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Sennes: Ein pflanzliches Abführmittel

Sennesfrüchte und Sennesblätter wirken als pflanzliche Abführmittel. Die Heilpflanze kann damit – kurzfristig angewendet – gegen Verstopfung helfen

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 05.05.2020

Sennes – kurz erklärt

Zwei Sennesarten werden medizinisch genutzt: der Tinnevelly-Sennes (Cassia angustifolia) sowie der Alexandriner-Sennes (Cassia senna). Sie helfen gegen Verstopfung und sollten nur kurzfristig angewendet werden.

Indische Senna (Cassia angustifolia)

Welche Inhaltsstoffe kommen in Sennes vor?

Als pflanzliche Arznei dienen die Sennesblätter und -früchte. Sie enthalten unter anderem Anthranoide, die in der Pflanze an Zuckermoleküle gebunden sind.

Gegen was hilft Sennes?

  • Verstopfung

Wirksam sind die sogenannten Anthranoide. Gebunden an Zuckermoleküle gelangen sie weitgehend unverändert in den Dickdarm und werden dort von Bakterien aufgespalten. Dabei entsteht die aktive Form der Anthranoide. Sie bewirkt, dass mehr Flüssigkeit und Salze im Darminneren zurückgehalten werden, was die Darmentleerung unterstützt. Außerdem erhöhen die Pflanzeinhaltsstoffe die Darmbewegungen. Das verkürzt die Darmpassage des Stuhls und regt die Entleerung an. Sennesfrüchte und -blätter wirken auf diese Weise abführend.

Leiden Sie öfter an Verstopfung, sollten Sie dies von einem Arzt abklären lassen!

Das hilft gegen Verstopfung:

Wann tritt die Wirkung ein? Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Zubereitungen aus Sennes wirken normalerweise nach acht bis zwölf Stunden abführend. Die richtige Dosierung richtet sich danach, ab wann Sie durch die Einnahme einen wohlgeformten, nicht breiigen Stuhl bekommen. Es gilt: So wenig wie möglich einnehmen. Trinken Sie außerdem genügend. Abführmittel eignen sich nur zur kurzfristigen Anwendung – maximal ein bis zwei Wochen.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Die aktive Form der Sennesinhaltsstoffe wird im Dickdarm teilweise aufgenommen und unter anderem über die Nieren ausgeschieden. Dadurch kann sich der Urin gelblich bis rotbraun verfärben.

Tritt die abführende Wirkung ein, kann dies mit Durchfall und Bauchkrämpfen einhergehen.

Der dauerhafte Gebrauch von senneshaltigen Abführmitteln kann die Darmtätigkeit stören, was erneut zu Verstopfung führen kann. Außerdem können Störungen im Wasser- und Salzhaushalt des Körpers auftreten, was sich unter anderem in Herzrhythmusstörungen äußert.

Zubereitungen aus Sennesfrüchten und -blättern dürfen Sie nicht bei Darmverschluss, Darmverengungen (Stenosen), entzündlichen Darmkrankheiten wie Morbus Crohn sowie Bauchschmerzen unbekannter Ursache anwenden. Dies gilt ebenso während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder unter zwölf Jahren. Menschen mit Nierenproblemen und einem Reizdarmsyndrom sollten die Einnahme von Sennes vorher mit dem Arzt abklären.

Sennes kann mit bestimmten Medikamenten Wechselwirkungen eingehen. Dazu gehören wassertreibende Mittel (Diuretika), Arzneien gegen Herzschwäche (Herzglykoside), Kortison, Süßholzwurzel und Wirkstoffe, die Herzrhythmusstörungen auslösen können.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Quellen:

European Medicines Agency (EMA): Sennae folium. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/sennae-folium (Abgerufen 05/2020)

European Medicines Agency (EMA): Sennae fructus. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/sennae-fructus (Abgerufen 05/2020)

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2016