Dieser Artikel gibt den derzeitigen Wissensstand zum angegebenen Datum wieder. Er wird regelmäßig nach den neuesten Kenntnissen aktualisiert.

Wann gelte ich als Kontaktperson?

Wenn bei jemanden eine Infektion mit SARS-CoV-2 mittels PCR-Test festgestellt wird, wird das jeweilige Gesundheitsamt informiert. Dieses nimmt auf, mit wem sich die Person in den letzten Tagen getroffen hat und wie intensiv der Kontakt war. Nun muss das Amt eine Entscheidung fällen: Ordnet es eine Quarantäne für die Personen an, die man getroffen hat, oder nicht?

Dazu ist zunächst der Zeitpunkt entscheidend, wann Sie die infizierten Person getroffen haben. Laut dem Robert Koch-Institut gilt man etwa als Kontaktperson, wenn man "zwei Tage vor Auftreten der ersten Symptome bis mindestens 14 Tage nach Symptombeginn“ Kontakt mit der Person hatte.

Inzwischen wissen Fachleute, dass Personen besonders ansteckend sind, wenn die Symptome beginnen, und dass in vielen Fällen das Virus bereits ein bis zwei Tage vor dem Beginn von Symptomen wie Husten oder Fieber weitergegeben wurde.

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Wann muss ich in Quarantäne?

Sofern das Gesundheitsamt die Person als sogenannte enge Kontaktperson einstuft, muss diese in Quarantäne.

Dabei spielt unter anderem eine Rolle,

  • wie lange sie sich mit der infizierten Person getroffen haben (weniger oder länger als zehn Minuten)
  • ob Sie einen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern eingehalten haben oder nicht,
  • ob sie beide durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz getragen haben oder nicht
  • ob sie sich in einem geschlossenen Raum oder im Freien getroffen haben.

Denn all das beeinflusst das Risiko, sich möglicherweise angesteckt zu haben. Als enge Kontaktpersonen gelten typischerweise zum Beispiel alle Menschen, die mit der infizierten Person in einem Haushalt zusammenleben.

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Wann werde ich getestet?

Enge Kontaktpersonen von bestätigten Coronafällen sollten sich sofort testen lassen, egal ob sie Symptome haben oder nicht. So bekommen sie möglicherweise schon vor den ersten Anzeichen Klarheit, ob sie sich ebenfalls infizierten haben oder nicht. Und können ihrerseits enge Kontaktpersonen ausfindig machen.

Der Test ist allerdings immer nur "eine Momentaufnahme". Wird man an einem Tag negativ getestet, kann das Ergebnis beispielsweise zwei Tage später trotzdem positiv sein. Daher empfiehlt das Robert Koch-Institut zusätzlich während der Quarantänezeit zweimal die Woche einen Selbsttest zuhause zu machen. Genauso wie zum Ende der Quarantäne 14 Tage nach dem letzten Kontakt mit der infizierten Person. Wenn dieser Test positiv ist, muss das Ergebnis nochmal mit einem PCR-Test bestätigt werden. Dazu kontaktieren Sie gegebenenfalls das zuständige Gesundheitsamt. Denn in einigen Fällen geben Selbsttest fälschlicherweise ein positives Ergebnis.

Auch wenn der PCR-Test oder der Selbsttest negativ sind, müssen enge Kontaktpersonen die kompletten 14 Tage in Quarantäne bleiben.

Wenn die möglicherweise infizierte Person noch auf ihr Testergebnis wartet – was bedeutet das für mich als Freundin oder Angehörige?

Während die Person noch auf ihr Testergebnis wartet, könnten sich Freunde oder Angehörige schon angesteckt haben. Das Problem: Sie entwickeln frühestens zwei Tage nach der Ansteckung Symptome.

Während Sie auf das Testergebnis warten, sollten Sie sich daher weitestgehend isolieren. Sprich, wenn möglich zuhause bleiben, Homeoffice machen und möglichst wenig Menschen treffen.

Aber was ist, wenn zum Beispiel die eigene Tochter vor einigen Tagen eine Freundin getroffen hat, bei der der Verdacht einer Covid-19-Infektion besteht? Hier muss man abwägen, ob die Isolation für das Kind tragbar ist: Wie alt ist die Tochter, wie viel Betreuung braucht sie, kann ich mir das eventuell mit meinem Partner teilen? Bei Fragen kann man sich zum Beispiel an das Gesundheitsamt, die hausärztliche Praxis oder entsprechende Hotlines wie die 116117 wenden.

Was bedeutet das für meine Arbeit?

Zunächst einmal sollten Sie dem Arbeitgeber melden, dass Sie möglicherweise als enge Kontaktperson gelten. Sollte das Gesundheitsamt noch keine Quarantäne für Sie ausgesprochen haben, liegt es am Arbeitgeber, ob Sie noch zur Arbeitsstelle kommen müssen oder nicht.

Geht es um die Lohnfortzahlung, kommt es darauf an, ob Sie von zuhause aus arbeiten können oder nicht. Ist Homeoffice möglich (und Sie haben alle technischen und rechtlichen Voraussetzungen mit dem Arbeitgeber getroffen), müssen Sie – solange Sie nicht selbst erkrankt sind – vom heimischen Schreibtisch aus Arbeiten, um weiter das monatliche Gehalt zu bekommen.

Wer einen Beruf hat, der nicht von zuhause ausgeübt werden kann, der hat in der Regel Anspruch auf eine Entschädigung für den Lohnausfall. Das regelt § 56 des Infektionsschutzgesetzes. Das bedeutet konkret: Der Arbeitgeber zahlt in den ersten sechs Wochen diese Entschädigung, die so hoch ist wie das eigentliche Gehalt. Diese Kosten kann er sich bei der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslandes dann erstatten lassen.

Wichtig: Das gilt jedoch nur, wenn das Gesundheitsamt die Quarantäne offiziell ausgesprochen hat.

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Gilt das alles für mich, wenn ich bereits erkrankt war oder schon geimpft bin?

Bei einer Sars-CoV-2-Infektion bildet der Körper Abwehrstoffe gegen das Virus. Laut den momentanen Erkenntnisse hält dieser Schutz allerdings nicht dauerhaft an. Daher können auch Personen, die schon eine durch einen PCR-Test bestätigte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben, erneut in Quarantäne geschickt werden, wenn die Erkrankung länger als sechs Monate vergangen ist.

Anders verhält es sich bei Personen, die bereits zweimal geimpft sind und zwei Wochen nach der zweiten Dosis einen ständigen Impfschutz haben. Diese müssen nicht in Quarantäne, selbst wenn sie eine infizierte Person getroffen haben.

Dasselbe gilt für diejenigen, die eine Infektion mit dem Virus durchgemacht haben (nachgewiesen durch einen positiven PCR-Test) und die bereits zusätzlich eine Impfung gegen Covid-19 erhalten haben. Dennoch ist es wichtig, hier aufmerksam zu sein und auf Anzeichen zu achten, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuten. Denn trotz Impfung kann man sich mit SARS-CoV-2 anstecken und das Virus weitergeben. Bei entsprechenden Symptomen sollte man sich daher selbst isolieren und Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt oder der hausärztlichen Praxis aufnehmen, um sich testen zu lassen.

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