Die charakteristischsten Beschwerden sind:

• Durchfall, der blutig und schleimig sein kann

• Sehr viele, kleine Stuhlentleerungen täglich

• Krampfartige Bauchschmerzen

• Andauernder, schmerzhafter Stuhldrang

Je nach Schweregrad treten…

…bei einem milden Verlauf einige flüssige Stuhlgänge pro Tag (mit oder ohne Blutbeimengungen) und eher leichte Bauchkrämpfe auf. Es kann auch zu Phasen mit Verstopfung kommen.

…bei einem moderaten Verlauf mehrmals täglich schleimiger oder blutiger Durchfall auf, dazu Bauchkrämpfe und eventuell leichtes Fieber.

…bei einem schweren Verlauf zahlreiche flüssige und blutige Stuhlgänge pro Tag auf, begleitet von heftigen Bauchkrämpfen, Fieber und Herzrasen sowie starkem Schwächegefühl.

Verlauf

Die Symptome können zu Beginn eines Schubs eher mild sein und sich im Verlauf verstärken. Ein Schub kann mehrere Wochen andauern. Manchmal kündigt sich dieser schon Wochen vorher mit dem Abgehen von kleinen Mengen Blut und Schleim an. Das Blut stammt von kleinen Geschwüren in der Darmschleimhaut, die durch die Entzündung entstehen. Klingt der Schub wieder ab, kommt es zur sogenannten Remission, also einer beschwerdefreien Phase. Wie lange diese anhält, ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Menschen kann die symptomfreie Phase einige Monate, bei Anderen Jahre andauern. In seltenen Fällen verläuft die Colitis ulcerosa kontinuierlich, bereitet also laufend Beschwerden.

Colitis ulcerosa außerhalb des Darms

Die Colitis ulcerosa ist grundsätzlich auf den Dickdarm beschränkt, sie kann jedoch auch außerhalb des Magen-Darm-Trakts auftreten. Es handelt sich dabei um sogenannte extraintestinale Manifestationen. Die Krankheit äußert sich dann durch Gelenkschmerzen (Arthritis), Entzündungen am Auge (etwa eine Uveitis) und Mund, durch Hautveränderungen (häufig in Form einer Knotenrose (Erythema nodosum)) oder durch Entzündungen an den Gallengängen (primär sklerosierende Cholangitis, PSC). Bei der PSC entzünden sich kleine Gallengänge in der Leber. Sie vernarben und werden enger, wodurch die Gallenflüssigkeit schlechter abfließen kann. Diese Vorgänge schädigen letztendlich die Leber. Auch Blutgerinnsel können Ausdruck einer Colitis ulcerosa sein.

Komplikationen

Selten führt eine Colitis ulcerosa zu gefährlichen Komplikationen. Dazu gehört, neben dem Blutverlust bei starken Blutungen, vor allem das toxische Megakolon. Hierbei bläht sich der Bauch übermäßig auf, es kommt zu heftigen Bauchschmerzen, Koliken und hohem Fieber. Diese Komplikation kann als Folge eines heftigen Schubs auftreten und ist lebensbedrohlich, denn es kann passieren, dass die Darmwand durchbricht und eine Bauchfellentzündung entsteht. Rufen Sie bei diesen Beschwerden also einen Notarzt!

Colitis ulcerosa und Darmkrebs

Wer an einer Colitis ulcerosa erkrankt ist, hat ein erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs. Dies gilt besonders für Menschen mit einer ausgedehnten Colitis mit vielen Entzündungsschüben, aber auch, wenn eine Linksseitencolitis vorliegt, insbesondere, wenn diese schon über viele Jahre besteht. Als Faustregel kann man sagen, dass das Darmkrebsrisiko nach etwa sechs bis acht Jahren Erkrankungsdauer zunimmt und dann regelmäßige Darmspiegelungen notwendig sind.

Auswirkungen auf die Psyche

Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen neigen häufig zu Depressionen und Angststörungen. Laut einer Übersichtsarbeit im Fachmagazin Lancet hat jeder Dritte eine Angststörung und jeder Vierte eine Depression. Die Autoren der Studie vermuten, dass es an den starken Einschränkungen durch die Krankheit liegt, aber auch an der Darm-Hirn-Achse. Zwischen Darm und Hirn herrscht ein reger Austausch, das zentrale und das Darm-Nervensystem kommunizieren miteinander, weshalb sich Darmbeschwerden häufig auf die Psyche, aber auch auf andere Bereiche im Körper auswirken.

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Auch eine schwere Abgeschlagenheit (Fatigue) tritt bei etwa einem Drittel der Patientinnen und Patienten mit Colitis ulcerosa unabhängig von der Entzündungsaktivität auf.

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