Wie wirksam ist eine Psychotherapie? Bei leichten Depressionen kann diese Form der Behandlung bereits ausreichen, um wieder auf die Beine zu kommen. Und bei mittleren und schweren Depressionen ist sie für den Behandlungserfolg ebenso wichtig wie die Therapie mit Antidepressiva. Es gibt prinzipiell zwei unterschiedliche Formen der Psychotherapie, die auf verschiedenen Grundannahmen basieren: Zum einen den verhaltenstherapeutischen, zum anderen den tiefenpsychologischen Ansatz.

Verhaltenstherapie

Bei der kognitiven werden schädliche Verhaltensweisen und negative Denkmuster benannt – und zum Positiven verändert. Der Patient lernt, sich selbst und seine Umwelt nicht mehr "schwarz-weiß" wahrzunehmen. Die Fähigkeit, sich schöne (positiv erlebte und wahrgenommene) Erlebnisse zu verschaffen, wird nach und nach wieder aufgebaut. Die kognitive Verhaltenstherapie wirkt bei Depressionen nachgewiesenermaßen gut.

Tiefenpsychologie

Tiefenpsychologische Behandlungsverfahren wie die Psychodynamische Psychotherapie, aus der Psychoanalyse und Tiefenpsychologie stammend, und die interpersonelle Psychotherapie (IPT), die speziell für Depressionskranke entwickelt wurde, gehen davon aus, dass die Depressionserkrankung auf einen unbewussten inneren Konflikt zurückgeht, der durch negative Erfahrungen in der frühen Kindheit und Jugend entstanden ist. Durch die Bewusstmachung dieses Konflikts, so die Annahme, gelingt es, ihn aufzulösen.

  • Eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bzw. Psychoanalyse konzentriert sich stark auf die Aufarbeitung vergangener Konflikte. Sie dauert häufig mehrere Jahre. Heute gibt es aber auch psychodynamische Kurzzeittherapien. Ziel ist eine bessere Bewältigung von Gegenwart und Zukunft.
  • Die interpersonelle Psychotherapie dauert zwischen 12 und 20 Sitzungen. Sie konzentriert sich auf die krankmachende Auswirkung von belastenden Beziehungserfahrungen vor allem in der Gegenwart, die sie verhaltenstherapeutisch verändert möchte.

Welche Psychotherapie hilft am besten? Nicht jede psychotherapeutische Methode ist für jeden gleich gut geeignet. Auch hier trifft zu: Bis das richtige Verfahren gemeinsam mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten gefunden ist, vergeht manchmal Zeit. Aber man sollte sich als Patient nicht scheuen, verschiedene Verfahren auszuprobieren. Denn der Erfolg der psychotherapeutischen Behandlung hängt maßgeblich davon ab, ob man sich mit dem gewählten Verfahren und – ebenfalls sehr wichtig – mit dem behandelnden Therapeuten wohl fühlt.

Thema Depression

Lichttherapie bei Winterdepression

Lichttherapie bei Depressionen

Winterdepression: Die dunklen Herbst- und Wintermonate machen manche Menschen depressiv. Ihnen kann oft der Einsatz von sehr hellem Kunstlicht helfen


15642193_369adf3d2b.IRWUBPROD_5HVI.jpeg

Glücksforscherin: „Man muss zurzeit nicht gut drauf sein“

Corona hinterlässt psychisch deutliche Spuren. Vor allem die Ungewissheit belaste viele Menschen, sagt eine Glücksforscherin. Das große Glück sei gerade kein Thema, eher das „Irgendwie-Durchkommen“


15362383_c896922572.IRWUBPROD_5GST.jpeg

Depressionen: Digitale Hilfe wirkt so gut wie Psychotherapie

Wo Therapieplätze fehlen, können digitale Selbsthilfeprogramme das Behandlungsangebot bei Depression erweitern, zeigt eine Studie 


15141225_67274affdc.IRWUBPROD_5F3H.jpeg

Mein Weg zurück ins Leben

Depressionen treten bei Menschen mit Diabetes häufig auf. Die gute Nachricht: Es gibt wirksame Therapien


15872377_aacc49f549.IRWUBPROD_5G7Q.jpeg

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Was ist das?

Eine Posttraumatische Belastungsstörung entsteht durch ein traumatisches Erlebnis, zum Beispiel eine Vergewaltigung, Krieg, einen schweren Unfall. Was hilft


Online Therapie erfolgreich

Mehr Qualität bei Apps für psychisch erkrankte Menschen

Medizin-Apps und Videosprechstunden versprechen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Behandlung. Doch die Qualität der Angebote muss sichergestellt sein, fordern Expert:innen


14756487_d1b1bd3174.IRWUBPROD_58EX.jpeg

Psychotherapien: Welche es gibt, wann sie helfen

Depression, Schizophrenie, Angststörung oder nach einem Unfall ein Trauma: Bei psychischen Problemen hilft eine Psychotherapie. Was Psychoanalyse und Verhaltenstherapie unterscheidet, wie Patienten


15387319_7b141626ec.IRWUBPROD_5E74.jpeg

The taboo in the head

We still hold many prejudices against the mentally ill. Why isn’t it always advisable to be open about one’s own state of mental health? And: Are we really as tolerant as we like to believe?


13629497_a351c36d7d.IRWUBPROD_58F9.jpg

Wie man richtig mit einem traumatisierten Menschen umgeht

Was man unter einem Trauma versteht und wie nahestehende Menschen helfen können, darüber sprachen wir mit dem Psychotherapeuten Marc Saretzki aus Kiel