Ein starker Pollenflug kann das Risiko für eine Corona-Infektion erhöhen. Das ergab eine Studie unter Leitung der Technischen Universität und des Helmholtz Zentrums München, an der Forscher aus 31 Ländern rund um den Globus beteiligt waren.

Pollenflug erhöht das Risiko einer Coronainfektion

Die Wissenschaftler analysierten den Pollenflug sowie die Corona-Infektionszahlen im vergangenen Frühjahr und fanden einen Zusammenhang. 100 Pollen pro Kubikmeter Luft erhöhen demnach die Infektionszahlen um vier Prozent, bei einer extemen Belastung von 500 Pollen steigt das Risiko um 20 Prozent.

Für diesen Effekt haben die Forscher auch eine Erklärung: Pollen lösen in den Schleimhautzellen die Ausschüttung von noch unbekannten Substanzen aus, die Abwehrmechanismen gegen Viren dämpfen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Menschen an einer Allergie leiden oder nicht.  

 Risikogruppen sollten draußen FFP2-Masken tragen

Allerdings räumen die Forscher ein, dass Pollen nur einer von vielen Umweltfaktoren sind, die auf die Infektionszahlen wirken. Daneben spielen etwa die Temperaturen, die Luftfeuchtigkeit und UV-Strahlen eine Rolle.

„Wir wollen die Menschen nicht in Panik versetzen“, sagt die Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann, Mitautorin der Studie. Sie empfiehlt dennoch, beim Aufenthalt im Freien Pollenflugvorhersagern zu beachten. Vor allem Risikogruppen rät sie, bei hohen Pollenzahlen eine FFP2-Maske zu tragen. Diese hält Pollen und Viren gleichermaßen zurück. Als Risikogruppe gelten vor allem ältere Menschen sowie solche mit Vorerkrankungen oder einer Immunschwäche.

Die Regeln weiter befolgen

Allerdings gilt nach wie vor: Wer die üblichen Sicherheitsregeln beachtet, also zum Beispiel Abstand hält und Menschenansammlungen meidet, der braucht sich auch vor den Pollen nicht übermäßig zu fürchten. Das zeigen andere Zahlen der Studie: In Regionen mit Lockdown-Regeln halbierte sich der Polleneffekt auf die Infektionszahlen.

Jörg Kleine-Tebbe, Allergologe und Pressesprecher der Deutschen
Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie sagte
in einer ersten Einschätzung auf Anfrage der Presseagentur dpa: „Die Korrelation zwischen Pollenflug und Infektionen ist offenbar vorhanden, aber gering ausgeprägt.“ Es dürfe nun nicht Panik verursacht werden. „Das ist kein extremer Befund.“