Bei Morbus Scheuermann wachsen die Rückenwirbel ungleichmäßig: An manchen Wirbelkörpern kommt es zu einem Fehlwachstum innerhalb der sogenannten Wachstumszonen (Ringapophysen), die sich oben und unten am Wirbelkörper befinden. Der "vordere", also bauchseitige Anteil bleibt im Wachstum zurück, während der "hintere" rückenseitige weiter wächst. So entstehen keilförmige Wirbel, meistens im Bereich der Brustwirbelsäule.

Durch die veränderte Wirbelform haben die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern weniger Platz. Sie sind zur Bauchseite hin verschmälert. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist hier herabgesetzt. Dagegen können nicht betroffene Wirbelsäulenabschnitte sehr beweglich sein.

Charakteristisch: Schmorl'sche Knötchen

In das Knochengewebe an Deck- und Bodenplatten der Wirbel dringt manchmal benachbartes Bandscheibengewebe ein – diese Bandscheibenknötchen heißen Schmorl'sche Knötchen (auch Schmorl-Knötchen). Sie sind ein charakteristischer Hinweis auf M. Scheuermann.

Mögliche Ursachen: Veranlagung und äußere Einflüsse

Eine gewisse Neigung zur Scheuermann-Krankheit ist vererbbar. Das bedeutet aber nicht, dass die Krankheit bei einer solchen Veranlagung zwangsläufig auftritt. Welche Faktoren dazu beitragen, dass es tatsächlich zum Morbus Scheuermann kommt, wird noch erforscht.

Äußere Umstände können das Krankheitsgeschehen wohl zusätzlich verstärken:

  •  Intensive Belastungen zum Beispiel durch manche Hochleistungssportarten
  • Eine "schlechte", ständig gebückte Körperhaltung
  • Sportarten, die eine Rundrückenhaltung fördern.
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