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Baldrian: Schlaffördernd und beruhigend

Baldrian wirkt beruhigend, hilft bei Prüfungsangst und erleichtert das Einschlafen

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 16.12.2019

Echter Baldrian – kurz erklärt

Als Arzneipflanze wird der Echte Baldrian genutzt, im Lateinischen als Valeriana officinalis bezeichnet. Er kann das Ein- und Durchschlafen verbessern und hilft gegen nervöse Unruhe.

Baldrian

Welche Inhaltsstoffe kommen in Baldrian vor?

Als Arznei wirksam sind die Baldrian-Wurzeln. Sie bestehen unter anderem aus ätherischem Öl, das sich aus Monoterpenen wie Borneol und Kampfer, sowie Sesquiterpenen wie ß-Bisabolen zusammensetzt. Daneben sind Iridoide enthalten, die sogenannten Valepotriate, vor allem der Inhaltsstoff Valtrat und dessen Abbauprodukt Baldrinal. Isovaleriansäure ist für den charakteristischen Geruch verantwortlich. In geringen Mengen finden sich auch Lignane in den Wurzeln.

 

Gegen was hilft Baldrian?

  • Schlafstörungen

Das Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe ist für die bekannten Effekte des Baldrians verantwortlich. Laborexperimente zeigen, dass die wirksamen Substanzen mit speziellen Botenstoffen und schlaffördernden Substanzen im Gehirn interagieren. Baldrian scheint sich auf diese Weise positiv auf den Schlaf auszuwirken. Auszüge aus der Pflanze erleichtern das Einschlafen und verbessern wohl auch das Durchschlafvermögen. Besonders bei leichten Schlafstörungen gehört Baldrian zu den beliebtesten pflanzlichen Mitteln. Häufig wird er mit ähnlich wirkenden Heilkräutern kombiniert, etwa Melisse, Passionsblume oder Hopfen.

  • Nervöse Unruhe

Studien legen zudem nahe, dass Baldrian beruhigende und angstlösende Effekte hat. Wer beispielsweise Angst vor einer Prüfung hat oder in Stresssituationen unter nervöser Unruhe leidet, kann – in Absprache mit dem Arzt – auf ein Baldrianpräparat setzen.

Tipps, wie Sie besser ein- und durchschlafen:

Wann tritt die Wirkung ein? Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Baldrian verbessert den Schlaf nicht unbedingt nach der ersten Einnahme. Oft sind mindestens zwei Wochen nötig, bis sich die Effekte bemerkbar machen. Im Gegensatz zu vielen chemischen Schlafmitteln kommt es durch die Anwendung von Baldrian im Normalfall nicht zu Tagesmüdigkeit. Normalerweise erfolgt die Einnahme circa eine Stunde vor dem Schlafengehen.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Valepotriate wirken potenziell krebserregend. In wässrigen Auszügen der Pflanze sind sie jedoch praktisch nicht vorhanden. Außerdem sind valepotriatreiche Extrakte in Deutschland nicht mehr erhältlich. Wer Baldrian daher als Tee oder Fertigpräparat aus der Apotheke einnimmt, setzt sich keiner Gefahr aus.

Baldrian sollte nicht zusammen mit anderen Beruhigungs- oder Schlafmitteln und auch nicht mit Alkohol eingenommen werden – es sei denn, eine Kombination mit anderen schlaffördernden Medikamenten ist mit dem Arzt abgestimmt.

Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren sollten Baldrian vorsorglich nicht anwenden, da es noch keine Erkenntnisse gibt, ob die Einnahme unbedenklich ist.

Als Nebenwirkungen können Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit und Bauchkrämpfe auftreten. Manche Menschen reagieren auf Baldrian mit Schläfrigkeit. Wer die Heilpflanze zum Beispiel zur Beruhigung einnimmt, sollte nicht direkt danach Auto fahren oder Maschinen bedienen.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Quellen:

European Medicines Agency (EMA): Valerianae aetheroleum. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/valerianae-aetheroleum (Abgerufen 12/2019)

European Medicines Agency (EMA): Valerianae radix. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/valerianae-radix (Abgerufen 12/2019)

National Center for Complementary and Integrative Health (NIH): Valerian. Online: https://nccih.nih.gov/health/valerian (Abgerufen 12/2019)

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2002