Diabetes Ratgeber

Beim Antrag: Ehrlich sein

Die Versicherungen fragen bei einem Berufsunfähigkeitsvertrag (BU) nach sogenannten gefahrerheblichen Umständen. Dabei geht es auch um chronische Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Alle Fragen dazu müssen Sie als Antragsteller ehrlich und vollständig beantworten. Sonst können die Versicherer im Schadensfall die Zahlung verweigern. Die zuvor eingezahlten Beiträge werden dann auch nicht zurückgezahlt. Um bei den Gesundheitsfragen keine Angaben zu vergessen, kann man sich bei seiner Krankenversicherung eine Selbst­auskunft einholen.

Risikobewertung: Oft sehr teuer

Bei chronischen Erkrankungen nehmen die Versicherungen vor dem Vertragsabschluss eine sogenannte Risikobewertung vor. Das heißt: Sie prüfen etwa, um welche Form des Diabetes es sich handelt, wie der Krankheitsverlauf ist oder ob schon Folgekrankheiten bestehen. Diabetikern verweigern Versicherungen leider in vielen Fällen eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wenn die Versicherung dennoch zustande kommt, sind oft Risikozuschläge fällig — und das kann teuer werden. Deshalb: unbedingt das Kleingedruckte lesen, bevor Sie unterschreiben.

Die Situation verbessern soll eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung für Typ-1-Diabetiker, die man in Kürze provisionsfrei im Internet abschließen kann.

Als berufsunfähig gilt, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf wegen Krankheit oder Kräfteverlust nicht mehr zu mindestens 50 Prozent ausüben kann.

Eine Frage der Willkür

Es kann passieren, dass ein Unternehmen mit einem Menschen mit Diabetes einen Vertrag abschließt — und mit einem anderen nicht. Wehren kann man sich dagegen kaum: Unternehmen dürfen selbst entscheiden, wen sie zu welchen Konditionen versichern und wen nicht. Es handelt sich um einen freiwilligen Vertragsschluss. Das ist ähnlich wie bei einem Kaufvertrag.

Die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit aus dem Jahr 2018 (Quelle: statista.com, 2019)

Die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit aus dem Jahr 2018 (Quelle: statista.com, 2019)

Tipp: Chancen verbessern

Am besten stellen Eltern für ihre Kinder früh einen Antrag, solange sie noch gesund sind. Auch wenn ein Diabetes schon besteht, haben Kinder und Erwachsene bessere Chancen, versichert zu werden, solange noch keine Folgekrankheiten aufgetreten sind.

Lassen Sie sich von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten. Dieser kann eine anonyme Risikovoranfrage bei verschiedenen Anbietern stellen und Ihre Chancen einschätzen. Die Dokumente mit den Gesundheitsfragen sollten Sie Schritt für Schritt aufmerksam durchgehen. Achten Sie darauf, dass Folgeschäden des Diabetes im Vertrag nicht ausgeschlossen sind. Ein solcher Vertrag wäre sinnlos.

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Ein Absatz mit einer "abstrakten Verweisbarkeit" sollte auch nicht im Vertrag stehen. Das bedeutet, dass der Versicherer Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit an einen anderen Beruf verweisen kann, und zwar unabhängig davon, ob Sie diesen Beruf tatsächlich ausüben. Damit kann die Versicherung die Zahlung umgehen.

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