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Latschenkiefer: Pflanzlicher Helfer bei Erkältung

Latschenkieferöl löst – inhaliert – festsitzenden Schleim aus den Bronchien. Eingerieben auf die Haut regt Latschenkiefer die Durchblutung an und lockert verspannte Muskeln

von Dr. Martina Melzer, Dr. Martin Allwang, aktualisiert am 07.12.2020

Latschenkiefer – kurz erklärt

Die Latschenkiefer (Pinus mugo) prägt die Gebirgslandschaft der Alpen und steht unter Naturschutz. Das aromatisch riechende Latschenkieferöl kann in verdünnter Form bei Erkältung inhaliert oder zum Beispiel als Balsam in die Haut eingerieben werden. Außerdem lindert das Öl Muskelschmerzen. Nicht bei Babys und Kleinkindern anwenden, bei Asthma vorher Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin halten!

Latschenkiefer (Pinaceae)

Welche Inhaltsstoffe kommen in Latschenkiefer vor?

In den Nadeln steckt ätherisches Öl, das Latschenkieferöl. Es setzt sich vorwiegend aus den Substanzen 3-Caren, alpha- und beta-Pinen, beta-Phellandren und Limonen zusammen.

Gegen was hilft Latschenkiefer?

  • Erkältung

Latschenkieferöl wirkt innerlich und äußerlich. Wer das Öl inhaliert, bekommt die schleimlösende Wirkung zu spüren. Die Inhaltsstoffe machen das Bronchialsekret dünnflüssiger und fördern gleichzeitig dessen Abtransport aus den Atemwegen. Das ätherische Öl eignet sich daher, wenn Erkältete von Schnupfen und verschleimtem Husten geplagt werden. Positiver Nebeneffekt: Das Öl hemmt auch das Wachstum von Bakterien.

  • Verspannte Muskeln

Wer Latschenkieferöl auf der Haut anwendet, dem wird es schnell warm. Denn die aromatischen Substanzen regen die Durchblutung in der Haut an. In Form von flüssigen Einreibungen oder Salben lockern sie verspannte Muskeln und helfen so zum Beispiel bei Muskelkater oder Rückenschmerzen. Auch bei Gelenkbeschwerden kann sich der durchblutungsfördernde Effekt positiv auswirken.

Nebenwirkungen und wichtige Hinweise

Latschenkieferöl nicht in unverdünnter Form anwenden! Denn das konzentrierte ätherische Öl reizt Haut und Schleimhäute stark.

Auch in verdünnter Form kann das Öl reizend wirken. Insbesondere bei Babys und Kleinkindern sollte Latschenkieferöl nicht mit Mund oder Nase in Kontakt kommen. Die Kleinen können unter Umständen mit Atemnot darauf reagieren. Wer empfindliche Haut hat, bei dem kann sie sich röten, nachdem er das Öl eingerieben hat.

Verwenden Sie Latschenkieferöl als Badezusatz, achten Sie ebenfalls auf die richtige Dosierung. Haben Sie Herz- oder Kreislaufbeschwerden, Krampfadern oder einen fieberhaften Infekt, dann klären Sie die Anwendung vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab.

Wer an Asthma leidet, sollte vorab mit dem Arzt besprechen, ob sich Latschenkieferöl für ihn eignet. Denn ätherische Öle können, wenn sie inhaliert werden, einen Asthmaanfall auslösen.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Quellen:

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2016