Was tue ich, wenn ich Beschwerden habe nach der Impfung?

Es kann nach jeder Impfung zu einer spürbaren Reaktion des Körpers kommen. Hierzu können zum Beispiel gehören:

"Diese Reaktionen sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert. Das ist normal und kein Grund zur Besorgnis", sagt Professorin Marylyn Addo, Leiterin der Abteilung Infektiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Bei Bedarf kann man schmerzlindernde oder fiebersenkende Medikamente einnehmen. Man sollte dazu mit der Hausärztin oder dem Hausarzt sprechen oder sich in der Apotheke beraten lassen.

"Nebenwirkungen, die darüber hinausgehen, sollte man der Hausärztin oder dem Hausarzt mitteilen. Zusätzlich kann man sie auch über SafeVac 2.0 melden", sagt Addo. SafeVac 2.0 ist eine kostenlose App zur Erhebung der Verträglichkeit von COVID-19-Impfstoffen. Sie ist ans Paul-Ehrlich-Institut gebunden, das ist das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und medizinische Arzneimittel.

Ab wann ist die Impfung wirksam?

Bei dem Impfstoff „Janssen“ von Johnson & Johnson reicht eine Impfung aus. Die weiteren in Deutschland zugelassenen Impfstoffe müssen mit einem zeitlichen Abstand zweimal verimpft werden. Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO die zweite Injektion nach sechs Wochen, bei dem Impfstoff von AstraZeneca nach zwölf Wochen.
Nach der zweiten Injektion - beziehungsweise der einfachen bei Johnson & Johnson - entfaltet sich der vollständige Impfschutz innerhalb von einigen Tagen: "Den vollen Impfschutz hat man ungefähr eine bis drei Wochen nach der Impfung", sagt Professorin Addo aus Hamburg. Auch nach der ersten Impfung baut sich bereits ein gewisser Schutz auf, aber noch nicht im selben Umfang.

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Wie gut schützt mich die Impfung?

Alle derzeit zugelassenen Impfstoffe schützen mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einem schweren Verlauf von COVID-19. Bei den Zulassungsstudien erkrankte niemand der Geimpften so schwer, dass eine Behandlung auf einer Intensivstation notwendig wurde.

Auch vor leichten und mittelschweren Verläufen schützen die Impfungen recht gut: Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von Moderna verringern das Risiko um rund 95 Prozent, der von Johnson & Johnson um 66 Prozent, AstraZeneca um rund 60 Prozent.

Können Geimpfte Covid-19 übertragen?

Der Impfstoff schützt mit hoher Sicherheit vor einer schweren Erkrankung durch das Coronavirus. Geimpfte können aber abgeschwächt an Covid-19 erkranken und auch Viren ausscheiden und damit weitergeben. Aktuell ist aber noch nicht sicher, in welchem Ausmaß das der Fall ist.

"Es gibt in Studien vielversprechende erste Anzeichen, denen zufolge das Risiko sehr gering ist, dass Geimpfte COVID-19 weiter verbreiten können. Aber weil hier noch lange nicht genügend Daten vorliegen, sollten auch Geimpfte in jedem Fall weiter Mundschutz tragen und Abstandsregeln einhalten", sagt Ulrike Protzer, Direktorin des Instituts für Virologie am Helmholtz-Zentrum München und Leiterin des Instituts für Virologie der Technischen Universität München.

Welche Regeln gelten für Geimpfte?

Da Geimpfte sich mit dem Coronavirus infizieren und auch auf Ungeimpfte übertragen können, sollten sie auch nach der Impfung die Vorsichtsmaßnahmen – Abstand halten, Hygiene beachten, Maske tragen und regelmäßig lüften – weiter beachten.

Daher gibt es nach den derzeitigen Regeln für Geimpfte keine Ausnahmen etwa bei der Maskenpflicht in Geschäften und geschlossenen, öffentlichen Räumen. Zudem dienen die Vorsichtsmaßnahmen auch zum eigenen Schutz: "Denn ein 100-prozentiger Schutz vor einer Ansteckung und Erkrankung ist auch durch eine Impfung nicht gegeben", sagt Ulrike Protzer.

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Welche Erleichterungen gibt es für Geimpfte?

In Israel wurde bereits eine Art Impfausweis eingeführt, der zum Beispiel dazu berechtigt, Restaurants oder Veranstaltungen zu besuchen.

In Deutschland gibt es einige „Erleichterungen“ für Geimpfte mit vollständigem Schutz:

  • Sie zählen bei privaten Treffen nicht mit, es können sich also mehr Leute treffen, wenn mehr Geimpfte dabei sind.
  • Es gibt keine nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nach dem Infektionsschutzgesetz für Geimpfte.
  • Bei speziellen Anlässen (Zoo-, Restaurant- oder Friseurbesuch) müssen Geimpfte keinen negativen Test vorweisen.
  • Kontaktbeschränkungen beim Sport sind für Geimpfte aufgehoben.
  • Geimpfte müssen sich nicht an die Quarantäneregeln nach Reisen halten - Ausnahme hiervon ist die Rückkehr aus Virusvarianten-Gebieten.

Was tun bei typischen COVID-19-Beschwerden trotz Impfung?

Wer geimpft ist und typische COVID-19-Anzeichen bei sich bemerkt – die häufigsten Symptome sind Fieber und Husten, besonders charakteristisch ist der vorübergehende Verlust des Riech- und Geschmackempfindens –, der sollte sich sicherheitshalber testen lassen. Denn auch eine Impfung ist nicht immer zu 100 Prozent verlässlich.

Wie lange hält der Impfschutz an?

Sicher weiß man aus den Zulassungsstudien, dass der Impfschutz einige Monate anhält. Eine längere Beobachtungszeit der Geimpften liegt noch nicht vor. Womöglich verliert die Impfung bereits nach einem halben Jahr ihre Wirkung, vielleicht wirkt sie auch viele Jahre. Das ist bislang noch nicht sicher.

Eine Reihe von Studien liefern Hinweise darauf, dass die Wirkung nicht plötzlich nachlassen wird, sondern dass der Impfschutz im Körper zumindest etwa ein Jahr oder länger bestehen könnte. Fachleute sehen Hinweise, dass die Impfung womöglich einen länger anhaltenden Schutz gewährt als eine durchgemachte Infektion. Aber – und das ist kein Wunder angesichts der Tatsache, dass SARS-CoV-2 gerade einmal vor etwas mehr als einem Jahr entdeckt wurde – bei alldem gilt: Genaues weiß man noch nicht.