Um die dritte Corona-Welle unter Kontrolle zu behalten, gibt es zu Ostern keine Lockerungen. Verwandtenbesuche sind zwar im eingeschränkten Rahmen möglich, aber nicht unbedingt ratsam.

Ist eine digitale Alternative möglich?

Zwar ist die Sehnsucht, Oma oder Papa mal wieder zu sehen, bei vielen Menschen groß. Trotzdem sollte man sich angesichts der starken Verbreitung der neuen ansteckenderen und tödlicheren Corona-Varianten überlegen, ob es nicht auch ein risikofreies digitales Treffen per Videochat sein kann.

Denn klar ist: Ganz auszuschließen ist eine Ansteckungsgefahr nur, wenn man sich nicht persönlich mit den Verwandten trifft. Wer das Risiko möglichst klein halten will, kann aber verschiedene Empfehlungen beachten.

Was ist überhaupt erlaubt?

Maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen zusammenkommen, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht mitzählen. In Regionen und Ländern mit höheren Infektionszahlen können verschärfte Kontaktbeschränkungen gelten: Liegt die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis an drei Tagen in Folge bei mehr als 100, sollen sich nur ein Haushalt und eine weitere Person treffen können; Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit.

In ihrem Beschluss vom frühen Dienstagmorgen appellierten Bund und Länder, auf nicht zwingend notwendige Reisen zu verzichten - auch über Ostern.

Wenn persönlich treffen, dann draußen

Am besten schon vorher den Wetterbericht verfolgen, wann das Wetter warm und sonnig genug ist, damit man sich im Freien treffen kann. Denn falls man virushaltige Aerosole ausatmet, verflüchtigen sie sich draußen schnell, während sie sich in der Raumluft konzentrieren können.

Dennoch sollte man auch draußen auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand achten, mindestens 1,5 Meter, besser 2 Meter. Am besten pro Haushalt einen eigenen Tisch aufstellen.

Ist eine vorherige Selbstisolation sinnvoll?

Aus Sicht des Münchner Infektiologen Prof. Clemens Wendtner: Ja. Ideal seien vor einem Familienbesuch 10 bis 14 Tage Selbstisolation, weil sich erst in dem Zeitraum das Ansteckungsrisiko im Falle einer unentdeckten Infektion deutlich reduziere, erklärt er.

Konkret heißt das: Möchte ich zum Beispiel am Ostersonntag (4. April) zu den Großeltern, sollte ich mich spätestens ab diesem Freitag (26. März) isolieren. Das heißt: Niemanden treffen und nach Möglichkeit gar nicht rausgehen, auch nicht zum Einkaufen.

Was ist mit Schnelltests?

Die Antigen-Schnelltests lassen sich in kommunalen und privaten Testzentren und in vielen Apotheken kostenlos durchführen. Und sie werden auch als Selbsttests für den Heimgebrauch verkauft.

Aus Sicht von Wendtner ist so ein Test eine sinnvolle Ergänzung - er gibt jedoch keine hundertprozentige Sicherheit, und darum sollte man auch bei einem negativen Schnelltest-Ergebnis die Hygieneregeln weiterhin einhalten. Das heißt: Umarmungen und abstandsloses Zusammensitzen sind auch dann nicht empfehlenswert.

Wann sollte man den Schnelltest durchführen?

Er ist nach Angaben von Wendtner für maximal 24 Stunden aussagekräftig - deshalb macht man ihn am besten am Tag des Besuchs.

Ist ein PCR-Test besser?

Dieser schlägt zwar im Vergleich zum Antigen-Schnelltest auch bei geringer Viruslast an. Doch der Abstrich muss mit genügend Vorlauf zum Besuch gemacht werden, so Wendtner: „Das birgt Risiken, da eine Infektion, die sich möglicherweise erst in der Zeit zwischen Test und Besuch ereignet, nicht durch das Testergebnis abgedeckt ist.“

Und was ist, wenn die Großeltern schon geimpft wurden?

Auch in diesem Fall empfiehlt Wendtner die Einhaltung der Hygieneregeln. Das gelte insbesondere dann, wenn durch eine noch fehlende Zweitdosis oder einen recht kurzen zeitlichen Abstand zur zweiten Dosis noch kein vollständiger Impfschutz bestehe.

Außerdem gibt er zu bedenken: „Auch zum Schutz der jüngeren Familienmitglieder ohne Impfschutz sollten weiterhin alle auf die Hygieneregeln achten.“ Junge und gesunde Menschen könnten ebenso schwer an Covid-19 erkranken oder nach der Infektion an Langzeitfolgen leiden.

Wie unterscheidet sich die Situation von Weihnachten 2020?

Besonders die Ausbreitung von Corona-Virusvarianten alarmiert Fachleute. Allen voran die Variante B.1.1.7, die ansteckender ist und nach derzeitigem Wissensstand auch ein deutlich höheres Sterberisiko mitbringt als die Ursprungsvariante des Sars-CoV-2-Virus.

„Aus medizinischer Sicht stellt uns Ostern mit Blick auf die infektiöseren Virusvarianten, die sich in Deutschland immer stärker ausbreiten, in jedem Fall vor nochmals größere Herausforderungen, als es zuletzt Weihnachten tat“, erklärt Wendtner.

Bei Husten, Schnupfen oder Fieber zuhause bleiben!

Nur die Kombination aller verfügbaren Instrumentarien könnten das Risiko einer Infektion beim Ostertreffen minimieren - aber auch nicht gänzlich ausschließen, so der Experte. Klar ist außerdem: Wer sich unwohl fühlt oder Symptome wie Husten, Schnupfen oder Fieber hat, sollte sich zu Hause auskurieren, statt Angehörige zu treffen.

Mehr zu Selbsttests hören Sie auch in unserem Podcast