Diabetes Ratgeber

Sie leiden immer wieder an Muskelkrämpfen? Oft sind sie ein Zeichen dafür, dass der Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das kann zum Beispiel passieren, wenn Sie viel schwitzen und wenig trinken. Bei hohem Blutzuckerspiegel gehen Wasser und Mineralstoffe über den Urin verloren, was die Neigung zu Krämpfen verstärken kann.

Viele Ursachen für Muskelkrämpfe

Manche Medikamente können ebenfalls den Mineralstoffhaushalt stören und Krämpfe fördern, etwa Diuretika gegen Bluthochdruck, Magensäureblocker und Abführmittel. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob eines Ihrer Arzneimittel für die Krämpfe verantwortlich sein könnte.

Auch ein zu intensives Training, stundenlanges Sitzen und unbequeme Schuhe fördern Krämpfe. Manchmal ist die Ursache eine Krankheit, etwa ein Nervenschaden oder Durchblutungsstörungen. Bei häufigen Krämpfen, die sich durch eine Gegendehnung nicht rasch lösen, sollten Sie zum Arzt gehen.

Krampf-Prävention: Dehnen und Trinken

Gelegentliche Krämpfe sind meist kein Grund zur Sorge. Treten sie vor   allem nachts auf, können Sie mit Dehnübungen vor dem Schlafen   vorbeugen. Ein Beispiel: Setzen Sie sich mit gestreckten Beinen auf den   Boden, ziehen Sie die Fußspitzen zu sich hin. Achten Sie darauf, genug   zu trinken, am besten magnesiumreiches Mineralwasser. Magnesium ist für   die Muskelfunktion wichtig. Viel Magnesium steckt zum Beispiel auch in   Vollkornprodukten und Nüssen.

Wenn die Krämpfe trotzdem immer wieder auftreten, kann die Einnahme eines Magnesium-Präparates sinnvoll sein. Besprechen Sie sich dazu mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Wie zieht sich ein Muskel im Normalfall zusammen?

Die folgende Animation erklärt es:

Was passiert beim Wadenkrampf?

Im Muskel kommt es zu einem "Kurzschluss": Im Endteil des Nervs entstehen spontan elektrische Reize; die Isolierschicht ist hier dünner, der Nerv leicht erregbar. Es treffen sehr viele Reize hintereinander auf den Muskel, dieser bleibt dadurch angespannt, ohne wieder zu entspannen - ein schmerzhafter Krampf entsteht.

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Diabetes begünstigt Wadenkrämpfe

Bei hohem Blutzucker scheidet der Körper mit dem Zucker auch wertvolle Flüssigkeit (Elektrolyte) aus. Das Krampfrisiko steigt.

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Nervenschäden (Neuropathien) sind eine häufige Diabetesfolge. Die Nerven sind schlecht isoliert und sehr empfindlich. Es kommt leichter zu einem "Kurzschluss".

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Auch mechanische Reize, etwa eine schwere Decke auf dem Fuß, begünstigen Krämpfe.

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