion kann vaginalen Pilzbefall begünstigen.
! Info: Scheidenpilz ist keine Geschlechtskrankheit. Er wird nicht nur beim Sex übertragen, sondern auch via Darmtrakt und bei unzureichender Hygiene (siehe nächster Absatz).

Diagnose: Neben den genannten  Kennzeichen des  Ausflusses und den zusätzlichen Beschwerden erkennt der  Frauenarzt  einen Soor an weißlich-grauen Belegen am Scheideneingang, an  der  Scheidenwand und eventuell am Gebärmutterhals. Auch ohne Beläge   sind die Bereiche entzündlich gerötet. Diese Befunde können aber manchmal   fehlen. Unter dem Mikroskop zeigt der Scheidenabstrich ab einer   signifikanten Keimzahl schon die typischen Merkmale einer   Candidabesiedlung. Bei Bedarf wird noch eine Kultur zur Absicherung der   Diagnose angelegt.

Therapie:   Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Medikamenten, die gegen   Hefepilze wirken (Antimykotika). Sie werden als Vaginalzäpfchen oder -tabletten (für die Scheide) und Cremes (für den äußeren Intimbereich) angewendet. Bei wiederholten Rückfällen werden sie als Tabletten eingenommen. Ferner sollten die betroffenen Frauen keine Tampons   verwenden, solange die Entzündung anhält, keine Scheidenspülungen   vornehmen und Wäsche, Handtücher und Waschlappen täglich wechseln. Der Partner sollte bei den ersten Anzeichen der Infektion mitbehandelt werden (örtliche Therapie). Die Betroffenen sollten sich während der Behandlung durch Kondome beim Sex schützen.

! Achtung:Einige örtlich wirkende Pilzmittel können Kondome beschädigen.

Paar im Bett

Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis)

Die Trichomoniasis ist eine sexuell übertragbare Krankheit. Ursache sind einzellige Parasiten...

Scheidenentzündungen durch Trichomonaden

Symptome: Die Betroffenen haben starken, eher dünnflüssigen   Ausfluss, der gelblich bis bräunlich oder grünlich ist und scharf   riecht. Dazu kommen Jucken und Brennen, eine gerötete Vagina. Die   Entzündung kann auf die Harnröhre übergreifen und verursacht Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen. Es gibt auch symptomlose Verläufe.

Ursache: Infektionen mit dem Erreger Trichomonas vaginalis zählen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (mithin die häufigste sexuell übertragene Infektion weltweit). Eine Frau kann sich aber auch auf anderem Wege eine Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis) zuziehen. Der Erreger ist ein Parasit, der oft im Scheidensekret   vorkommt, auch ohne Beschwerden zu verursachen. Sehr häufig sind   Trichomonaden jedoch der Grund für Scheidenentzündungen, oder sie finden sich als Begleitkeim einer bakteriellen Vaginose (siehe oben). Denn nicht selten sind zusätzlich noch andere Bakterien präsent oder auch Pilze, die dann ihrerseits für bestehende Beschwerden verantwortlich sein können.

Diagnose: Die Beschaffenheit des Vaginalsekrets und die  Entzündungszeichen in der  Scheide geben dem Frauenarzt erste Hinweise.  Eine mikroskopische  Untersuchung des Sekretabstrichs zeigt dem Arzt  etwa die einzelligen  Parasiten (sogenannte Geißeltierchen oder Flagellaten).

Therapie: Die Infektion lässt in den meisten Fällen sehr  erfolgreich mit  Medikamenten gegen Parasiten (Nitroimidazolderivate  wie Metronidazol)  behandeln. Die Mittel werden entweder lokal  angewendet oder oral  eingenommen, also in Tablettenform geschluckt.  
! Wichtig: Gleichzeitige Behandlung des Partners, Therapiekontrollen beim Arzt, geschützter Sex.

Scheidenentzündungen durch Viren: Genitalherpes

Häufige Erreger sind die Herpes-simplex-Viren.
Symptome: Die Erstinfektion äußert sich durch Rötungen und   schmerzhafte Bläschen an Schamlippen und Scheideneingang. Ausfluss ist   möglich. Häufig brennt und juckt es im entzündeten Bereich. Aus den   Bläschen bilden sich kleine Geschwüre, die dann verkrusten und   eintrocknen. Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Kreuzschmerzen sowie   Schwellung von Lymphknoten im Leistenbereich können insbesondere bei   der Erstinfektion dazukommen.

