Über viele Monate hinweg hing extrem viel von der Zahl 50 ab. Infizierten sich in einem Landkreis binnen einer Woche mindestens 50 Menschen pro 100000 Einwohner, mussten die Entscheidungsträger Schutzmaßnahmen und Kontaktbeschränkungen in ihrem Gebiet verschärfen. Doch jetzt wird die sogenannte 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen aus dem Infektionsschutzgesetz des Bundes gestrichen. Die Bundesländer sollen künftig weitgehend eigenverantwortlich festlegen, nach welchen Kriterien sie welche Maßnahmen ergreifen. Die Bundesregierung empfiehlt, sich dabei vor allem an der Auslastung der Krankenhäuser durch Covid-19-Patienten zu orientieren. Hier die wichtigsten Informationen zu den häufig genannten Coronadaten.

Die 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierung

Diese Zahl ist seit September 2021 die wichtigste Grundlage, um Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern festzulegen. So empfiehlt es zumindest die Bundesregierung. Der Wert gibt an, wie viele Covid-19-Patienten pro 100000 Einwohner binnen sieben Tagen neu in deutschen Kliniken aufgenommen wurden. Die Berechnung der bundesweiten Inzidenz erfolgt auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt. Die 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierung wird im täglichen Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) veröffentlicht. Die Zahlen sind dort nach Altersgruppen aufgeschlüsselt. Oft wird für diese wichtige Kennzahl auch der Begriff Hospitalisierungsrate verwendet.

Die Belegungs-7-Tage-Inzidenz

Sie gibt an, wie viele Covid-19-Patienten im Mittel in den vergangenen sieben Tagen wegen dieser Infektion in Kliniken behandelt wurden. Sie erfasst also die aktuelle Belastung der Krankenhäuser durch Covid-19-Patienten. Der Wert wird zum Beispiel in Niedersachsen als ein Kennwert zur Einschätzung der aktuellen Situation genutzt.

Anteil der hospitalisierten Fälle

Diese Zahl erfasst, wie viel Prozent der Personen mit einer diagnostizierten Sars-Cov-2-Infektion deswegen in ein Krankenhaus stationär aufgenommen werden. Auch diese Zahl wird im Wochenbericht des RKI veröffentlicht. Zu Beginn des Jahres 2021 erreichte sie mit 12 Prozent ihren bisherigen Höchstwert. Grund: Damals lag der Anteil an erkrankten älteren Menschen besonders hoch. Sie tragen einen besonders hohes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung, die im Krankenhaus behandelt werden muss.

Die Anzahl der Patienten auf Intensivstation

Sie gibt an, wie viele Patienten in Krankenhäusern intensivmedizinisch behandelt werden. Die Zahlen für Deutschland werden von der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) gemeinsam mit dem (RKI) geführt. In den Tagesreports lässt sich jeweils auch ablesen, wie viele dieser Patienten beatmet werden müssen und wie viel Prozent der insgesamt betreibbaren Intensiv-Betten mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen

Der Wert war bis August 2021 der wichtigste Maßstab für politische Entscheidungen. Er erfasst die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage und wird pro 100.000 Einwohner angegeben. Beispiel: Bei einer 7-Tage-Inzidenz von 150 wurde in den letzten sieben Tagen bei 150 von 100.000 Menschen COVID-19 neu diagnostiziert und an das Robert-Koch-Institut gemeldet. Die 7-Tages-Inzidenz wird für jeden Landkreis, jedes Bundesland und für die gesamte Bundesrepublik erfasst. In dem wöchentlichen Lagebericht, den das Robert-Koch-Institut jeweils donnerstags veröffentlicht, ist er
bundesweit nach Altersgruppen aufgeschlüsselt. Insbesondere Neuinfektionen bei Jugendlichen und Kindern dürften weiterhin eine tragende Rolle spielen, um Schutzmaßnahmen festzulegen. Denn nur wenige Minderjährige haben einen Immunschutz. Deshalb sind sie nun Spitzenreiter bei der 7-Tage-Inzidenz von Neuinfektionen.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen

Sie beschreibt absolute Zahl der täglich erfassten Infektionen. Sie liegen in den täglichen Nachrichten meist ganz vorne, obwohl sie nur bedingt aussagekräftig sind. Denn sie variieren stark von einem Tag zum anderen und liegen oft zu Wochenbeginn am niedrigsten. Das liegt unter anderem daran, dass an Wochenenden weniger getestet wird, weil die Arztpraxen geschlossen sind. Doch die Zahl taugt sehr wohl für einen groben Überblick, wie sich die Infektionszahlen entwickeln: Sofern sie mit gleichen Wochentag der vergangenen Woche verglichen wird.

Der R-Wert

Das R steht für Reproduktionszahl. Sie sagt aus, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt werden. Bei einem R-Wert von 1 ist das im Schnitt eine weitere Person. Aussagekräftig ist das Wochenmittel. Denn der sogenannte 7-Tage-R-Wert unterliegt nicht den täglichen Schwankungen durch verzögerte Tests und Meldungen etwa am Wochenende. Der 7-Tage-R-Wert ist ein einfaches Maß, um die aktuelle Infektionsdynamik zu erfassen. Liegt er unter 1, sinkt die Anzahl der Neuinfizierten, liegt er über 1, steigt sie an und liegt er um die 1, bleibt die auf einem gleichbleibenden stabilen Niveau.

Aktuelle Zahlen finden Sie auf dem täglichen Lagebericht und dem Wochenbericht des RKI hier. Eine detaillierte Aufschlüsselung zur aktuellen Auslastung der Intensivbetten finden Sie bei der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin hier.