Viele Menschen haben sich bislang nicht impfen lassen, weil sie den vier verfügbaren Vakzinen misstrauen. Einige Gründe: Die mRNA-Impfstoffe der Firmen Biontech und Moderna enthalten Erbgut-Abschriften. Die Vektor-Impfstoffe der Firmen AstraZeneca und Johnson & Johnson wiederum wirken etwas schlechter als die anderen beiden und waren öfter wegen seltener Nebenwirkungen in den Schlagzeilen. Auch die Zusammensetzung von Vektor-Impfstoffen schreckt manche ab: Sie bestehen aus der Hülle von harmlosen Viren und Erbgut-Stücken von Sars-Cov2-Viren. Was Experten zu diesen und weiteren Bedenken sagen, lesen Sie hier.

Der Impfstoff-Kandidat der Firma Novavax ist ein Hoffnungsträger, den zahlreiche Skeptiker seit vielen Monaten erwarten. Die Substanz mit dem Kürzel NVX-CoV2373 ist ein Totimpfstoff. Er enthält Bestandteile des sogenannten-Spike-Proteins, einem Eiweiß auf der Oberfläche von Sars-Cov2-Viren. Das körpereigene Abwehrsystem reagiert auf die Eiweiß-Schnipsel und baut so einen Immunschutz gegen Covid-19-Erkrankungen auf. Auch viele Grippe-Impfstoffe funktionieren nach diesem Prinzip – mit dem Unterschied, dass bei ihnen Eiweiß-Schnipsel von Influenzaviren die Immunreaktion hervorrufen.

13092635_b362a8a4b4.IRWUBPROD_516X.jpg

Valneva-Totimpfstoff: Was bisher bekannt ist

Ein weiterer Ganzvirus-Impfstoff gegen Corona ist in Entwicklung - mit vielversprechenden Ergebnissen laut der Firma. STIKO-Mitglied Bogdan ordnet ein

Studie zeigt: Kein Geimpfter erkrankte schwer

Der Novavax-Impfstoff wird in zwei Dosen gespritzt und ist sehr wirksam. Das untermauern am 10. Oktober 2021 vorveröffentlichte Ergebnisse. Danach reduziert das Impfen das Risiko für symptomlose Infektionen oder leichte Erkrankungen um mindestens 83 Prozent. Das Risiko für eine mittelschwere bis schwere Erkrankung sinkt dadurch sogar um mindestens 87 Prozent. In der Studie erkrankte keine einzige Person schwer, nachdem sie mit NVX-CoV2373 geimpft war. Allerdings lässt sich daraus nicht ableiten, dass das Vakzin gravierende Verläufe zu 100 Prozent verhindert – so wie andere es berichten. Die statistische Analyse der Ergebnisse lässt diesen Schluss nicht zu.

Die Studie erfolgte an fast 30.000 Erwachsenen in den USA und in Mexiko. Generell vertrugen die Versuchsteilnehmer die Impfung gut. Zu den Nebenwirkungen zählen zeitweilige Schmerzen an der Einstichstelle sowie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen. Diese Reaktionen gab es häufiger bei denjenigen, die den Impfstoff erhielten, als bei der Kontrollgruppe, denen ein Scheinpräparat gespritzt wurde. Die unerwünschten Reaktionen traten nach der zweiten Impfdosis öfter auf als nach der ersten.

Bewährtes Prinzip, neuartige Impfzutaten

Der Totimpfstoff von Novavax setzt auf ein etabliertes Impf-Prinzip. Es enthält jedoch zusätzlich einen neuartigen Wirkverstärker. Dieser basiert auf einem Saponin-Extrakt, das aus dem in Chile heimischen Seifenrindenbaum gewonnen wird. Zum Vergleich: Die bislang zugelassenen Covid-19-Impfstoffe enthalten keinen Wirkverstärker, einem sogenannten Adjuvans.

Novavax plant, noch dieses Jahr in den USA einen Zulassungsantrag für seinen Impfstoff zu stellen. So ist der Stand vom 15. Oktober 2021. Anfang November wurde der Impfstoff in Indonesien unter dem Namen Covovax zugelassen. Außerdem beantragte das Unternehmen die vorläufige Zulassung bei der Arzneimittelbehörde in Neuseeland. Auch in Australien, Großbritannien und Kanada liegen Zulassungsanträge vor. In der EU läuft bereits seit Februar 2021 ein beschleunigtes Prüfverfahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Es erfolgt in einem rollierenden Prozess. Soll heißen: Die Firma reicht ihre Ergebnisse häppchenweise ein, sobald sie vorliegen. Das soll nun der Fall sein: Der Hersteller hat für seinen Corona-Impfstoff alle für die Zulassung erforderlichen Dokumente bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) eingereicht. Der Impfstoff könnte also auch bald in der EU zugelassen werden.

Bereits im August 2021 hat die EU-Kommission mit Novavax vereinbart, 200 Millionen Dosen Impfstoff zu kaufen.

Coronavirus Diese Impfstoffe machen Hoffnung

Diese Impfstoffe machen Hoffnung

Im Namen der 27 Staaten hat die EU-Kommission bisher Verträge mit sechs Impfstoff-Herstellern abgeschlossen und so rund 2,3 Milliarden Dosen verschiedener Mittel gesichert. Weitere sollen folgen

Biontech, Moderna, Astrazeneca: Corona-Impfstoffe im Vergleich

Vier Corona-Impfstoffe im Vergleich

Um die Pandemie einzudämmen, dürfen in der EU vier zugelassene Impfstoffe genutzt werden. Wo gibt es Unterschiede, wo Gemeinsamkeiten?

11381929_971b8aa22a.IRWUBPROD_RNVI.jpeg

Sollten Schwangere auf Novavax warten?

Proteinbasierte Impfstoffe gegen Covid-19 sind zwar in der Entwicklung. Doch Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere sollten nicht auf sie warten