Ursache: Es gibt HS-Viren, die vornehmlich den Mundbereich angreifen und zu Lippenherpes führen (Herpes labialis), andere befallen den Genitalbereich und lösen   unter anderem Scheideninfektionen aus. Der Herpes genitalis ist eine   sehr weit verbreitete sexuell übertragbare Erkrankung. Nach einer   ersten, oftmals allerdings auch unbemerkten Ansteckung im Genitalbereich   verbleiben die Viren in rückenmarksnahen Nervenknoten, meist im   Kreuzbereich (Sakralganglien), und können von da aus wieder in die   hautnahen Nervenendigungen gelangen. Kennzeichnend sind dann typische   Hautausschläge. Für eine solche erneute Aktivierung könnten eine   Abwehrschwäche, zum Beispiel durch Aids oder eine Krebserkrankung, hormonelle Schwankungen oder andere, noch nicht geklärte Faktoren verantwortlich sein.

Ein virushemmendes Medikament kann die Beschwerden bei Genitalherpes abmildern

Ein virushemmendes Medikament kann die Beschwerden bei Genitalherpes abmildern

Diagnose: Die typischen Entzündungszeichen mit Bläschen im Schambereich geben dem   Arzt sichtbare Hinweise. Durch spezielle   Nachweismethoden im Labor kann er den Erreger bei Bedarf sicher identifizieren. Bluttests auf Antikörper kommen nur bei besonderen Fragestellungen zum Einsatz.

Therapie: Eine Erkrankung durch HS-Viren lässt sich nicht ursächlich bekämpfen.   Virenhemmende Medikamente (Virustatika) können jedoch die Vermehrung der   Erreger und damit die Dauer und Schwere der Symptome verringern. Bei einem Genitalherpes werden sie meist in   Tablettenform eingenommen. Bei häufigen Rückfällen ist möglicherweise eine   Dauertherapie mit Tabletten über mehrere Monate angezeigt. Eine wichtige Rolle spielen   Vorsorgemaßnahmen beim Geschlechtsverkehr, zum Beispiel auch, wenn ein   Partner Lippenherpes hat, da dieser auf den Genitalbereich übergreifen  kann.

Humane Papilloma-Viren (HPV): Bestimmte Typen können Gebärmutterhalskrebs auslösen

Humane Papilloma-Viren (HPV): Bestimmte Typen können Gebärmutterhalskrebs auslösen

Humane Papilloma-Viren (Warzenviren) im Genitalbereich

Symptome: Zunächst verläuft die Infektion vielfach   unbemerkt. Feigwarzen (Genitalwarzen, Kondylome) als beet-, polypen- oder auch tumorartige Neubildungen können mitunter vermehrten Ausfluss auslösen, der schleimig, manchmal auch blutig verfärbt sein kann. Oft fehlen jegliche Beschwerden. Warzen im äußeren Genitalbreich können aber optisch und mechanisch störend sein.

Ursache: Humane Papilloma-Viren sind für in  der Regel harmlose  Warzen an vielen Körperstellen verantwortlich.  Frauen, die sich in der  Genitalregion mit diesen Viren anstecken, haben  anfangs meist keine  Symptome. Nach einiger Zeit können sich sogenannte Feigwarzen im Genitalbereich bilden, allerdings nicht bei   allen Betroffenen. Die Warzen bleiben unterschiedlich lange, manchmal   bis zu Jahren, bestehen. Mitunter heilen sie auch spontan ab. Verantwortlich sind hier überwiegend sogenannte Niedrig-Risiko-HP-Viren.

Bestimmte riskante   HP-Virentypen nisten sich in Zellen ein und führen zu   Zellveränderungen. Diese können problemlos ausheilen oder aber entfernt   werden. Bisweilen allerdings sind sie Ausgangspunkt für bösartige Tumoren im   Genitalbereich, die sich oft erst viele Jahre später entwickeln können.   Gefährdet sind hier vor allem der Gebärmutterhals, die Scheide, die   Schamlippen oder auch der Anusbereich (siehe Kapitel "Ausfluss bei der Frau: Gutartige Tumoren, Krebs").

