Baby und Familie

Nach drei Jahren Warten auf den richtigen Mann und ein Jahr später nochmal acht Monaten Hoffen auf Eisprünge, ging ich davon aus: Ein positiver Schwangerschaftstest wird alle meine Alltagsprobleme verblassen lassen und mich in himmelhochjauchzende Höhen katapultieren – sofort.

Dann sah ich das Plus-Zeichen auf dem Test. Und war überraschend geerdet. "Wenigstens weiß ich jetzt, dass bei mir alles funktioniert", sagte mein Freund mit Blick auf das Ergebnis. "Guter Punkt", stimmte ich zu. Und war auch erleichtert. Dann fielen mir Freunde von uns ein, die mehrere frühe Fehlgeburten hintereinander erlebt hatten. Einige befreundete Paare. Meine Erleichterung schwand. Zwei Tage später machte ich noch einen Test und dann noch einen dritten, alle positiv. Half aber nur bedingt. "Falls ich wirklich schwanger sein sollte...", begann ich die Sätze zum Thema also ab da. Und betete, dass die Tage bis zu meinem ersten Ultraschalltermin schneller vergehen würden.

Der brachte die Gewissheit: Das Herzchen schlägt, alles in Ordnung  soweit. Stolz hielt ich meinem Freund das Ultraschallbild unter die  Nase. "Papa jetzt also", sagte er und gab mir ein High-five. Ich schlug  meinen glänzend-neuen Mutterpass auf und las Geburtstermin und Mutterschutz-Beginn vor. Dann schluckte  ich. Gar nicht mehr lange und ich würde kugelrund meinen Abschiedskuchen  ins Büro schleppen. Nur  noch ein Sommer zum spontanen Feiern, Reisen,  Ausschlafen.

"Mein Leben ist vorbei", jammerte ich. Und dachte an meine   Freundinnen, die angeblich nicht mal mehr in Ruhe duschen konnten. Oder   zur Toilette gehen. "Da überlegst du dir zweimal, ob du das Glas Wasser   noch trinken sollst", hatte meine beste Freundin einmal gesagt. Trotz   allem erwartete sie nun das Dritte. Und auch ich hätte mich nie von   solchen Geschichten abschrecken lassen. Gerade überwog aber deutlich die  Panik.

Die wechselte sich ab mit der Sorge um das Baby. "Woher weiß ich  denn, dass es noch da ist?", rief ich schon ein paar Tage nach dem  Ultraschall. Und starrte auf meinen unverändert flachen Bauch. Der  nächste Termin stand erst einen Monat später an. Wie sollte ich das nur  aushalten? Ich war kurz davor, bei meiner Frauenärztin anzurufen. Wegen  unklaren Bauchziehens. Diffuser Ängste. Den Ultraschall würde ich  notfalls auch selbst bezahlen.

Anderthalb Wochen später kam ich auf einer Hebammen-Infoveranstaltung  mit den ersten Co-Schwangeren ins Gespräch. "Ich kann mich heute  wirklich noch nicht für eine Hebamme entscheiden", sagte ich. "Ich bin  erst in der zehnten Woche. Und überhaupt bin ich mir gar nicht sicher,  ob es da überhaupt noch drin ist!" Ich deutete auf meinen Bauch. Meine  Sitznachbarin senkte die Stimme. "Genau so ging es mir auch", raunte  sie. "Ich hab es nicht mehr ausgehalten. Da hab ich mir einen  Extra-Ultraschall bei meiner Frauenärztin gegönnt, auf eigene Rechnung."  "Echt?!", rief ich erleichtert. Plötzlich kam ich mir gar nicht mehr so  panisch vor. Und fügte würdevoll hinzu: "Ich glaube, das halte ich  gerade noch aus."

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