Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine Impfung gegen Affenpocken für Risikogruppen empfohlen. Dies betreffe Erwachsene, die engeren Kontakt zu Infizierten hatten oder ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben.

Die Empfehlung veröffentlichte die Stiko am Donnerstag (9. Juni). Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen, ist also noch keine endgültige Empfehlung.

Mehr als 130 Fälle in Deutschland bekannt

Hintergrund der Empfehlung ist die seit einigen Wochen ungewöhnliche Häufung von Affenpocken-Infektionen in zahlreichen Ländern Europas. In Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts mit Stand Donnerstag (9.6.) 131 Infektionen registriert worden, bisher ausschließlich bei Männern.

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Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was es mit den „monkeypox“ auf sich hat, welche Symptome Betroffene haben und wie man sich ansteckt.

In der EU sei der Pockenimpfstoff Imvanex zugelassen, der auch zum Schutz vor Affenpocken eingesetzt werden könne, schreibt die Stiko in ihrer Mitteilung. Die Grundimmunisierung bestehe aus zwei Impfstoffdosen in einem Abstand von mehr als 28 Tagen. Bei Personen, die zuvor bereits eine Pockenimpfung erhalten haben, reiche eine Impfstoffdosis.

Wer zählt genau zu den Risikogruppen?

Laut Stiko sollen die Impfung insbesondere zwei Gruppen erhalten. Zu der ersten Gruppe zählten:

  • Erwachsene nach engem körperlichen Kontakt über nicht-intakte Haut oder über Schleimhäute mit einer erkrankten Person oder bei längerem ungeschützten Face-to-face-Kontakt (Abstand von weniger als einem Meter)
  • Erwachsene, die in der medizinischen Versorgung ohne Schutzausrüstung in Kontakt mit einem Erkrankten oder dem Virus gekommen sind
  • Labormitarbeiter, die versehentlich mit Affenpockenmaterial Kontakt hatten

Die Impfung soll schnellstmöglich innerhalb von 14 Tagen verabreicht werden.

Die zweite Gruppe, für die eine Impfung empfohlen werden soll, sind Personen mit einem erhöhten Expositionsrisiko. Dazu zählen laut Stiko:

  • Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Grund für diese Empfehlung sei, dass die Fälle in Deutschland bisher ausschließlich unter homosexuellen Männern aufgetreten seien und diese Gruppe deshalb besonders geschützt werden solle
  • Personal von Speziallaboratorien mit gezielten Tätigkeiten mit infektiösen Laborproben, die Orthopockenmaterial enthalten, nach individueller Risikobewertung durch Sicherheitsbeauftragte

Da der Impfstoff zunächst nur eingeschränkt verfügbar sein werde, sollen laut Stiko bevorzugt Personen aus der ersten Gruppe geimpft werden. Für die Bekämpfung des Ausbruchs sei neben der Impfung unter anderem wichtig, Fälle und Kontaktpersonen früh zu identifizieren, Isolation und Quarantäne rasch einzuleiten und Risikogruppen aufzuklären.

Prof. Dr. Roman Wölfel, Leiter des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr, beantwortet die wichtigsten Fragen zu Affenpocken

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