Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Nachtkerze, Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl enthält Omega-6-Fettsäuren, die – in Form von Cremes – empfindliche Haut beruhigen. Wer an Neurodermitis leidet, kann unter Umständen auch davon profitieren
von Dr. Martina Melzer, 25.09.2012

Nachtkerze (Oenothera biennis)

Mauritius/THFW

Ihre hellgelben Blüten öffnen sich erst,  wenn es dunkel wird – und leuchten wie Kerzen in der Dämmerung. Daher kommt der Name: Nachtkerze. Am nächsten Tag fallen die Blüten wieder ab. Die hoch wachsende Pflanze stammt aus Nordamerika und war schon den dortigen Ureinwohnern als Heilpflanze bei Hautproblemen bekannt.

Wie sieht die Nachtkerze aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Die Nachtkerze (Oenothera biennis) wächst bis zu einem Meter in die Höhe und treibt einen kantigen Stängel aus. Die Pflanze besitzt Grundblätter, die länglich bis verkehrt-eiförmig aussehen, sowie kleinere Stängelblätter. Die leuchtend gelben Blüten bilden einen traubenförmigen Blütenstand. Die Früchte haben eine längliche, vierkantige Form und werden bis zu drei Zentimeter lang. Im Inneren befinden sich zahlreiche rundliche Samen.
 Die Nachtkerze gehört zu den Nachtkerzengewächsen (Onagraceae). Sie blüht von Juni bis Oktober. Das Gewächs hat sich von Nordamerika aus in Europa verbreitet und gedeiht an trockenen Standorten wie Bahndämmen oder Straßenrändern.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Nachtkerzensamen. Sie enthalten reichlich Öl, das sich unter anderem aus gamma-Linolensäure und Linolsäure zusammensetzt. Beide gehören zu den mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Nachtkerzenöl?

Der Körper kann Omega-6-Fettsäuren – sie zählen, wie bereits erwähnt, zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren – nicht selbst bilden. Vielmehr müssen sie mit dem Essen zugeführt werden. Omega-6-Fette baut der Organismus dann unter anderem in die Haut ein. Dort stärken sie vermutlich die Barrierefunktion und verringern Feuchtigkeitsverluste.

Bei einem Teil der Menschen, die an Neurodermitis leiden, liegt möglicherweise ein Mangel an einem speziellen Enzym vor, welches die Omega-6-Fettsäuren im Körper umwandelt. Dieser Defekt könnte unter anderem die Beschwerden einer atopischen Dermatitis, wie die Neurodermitis auch genannt wird, mit hervorrufen – etwa trockene, juckende und schuppige Haut. Nachtkerzenöl soll diese Symptome lindern.

Obwohl Betroffene immer wieder von positiven Effekten berichten, kommen wissenschaftliche Studien zu keinen eindeutigen Ergebnissen. Die derzeitige Leitlinie zur Therapie der Neurodermitis empfiehlt Nachtkerze deshalb nicht – weder als Nahrungsergänzungsmittel noch zur Anwendung auf der Haut.

Dennoch befürworten es Ärzte oft, Cremes mit Nachtkerzenöl – zusätzlich zur Standardtherapie – auf die Haut aufzutragen. Denn der hohe Fettgehalt kann die sensible trockene Haut beruhigen.

Wichtige Hinweise:

Positive Effekte zeigen sich oft erst, wenn Nachtkerzensamenöl über mehrere Wochen angewendet wurde.

 Schwangere und Stillende sollten vorher mit dem Arzt abklären, ob sich entsprechende Präparate für sie eignen.

Wer Nachtkerzenöl als Kapsel oder dergleichen einnimmt, kann auch Nebenwirkungen verspüren: Es kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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