Der Gutscheinversand für FFP2-Masken für Menschen über 60 und chronisch Erkrankte läuft nach Einschätzung des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) nur schleppend an. "Es fragen Kunden in den Apotheken nach: 'Wo bleiben die Gutscheine?'", sagte die stellvertretende Verbandssprecherin Ursula Sellerberg am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Es fragten auch immer wieder Kunden nach, ob sie noch einmal kostenlose Masken bekommen könnten, weil sie noch keine Gutscheine bekommen hätten.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte, es zu ermöglichen, dass ein Maskenkauf später durch einen Gutschein erstattet wird. Die Ansteckungsgefahr sei jetzt am höchsten, erklärte Vorstand Eugen Brysch.

Bund unterstützt kostenlose Masken-Aktion

Der Bund hatte die Ausgabe der verstärkt schützenden FFP2-Masken für diesen Winter für Menschen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe beschlossen - das sind bis zu 27 Millionen Menschen.

In einem ersten Schritt im Dezember vergangenen Jahres sollten Betroffene drei Masken gratis in der Apotheke holen können. Ab 1. Januar sollten sie von der Krankenkasse Gutscheine für zweimal je sechs Masken mit einem Eigenanteil von jeweils 2 Euro bekommen.

Der Bund unterstützt die Aktion. 491,4 Millionen Euro Rückerstattung gingen so an den Notdienst-Fonds des Apothekerverbands, der das Geld anschließend den Apothekern zukommen lässt. Geteilt durch 81 Millionen Masken ergibt das einen Stückpreis von sechs Euro pro Maske. Laut Angaben des Notdientsfonds laufen die Zahlungen an die Apotheken bereits. Risikopatienten sollten demnach in Apotheken bevorzugt behandelt werden.

Erste Gutscheine an Risikopatienten verschickt

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen teilte mit, die Auslieferung der Gutscheine durch die Bundesdruckerei sei in der ersten Januarwoche gestartet. Nun seien die Krankenkassen selbst für das Umpacken und Versenden an die Versicherten verantwortlich.

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Die Techniker-Krankenkasse versandte nach eigenen Angaben bis 13. Januar etwa 20 Prozent der Gutscheine. Bei der Barmer-Krankenkasse sind nach deren Angaben ein Drittel der bestellten Voucher geliefert worden. Die Krankenkassen rechnen damit, dass sich die Aktion bis in den Februar hinein zieht.

Die Masken-Lager sind gut gefüllt

Bereits im Dezember hatte die neue Maskenschutzverordnung der Bundesregierung für Schwierigkeiten in den Apotheken gesorgt. "Damals sind viele Kunden in die Apotheken gestürmt, um sich als erste eine Gratismaske abzuholen", sagt der Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Christian Splett. Diese hohe Nachfrage gleich zu Beginn hätten manche Apotheken nicht sofort in vollem Umfang bedienen können, sondern erst bei ihren Lieferanten nachbestellen müssen.

Mittlerweile habe sich die Situation entspannt. "Neun von zehn Apotheken fühlen sich gut gerüstet für die nun laufende, zweite Phase der Maskenaktion", sagt ABDA-Sprecher Splett. Zwar sei es möglich, dass vereinzelt Lieferverzögerungen entstünden. Grundsätzlich gehe man aber davon aus, dass ausreichend Masken zur Verfügung stehen.

Auch die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Bussen, Bahnen sowie in Geschäften, die seit 18. Januar in Bayern gilt, stelle keine Gefahr für die Versorgung dar. "Senioren, die Gratismasken erhalten, müssen nicht fürchten, dass andere Kunden ihnen diese wegkaufen", sagt der Sprecher des Bayerischen Apothekenverbandes, Thomas Metz. Nach dem ersten Ansturm auf die kostenlosen Masken im Dezember habe der Großhandel angekündigt, die Lieferketten sicherzustellen. "Heute gehören die Gratismasken zum Regelfall, die Apotheken sind gut bevorratet."

FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten aber auch keinen 100-prozentigen Schutz. Den Bund kostet die Aktion rund 2,5 Milliarden Euro.