Was tue ich, wenn ich Beschwerden habe nach der Impfung?

Es kann nach jeder Impfung zu einer spürbaren Reaktion des Körpers kommen. Das kann zum Beispiel sein: Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle oder eine Rötung dort, leichtes Fieber, Müdigkeit oder grippeähnliche Symptome. "Diese Reaktionen sind ein  Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert. Das ist normal und kein Grund zur Besorgnis", sagt Professorin Marylyn Addo, Leiterin der Abteilung Infektiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Bei Bedarf kann man schmerzlindernde oder fiebersenkende Medikamente einnehmen. Man sollte dazu mit der Hausärztin oder dem Hausarzt sprechen oder sich in der Apotheke beraten lassen.

"Nebenwirkungen, die darüber  hinausgehen, sollte man  der Hausärztin oder dem Hausarzt  mitteilen. Zusätzlich kann man sie auch über SafeVac 2.0 melden", sagt Addo. SafeVac 2.0 ist eine kostenlose App zur Erhebung der Verträglichkeit von COVID-19-Impfstoffen. Sie ist ans Paul-Ehrlich-Instituts gebunden, das ist das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und medizinische Arzneimittel.

Ab wann ist die Impfung wirksam?

Bei den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen braucht es zwei Injektionen. Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna sollte die zweite Injektion nach drei bis vier Wochen erfolgen, bei dem Impfstoff von AstraZeneca nach neun bis zwölf Wochen.
Nach der zweiten Injektion entfaltet sich der vollständige Impfschutz innerhalb von einigen Tagen: "Den vollen Impfschutz hat man ungefähr eine bis drei Wochen nach der Impfung", sagt Professorin Addo aus Hamburg. Auch nach der ersten Impfung baut sich bereits ein gewisser Schutz auf, aber noch nicht im selben Umfang.

Wie gut schützt mich die Impfung?

Alle drei derzeit zugelassenen Impfstoffe – von AstraZeneca, von Biontech/Pfizer und von Moderna – schützen mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einem schweren Verlauf von COVID-19. Bei den Zulassungsstudien erkrankte niemand der Geimpften so schwer, dass eine Behandlung auf einer Intensivstation notwendig wurde.

Auch vor leichten und  mittelschweren Verläufen schützen die Impfungen recht gut: Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von Moderna verringern das Risiko um rund 95 Prozent, der von AstraZeneca um rund 60 Prozent.

Bin ich als Geimpfter noch ansteckend?

Der Impfstoff schützt zwar mit hoher Sicherheit vor einer (schweren) Erkrankung durch das Coronavirus. Aber ob er die Infektion mit dem Virus verhindert und ob er verhindert, dass man andere Menschen ansteckt, ist bislang noch nicht vollständig geklärt.

"Es gibt in Studien vielversprechende erste Anzeichen, denen zufolge das Risiko sehr gering ist, dass Geimpfte COVID-19 weiter verbreiten können. Aber weil hier noch lange nicht genügend Daten vorliegen, sollten auch Geimpfte in jedem Fall weiter Mundschutz tragen und Abstandsregeln einhalten", sagt Ulrike Protzer, Direktorin des Instituts für Virologie am Helmholtz-Zentrum München und Leiterin des Instituts für Virologie der Technischen Universität München.

Was verändert sich für mich in Bezug auf die Vorsichtsmaßnahmen?

Dass man auch als Geimpfter womöglich trotzdem Andere anstecken kann, ist nur einer von mehreren Gründen, warum die  Vorsichtsmaßnahmen – halten, Hygiene beachten,  Maske tragen und regelmäßig Lüften – weiter wie vor der Impfung beachtet werden sollten.

Einerseits gibt es nach den derzeitigen Regeln für Geimpfte keine Ausnahmen etwa bei der Maskenpflicht in Geschäften und geschlossenen, öffentlichen Räumen.

Andererseits dienen die Vorsichtsmaßnahmen auch zum eigenen Schutz: "Denn ein 100-prozentiger Schutz vor einer Ansteckung und Erkrankung ist auch durch eine Impfung nicht gegeben", sagt Ulrike Protzer.

Habe ich als Geimpfter sonst mehr Freiheiten als Ungeimpfte?

In Israel wurde bereits eine Art Impfausweis eingeführt, der zum Beispiel dazu berechtigt, Restaurants oder Veranstaltungen zu besuchen.  Ähnliches wird auch in Deutschland diskutiert, allerdings auch von vielen Seiten  kritisiert. Für einen Impfausweis, der  Sonderrechte und besondere Freiheiten gewährt, gibt es daher bislang hierzulande keine konkreten Pläne.

Was tue ich, wenn ich typische COVID-19-Beschwerden bekomme?

Wer als Geimpfter typische COVID-19-Anzeichen an sich entdeckt – mit die  häufigsten Symptome sind  Fieber und Husten, besonders charakteristisch ist der vorübergehende Verlust des Riech- und Geschmackempfindens –, der sollte sich sicherheitshalber testen lassen. Denn auch eine  Impfung ist nicht immer zu 100 Prozent verlässlich.

Wie lange wird der Impfschutz anhalten?

Sicher weiß man aus den Zulassungsstudien, dass der Impfschutz einige Monate anhält. Eine längere Beobachtungszeit der Geimpften liegt noch nicht vor. Womöglich verliert die Impfung bereits nach einem halben Jahr ihre Wirkung, vielleicht wirkt sie auch viele Jahre.  Das ist bislang noch nicht sicher.

Eine Reihe von Studien liefern  Hinweise darauf, dass die Wirkung nicht plötzlich nachlassen wird, sondern dass der Impfschutz im Körper zumindest etwa ein Jahr oder  länger bestehen könnte. Experten sehen  Hinweise, dass der Schutz einer Impfung womöglich einen länger anhaltenden Schutz gewährt als eine durchgemachte Infektion. Aber – und das ist kein Wunder angesichts der Tatsache, dass SARS-CoV-2 gerade einmal vor etwas mehr als einem Jahr entdeckt wurde – bei alldem gilt: Genaues weiß man noch nicht.