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Hopfen: Pflanzliches Mittel bei Schlafproblemen

Wer einen unruhigen Schlaf hat, kann Hopfen einnehmen. Sinnvoll ist eine Kombination mit Baldrian

von Dr. Martina Melzer, Dr. Martin Allwang, aktualisiert am 02.12.2020

Hopfen – kurz erklärt

Echter Hopfen (Humulus lupulus) wirkt schlaffördernd. Dieser Effekt ist mild und tritt nicht sofort ein. Hopfen wird häufig mit Baldrian kombiniert.

Hopfen Pflanze

Welche Inhaltsstoffe kommen in Hopfen vor?

Arzneilich wirksam sind die Hopfenzapfen der weiblichen Blüten. Sie enthalten im Hopfenharz Bitterstoffe. Dazu gehören die Substanzen Humulon und Lupulon sowie Bittersäuren. In den Zapfen kommt ätherisches Öl vor, das unter anderem aus den Stoffen Humulen und Caryophyllen zusammengesetzt ist. Außerdem finden sich Flavonoide und Vorstufen bestimmter Pflanzenfarbstoffe (Proanthocyanidine).

Gegen was hilft Hopfen?

  • Schlafstörungen

Hopfen wirkt beruhigend und verbessert den Schlaf. Das zeigen zumindest Experimente im Labor. Hopfen-Inhaltsstoffe greifen dabei an verschiedenen Andockstellen im Körper an, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuern. Möglicherweise hat Hopfen einen ähnlichen Effekt wie das körpereigene Schlafhormon Melatonin.

Es gibt bislang keine Studien, die Forscher und Forscherinnen ausschließlich mit Hopfen durchgeführt haben. In den meisten Fällen haben die Studienteilnehmer eine Kombination aus Hopfen und Baldrian eingenommen. Die beiden Pflanzen haben unterschiedliche Angriffspunkte im Körper und ergänzen sich in ihrer schlaffördernden Wirkung. Wer schlecht einschläft oder durchschläft, sollte daher beide Kräuter kombiniert anwenden.

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Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Wer Hopfen einnimmt, um seinen Schlaf zu verbessern, darf nicht sofort eine Wirkung erwarten. Es kann zwei bis vier Wochen dauern, bis sich ein Effekt bemerkbar macht. Zudem ist er eher mild.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Im Gegensatz zu chemischen Schlafmitteln führt Hopfen nicht zu einem "Hangover" (Tagesmüdigkeit und Schwäche) am nächsten Morgen.

Pflanzliche Schlafmittel sollten Sie dennoch nicht ohne Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin benutzen. Besonders, wenn Sie bereits andere Beruhigungs- oder Schlafmittel einnehmen. Hopfenzubereitungen sollten Sie nicht zusammen mit Alkohol anwenden.

Manche Hopfen-Inhaltsstoffe verhalten sich im Körper wohl ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen. Ob sich daraus gesundheitsfördernde Effekte ableiten lassen, ist jedoch nicht bekannt. Ebenso, ob möglicherweise Risiken bestehen.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Quellen:

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2016