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Echter Salbei: Gewürz und Heilpflanze

Salbei kann Heiserkeit und Halsschmerzen lindern, entzündetes Zahnfleisch beruhigen und womöglich gegen übermäßiges Schwitzen helfen

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 21.01.2020

Echter Salbei – kurz erklärt

Salbei ist zum einen ein aromatisches Gewürz. Zum anderen wird Salvia officinalis, wie der Echte Salbei im Lateinischen heißt, schon seit Langem als Heilpflanze gegen Halsweh, Zahnfleischentzündungen und übermäßiges Schwitzen genutzt. Salbeiöl kann bei unverdünnter Einnahme zu Vergiftungserscheinungen führen. Das Öl darf zudem bei Kindern und Menschen mit Asthma nicht in die Nähe von Mund und Nase gelangen.

Salbeiblätter

Welche Inhaltsstoffe kommen in Salbei vor?

Als pflanzliche Arznei dienen die Salbeiblätter. Sie enthalten ätherisches Öl, das sich hauptsächlich aus den Substanzen Thujon, 1,8-Cineol und Kampfer zusammensetzt. Daneben kommen unter anderem Lamiaceengerbstoffe, Flavonoide und Triterpene vor.

Gegen was hilft Echter Salbei?

  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum

Salbei ist schon seit Langem als pflanzliches Hausmittel gegen Heiserkeit, Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen bekannt. Laborexperimente deuten darauf hin, dass Salbei leicht antientzündlich wirkt, die Schleimhaut beruhigen kann sowie Bakterien und Pilze bekämpft. Die Heilpflanze kommt hierbei als Tee, Gurgellösung oder Tinktur zum Einsatz.

  • Übermäßiges Schwitzen

In höherer Dosierung soll Salbei gegen übermäßiges Schwitzen helfen. Welche Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind und wie die Pflanze diesen Effekt hervorrufen soll, ist noch nicht genau bekannt. Ebenso fehlen gut gemachte und aussagekräftige Studien dazu. Wichtig: Wer häufig stark schwitzt – auch nachts und in Ruhephasen – sollte dies von einem Arzt abklären lassen.

  • Verdauungsprobleme

Salbeitee gilt als traditionelles Hausmittel gegen leichte Magen-Darm-Probleme wie Sodbrennen, Völlegefühl und Blähbauch.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Experten raten davon ab, reines Salbeiöl innerlich anzuwenden, also zum Beispiel gegen Verdauungsbeschwerden. Sie empfehlen stattdessen Salbeitee oder Fertigarzneimittel.

Wer Salbei als Tablette oder Kapsel gegen übermäßiges Schwitzen einnimmt, sollte dies nicht länger als sechs Wochen tun, ohne sich ärztlichen Rat einzuholen.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Salbeiöl kann, wenn es in zu hoher Konzentration in den Körper gelangt, das Zentralnervensystem angreifen und unter anderem zu Krämpfen, Schwindel, Übelkeit und Herzrasen führen. Deshalb empfiehlt sich ein Tee aus Salbeiblättern statt des reinen Öls.

Salbei kann zu allergischen Reaktionen führen.

Für Kinder, Schwangere und Stillende empfiehlt sich die Heilpflanze nicht. Mütter, die abstillen möchten, dürfen Salbeitee trinken. Denn nach traditionellem Verständnis soll der Tee die Milchbildung vermindern.

Ätherische Öle dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich von Nase und Mund angewendet werden, da dies bei den Kleinen Atemnot auslösen kann. Das gilt insbesondere, wenn im Öl die Substanzen Kampfer, Thymol oder Menthol vorkommen. Auch Menschen, die an Asthma leiden, müssen vorab mit dem Arzt abklären, ob sie entsprechende Mittel einnehmen dürfen. Inhalieren mit ätherischen Ölen ist für sie tabu, da dies einen Asthmaanfall auslösen kann.

Salbei selbst zubereiten?

Es gibt verschiedene Salbeiarten, bei denen die Inhaltsstoffe und deren Gehalt deutlich voneinander abweichen können. Wer Salbei als pflanzliche Arznei verwenden möchte, sollte den Echten Salbei nutzen. In der Apotheke erhalten Sie diesen in Arzneibuchqualität. Das bedeutet, er wurde auf Qualität, Reinheit und Unbedenklichkeit geprüft. Salbeitee können Sie entweder abgepackt in Teebeuteln oder lose erwerben. Übergießen Sie die Salbeiblätter mit kochendem Wasser und lassen den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen, am besten abgedeckt. Anschließend können Sie in mehrmals täglich trinken oder zum Gurgeln verwenden.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Quellen:

European Medicines Agency (EMA): Salviae officinalis aetheroleum. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/salviae-officinalis-aetheroleum (Abgerufen 01/2020)

European Medicines Agency (EMA): Salviae officinalis folium. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/salviae-officinalis-folium (Abgerufen 01/2020)

National Center for Complementary and Integrative Health (NIH): Sage. Online: https://nccih.nih.gov/health/sage (Abgerufen 01/2020)

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2016