Krebsfrüherkennung: Ein Abstrich vom Gebärmutterhals wird auf Zellverändungen untersucht

Krebsfrüherkennung: Ein Abstrich vom Gebärmutterhals wird auf Zellverändungen untersucht

Diagnose: Im Bereich der Schamlippen (Vulva) kann der Arzt die Diagnose  bereits bei der  Untersuchung als "Blickdiagnose" stellen. Flache Herde  treten nach  Betupfen mit verdünnter Essiglösung deutlicher hervor. Bei unklaren Befunden wird der Arzt eine Gewebeprobe untersuchen lassen. Was den Gebärmutterhals betrifft, sokann ein Abstrich-Test  (Pap-Test) frühzeitig zeigen, ob dort   Zellveränderungen vorhanden sind und, wenn ja, wie   ausgeprägt. Sie können mit der Aktivität gefährlicher   Virustypen verknüpft sein. Doch selbst wenn solche zusätzlich   nachgewiesen werden (dafür gibt es spezielle HPV-Tests), ist das nicht   unbedingt ein Grund, besorgt zu sein. Die Infektionen heilen oft von   selbst ohne Folgen aus, besonders bei jüngeren Frauen.

Nur in der Minderheit der Fälle kommt es zu  Gebärmutterhalskrebs.  Da andererseits bei etwa 70 Prozent der Fälle von  Gebärmutterhalskrebs  insbesondere zwei riskante HPV-Stämme (die Typen 16  und 18) beteiligt  sind, sollten Frauen, die einen dieser Virustypen in sich tragen, öfter Kontrollen  durchführen lassen. So lassen sich Zellveränderungen rechtzeitig entdecken und  gegebenenfalls  behandeln. Liegt der Testwert in einem oberen  Bereich, sind weitere   Untersuchungen des Gewebes angezeigt.

Therapie: Meistens sind Feigwarzen harmlos und verschwinden   auch von selbst wieder. Je nach Untersuchungsergebnis kann es der Arzt   auch für notwendig halten, die Warzen zu entfernen. Das kann je nachdem,   wie groß sie sind und wo sie sich befinden, durch Abtragung   chirurgisch, mit Laser oder anderen Techniken in einem kleinen Eingriff   geschehen. Zur lokalen Therapie trägt der Arzt manchmal auch bestimmte   ätzende Lösungen auf. Es gibt außerdem örtliche Präparate zur   Selbsttherapie, etwa Inquimod. Leider kehren die Warzen häufig zurück.   Auch Polypen wird der Arzt beseitigen, nicht ohne das Gewebe genauer untersuchen zu lassen.

Wichtig ist es für infizierte Frauen, zusätzlich ihr Scheidenmilieu  zu verbessern, Stress abzubauen und ihr Immunsystem durch eine gesunde  Lebensweise zu  stärken.

! Wichtig: Die HPV-Impfung schützt  vor den  wichtigsten möglichen Krebserregern. Empfohlen wird sie  derzeit  von der Ständigen Impfkommission für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 17 Jahren. Falls verpasst, sollte sie so früh wie möglich, jedenfalls bis zum Alter von 17 Jahren, nachgeholt werden. Für Mädchen ist die Kostenübernahme durch die Krankenkassen geregelt. Für Jungen ist das auf dem Wege; Eltern sollten sich in der Übergangszeit mit der Krankenkasse absprechen. Auch nach einer Konisation des Gebärmutterhalses bei jungen Frauen wegen höhergradiger Gewebeveränderungen (sogenannte Postkonisationsprophylaxe) wird die Impfung empfohlen.

Spätestens bis zum 18. Lebensjahr sollten verpasste Impfungen aufgeholt worden sein. Die  Impfung kann die Vorsorge durch regelmäßige   Kontrolluntersuchungen jedoch keinesfalls ersetzen. Das heißt: Die ab dem Alter von 20 Jahren vorgesehenen kostenlosen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt unbedingt wahrnehmen. Mehr dazu und zum Thema Krebsvorstufen am Gebärmuttterhals wiederum im Kapitel "Ausfluss bei der Frau: Gutartige Tumoren, Krebs" in diesem Beitrag.

