Was sind Anzeichen einer Depression?

Auch wenn eine Depression meist auf ein Bündel individuell zusammenwirkender Ursachen zurückzuführen ist und sich ebenso vielfältig äußern kann, so gibt es doch einige recht charakteristische Anzeichen: zum Beispiel das Gefühl, nichts mehr empfinden zu können, mut-, freud-, antriebs- und kraftlos zu sein. Alles, was früher Spaß machte, erscheint plötzlich bedeutungslos, selbst einfache Tätigkeiten werden als anstrengend empfunden.

Was Betroffene sagen

Die Stimmen Betroffener bringen am besten zum Ausdruck, wie sich die Krankheit anfühlt:

"Ich bin nur noch ausgelaugt und überfordert, alles geht schwer. Schon morgens bin ich wie gerädert und würde am liebsten gar nicht aufstehen."

"Mein Kopf war so leer und ich hatte an nichts mehr Spaß. Das Leben erschien so sinnlos."

"Ich habe gar kein Selbstvertrauen mehr. Ich empfinde mich als nutzlos und es wird von Tag zu Tag schlimmer, auch weil ich gar nichts dagegen machen kann."

"Seit Wochen kann ich nachts nicht mehr schlafen. Oder ich wache viel zu früh auf und grüble nur vor mich hin."

Die Mehrheit der Kranken erlebt die Depression in ihrer monopolaren oder auch unipolaren Form. Etwa ein Prozent der erwachsenen Deutschen leidet an der bipolaren Form – früher manisch-depressive Erkrankung genannt.

Unipolare (monopolare) Depression

In ihrer unipolaren oder monopolaren Form, von der zwei Drittel aller Erkrankten betroffen sind, macht sich die Depression meistens durch Anzeichen wie diese bemerkbar:

Innere Leere - Zentral ist ein Grundgefühl tiefer Herabgestimmtheit, Traurigkeit und oft innerer Leere. Depressionskranke fühlen sich vollkommen mut- und hoffnungslos und verlieren die Freude an normalerweise als angenehm empfundenen Dingen. (So erklärt sich auch der Krankheitsname "Depression" – er ist abgeleitet vom lateinischen Wort deprimere = niederdrücken).

Energieverlust - Insgesamt haben Betroffene wenig Energie und Entschlusskraft, selbst Alltagserledigungen und einfache Entscheidungen fallen ihnen schwer. Auch die Konzentrationsfähigkeit ist reduziert, sodass sie Tätigkeiten meist als sehr anstrengend und überfordernd erleben, die vor der Erkrankung mühelos zu bewältigen waren.

Selbstzweifel - Dadurch kommt es zu einem starken Verlust an Selbstvertrauen und zu massiven Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen. Diese können sich bis zu dem Wahn steigern, die eigene Erkrankung sei eine Bestrafung für vergangenes Fehlverhalten.

Ängste - Auch Angstzustände, Gedanken an den eigenen Tod oder an Suizid (Selbsttötung) treten in schwerwiegenderen Fällen auf.

Physische Anzeichen sind massive Schlafstörungen, Appetitverlust oder –steigerung, Libidoverlust (vermindertes sexuelles Verlangen), körperliche Unruhe oder Lethargie. Sowie häufig auch diffuse Magen-, Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel oder Engegefühle in der Brust, für die der Arzt keine organischen Ursachen finden kann.

Mann sitzt auf Bank

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Bipolare Depression

Die bipolare Form der Depression, auch manisch-depressive Erkrankung genannt, ist gekennzeichnet durch einen mehr oder weniger schnellen und häufigen Wechsel zwischen sehr unterschiedlichen Krankheitsphasen. Bei depressiven Phasen leiden die Betroffenen an Symptomen, wie sie auch für die monopolare Form der Depression typisch sind (siehe oben). Häufig steht die Antriebslosigkeit im Vordergund. Die sogenannten manischen Phasen äußern sich quasi konträr:

  • Häufige Symptome sind starke euphorische (Hoch-)Gestimmtheit, eine der Situation unangemessene, "aufgekratzte" Fröhlichkeit und Energiegeladenheit, oft aber auch übersteigerte Gereiztheit bis Aggressivität.
  • Betroffene haben ein nicht zu stoppendes Redebedürfnis. Sie sprechen sehr schnell, ihre Gedanken sind flüchtig, sie sind leicht ablenkbar und überschätzen massiv ihre eigene Leistungskraft.
  • Häufig ist ein Kontrollverlust im Hinblick auf den Umgang mit Geld oder Verträgen, negative Folgen von Planungen werden nicht bedacht.
  • Auch Wahnvorstellungen, zum Beispiel Gedanken, etwas Besonderes zu sein (Sendungsbewusstsein, Größenideen) oder das Gefühl, von außen gelenkt zu werden, oder Sinnestäuschungen, wie das Hören von Stimmen, können während einer manischen Episode auftreten.

In Deutschland sind etwa 800.000 Menschen von der manisch-depressiven Erkrankung betroffen. Bei den meisten Patienten passiert der Übergang von einer depressiven zu einer manischen Phase schleichend. Manchmal geschieht er aber auch vermeintlich über Nacht.

Wie lange dauern die Phasen? Während manische Phasen unbehandelt oft nur einige Wochen oder Monate anhalten, dauern nicht behandelte depressive Episoden häufig deutlich länger. Im Einzelfall spricht man bei einer Erkrankungsdauer länger als zwei Jahre von einer anhaltenden, einer chronischen Depression – das heißt aber nicht, dass keine Hilfe möglich ist!

Der Wechsel zwischen den Phasen ist für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld eine große Belastung. Das Risiko für Suizidversuche und Suchterkrankungen ist bei manisch-depressiv Erkrankten besonders hoch. Umso wichtiger ist die rasche Diagnose und Therapie.

Thema Depression

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