Die führenden Wirtschaftsmächte wollen gemeinsam für eine gerechte Verteilung von erschwinglichen Corona-Impfstoffen auf der ganzen Welt sorgen. In der Abschlusserklärung ihres G20-Gipfels nahmen sie sich am Sonntag außerdem vor, alles zu unternehmen, um die schwer angeschlagene Weltwirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Impfstoffgerechtigkeit

Hauptthema des zweitägigen Videogipfels unter Leitung Saudi-Arabiens war der Kampf gegen die Corona-Pandemie, die weltweit schon fast 1,4 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Das Virus hat sich in fast alle Länder der Welt ausgebreitet. Es wird aber erwartet, dass spätestens um den Jahreswechsel mit der Verteilung von Impfstoffen begonnen werden kann.

Die G20 trat mit ihrer Abschlusserklärung Befürchtungen entgegen, dass arme Länder dabei stark benachteiligt werden könnten. "Wir werden keine Mühe scheuen, um einen bezahlbaren und gerechten Zugang für alle Menschen sicherzustellen", heißt es darin.

Die Gruppe verpflichtete sich auch, die finanziellen Mittel für die internationale Initiative zur Verteilung von Impfstoffen (Covax) zu stellen. Deutschland beteilige sich daran mit mehr als einer halben Milliarde Euro, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es fehlen bis Ende 2021 aber noch sechs Milliarden US-Dollar (5,1 Milliarden Euro). Merkel zeigte sich bereit, noch mehr zu tun, nahm aber auch andere Länder in die Pflicht: "Deutschland hat selten nichts gemacht. Aber Deutschland kann auch nicht alleine die internationale Allianz aufrechterhalten."

In der Abschlusserklärung wird die Pandemiebekämpfung als Schlüssel für den wirtschaftlichen Aufschwung genannt. Armen Ländern werden weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt. Im nächsten Jahr werde überprüft, ob die wirtschaftliche und finanzielle Lage eine Verlängerung der bislang bis Juni 2021 vereinbarten Stundung der Rückzahlung um sechs Monate erfordert.

EU-Ratspräsident: Weltweiter Vertrag zur Bekämpfung künftiger Pandemien

EU-Ratspräsident Charles Michel schlug einen weltweiten Vertrag zur Bekämpfung künftiger Pandemien vor. Die internationale Zusammenarbeit soll darin unter Einbeziehung aller Organisationen der Vereinten Nationen fest vereinbart werden, um schneller und koordinierter reagieren zu können. Merkel unterstützte den Vorschlag.

Nächster Gipfel Ende Oktober

Am 1. Dezember übernimmt Italien die G20-Präsidentschaft von Saudi-Arabien. Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte kündigte den nächsten Gipfel für Ende Oktober an - dann vielleicht ja auch wieder physisch.