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Traubensilberkerze: Pflanzliche Hilfe in den Wechseljahren

Inhaltsstoffe aus der Traubensilberkerze können Wechseljahresbeschwerden lindern

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 18.05.2020

Traubensilberkerze – kurz erklärt

Die Traubensilberkerze nennt sich im Lateinischen Cimicifuga racemosa und ist in den USA und Kanada beheimatet. Sie kann Beschwerden in den Wechseljahren lindern, vor allem Hitzewallungen und übermäßiges Schwitzen.

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Welche Inhaltsstoffe kommen in der Traubensilberkerze vor?

Die als Arznei genutzten Inhaltsstoffe befinden sich im Wurzelstock. Er enthält unter anderem Triterpenglykoside und Flavonoide.

Gegen was hilft Traubensilberkerze?

  • Wechseljahresbeschwerden

Inhaltsstoffe aus der Traubensilberkerze binden möglicherweise an Östrogenrezeptoren sowie an die Andockstellen von bestimmten Botenstoffen im Gehirn. Darauf weisen zumindest Experimente im Labor hin.

Die derzeitige Studienlage deutet daraufhin, dass spezielle Zubereitungen aus der Traubensilberkerze Wechseljahresbeschwerden lindern können. Dies gilt vor allem für Hitzewallungen und übermäßiges Schwitzen. Da sich die verschiedenen Analysen teilweise nur schwer vergleichen lassen, lässt sich aber noch keine endgültige Aussage zur Wirksamkeit treffen.

Befinden Sie sich in den Wechseljahren, sollten Sie Beschwerden, die Sie auf die Menopause zurückführen, trotzdem bei einem Arzt abklären lassen. Auch andere Ursachen können zum Beispiel hinter vermehrtem Schwitzen stecken, etwa eine Schilddrüsenerkrankung. Klären Sie zudem vor der Einnahme eines Arzneimittels mit Traubensilberkerze mit Ihrem Frauenarzt, ob dieses für Sie infrage kommt.

Wann tritt die Wirkung ein? Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Potenzielle Effekte der Traubensilberkerze treten nicht sofort ein, sondern frühestens nach zwei oder mehr Wochen. Sie können die Heilpflanze über mehrere Monate einnehmen, sollten aber nach spätestens sechs Monaten mit Ihrem Arzt über die weitere Anwendung sprechen.

Ein Tee aus Traubensilberkerze empfiehlt sich nicht. Sie sollten Fertigarzneimittel verwenden, da dort die Inhaltsstoffe der Heilpflanze in ausreichend hoher Dosierung vorkommen.

Es ist noch nicht endgültig geklärt, wie sich die Traubensilberkerze auf Brustkrebs und hormonabhängige Tumoren auswirkt. Deshalb sollten Frauen, die daran leiden, sicherheitshalber auf das Heilkraut verzichten.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Medikamente, die Traubensilberkerze enthalten, können unter anderem Allergien, Magen-Darm-Beschwerden und Schwellungen im Gesicht auslösen.

Möglicherweise erhöht die längerfristige Einnahme das Risiko von Leberschäden. Bei Symptomen wie Gelbsucht, dunklem Urin, mangelndem Appetit oder anhaltenden Oberbauchschmerzen sollten Sie das Mittel absetzen und einen Arzt aufsuchen. Haben Sie bereits Probleme mit der Leber, sollten Sie Traubensilberkerze meiden.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Quellen:

European Medicines Agency (EMA): Cimicifugae rhizoma. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/cimicifugae-rhizoma (Abgerufen 05/2020)

National Center for Complementary and Integrative Health (NIH): Black cohosh. Online: https://www.nccih.nih.gov/health/black-cohosh (Abgerufen 05/2020)

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2016