Klassische Geschlechtskrankheiten – Gonorrhö und Syphilis

Symptome: Ein eitriger, gelblich-grünlicher   Ausfluss verbunden mit Brennen beim Wasserlassen, Rötungen,   schmerzhaften Schwellungen am Scheideneingang können auf eine Gonorrhö   hinweisen. Anzeichen für eine Erstinfektion mit Syphilis ist ein   wässriges Knötchen und später Geschwür, das am Scheideneingang, den   Schamlippen oder der Klitoris auftreten kann. Schwellungen und Rötungen   im umgebenden Bereich kommen dazu.

Ursache: Die  klassischen  Geschlechtskrankheiten, die bis zum Jahre 2000  meldepflichtig  waren, sind Gonorrhö (Tripper), Syphilis oder Lues (harter Schanker), Ulcus molle (weicher Schanker) und das Lymphogranuloma venereum. Syphilisfälle sind   nur noch anonym zur allgemeinen Datenerhebung zu melden oder, wenn  sich  die Erkrankten nicht behandeln lassen. Meistens werden diese   Krankheiten durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.   Infektionen wie jene mit dem HI-Virus (falls nicht frühzeitig behandelt: Aidskrankheit) oder Hepatitis B werden zwar unter anderem auch  sexuell übertragen, die Symptome betreffen aber überwiegend nicht die  Genitalorgane.

Paar im Bett

Syphilis (Lues)

Die Syphilis zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Ansteckung erfolgt meist beim...

Die häufigste klassische Geschlechtskrankheit ist die Gonorrhö (Tripper),   vor allem unter jungen, sexuell aktiven Leuten. Sie wird durch   Bakterien namens Gonokokken (Neisseria gonorhroeae) verursacht. Diese befallen vor allem die Schleimhäute   im Blasen- und Genitalbereich. Unfruchtbarkeit kann eine der Folgen   einer unbehandelten Gonorrhö sein.

Syphiliserkrankungen sind Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland deutlich zurückgegangen,   dank Aufklärung und guter Behandlungsmöglichkeiten, aber in den  letzten  Jahrzehnten wieder angestiegen, auch im Zuge von Infektionen mit dem HI-Virus (HIV und Aids).  Die Krankheit verläuft in drei typischen Stadien und  kann  schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen mit sogar tödlichem  Ausgang  haben, wenn sie nicht behandelt wird. Die beiden anderen oben genannten Geschlechtskrankheiten  sind in Mitteleuropa eher selten.

Ein gutes Arzt-Patientenverhältnis ist für den Erfolg der Behandlung wichtig

Ein gutes Arzt-Patientenverhältnis ist für den Erfolg der Behandlung wichtig

Diagnose: Bei  allen genannten  Geschlechtskrankheiten geben die typischen   Hautveränderungen und weitere  Krankheitszeichen dem Arzt wichtige   Hinweise für die Diagnose.
Gonorrhö: Durch eine  mikroskopische Untersuchung des  Abstrichs aus der Scheide  beziehungsweise von den betroffenen Stellen  lassen sich Gonokokken nach Anfärben feststellen. Den  sicheren Nachweis liefert eine Bakterienkultur im Labor.
Syphilis: Auch hier kann mit einem speziellen mikroskopischen Verfahren der Erreger aus dem Sekret der Geschwüre bestimmt werden. Ein negativer Befund schließt die Infektion nicht aus. Zielführend sind Bluttests von Antikörpern gegen den Syphilis-Erreger (erst Suchtests, dann spezieller Bestätigungstest). Antikörpertests dienen auch zur Verlaufskontrolle der Behandlung.

Therapie: Sowohl Gonorrhö und  Syphilis als auch die anderen beiden  Geschlechtskrankheiten (Ulcus molle und Lymphogranuloma venereum) sind mit  Antibiotika gut zu behandeln.  Entscheidend für den Rückgang dieser  Krankheiten ist neben einer  konsequenten Behandlung der Erkrankten die  Vorbeugung durch geschützten  Geschlechtsverkehr und weitere  Schutzmaßnahmen, wie sie auch für andere  sexuell übertragbare  Krankheiten wie HIV-Infektion/Aids gelten, unter anderem Partnerbehandlung.

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