Jede Frau und jeder Mann tut es – am besten täglich. Die Rede ist von der Intimpflege. Eigentlich eine recht einfache Angelegenheit, bei der Mann und Frau trotzdem einige Fehler machen können.

Ein paar Grundregeln sollten beide Geschlechter beachten, denn eine vernünftige Intimpflege erhöht nicht nur das Wohlbefinden im Alltag und beim Sex, sie beugt auch Krankheiten wie zum Beispiel Infektionen vor.

Intimpflege nach Maß: Einfach und wirkungsvoll

Wenn es um die Intimpflege geht, beobachten Ärzte vor allem zwei  Fehler: zu viel oder zu wenig waschen. "Richtig ist, den Genitalbereich  einmal am Tag gründlich zu reinigen und die Unterwäsche täglich zu  wechseln", sagt Professor Jens Rassweiler, Direktor der Klinik für  Urologie an den SLK-Kliniken Heilbronn.

Im Prinzip genauso sehen  es die Frauenärzte. "Zu häufiges Waschen und Duschen, womöglich mit  ungeeigneten Seifen oder Duschgels, kann den Säureschutzmantel der Haut angreifen, besonders im sensiblen Genitalbereich der Frau", so Dr.  Klaus Ihm, Gynäkologe aus München. Das wiederum beeinflusst die  natürliche Keimflora, schädliche Bakterien und Pilze haben dann  leichteres Spiel.

Intimdeodorants oder -sprays sind ebenfalls nicht  nötig. Manchmal bereiten sie sogar Probleme. Enthaltene Parfümstoffe  können Allergien auslösen. Mitunter entwickelt sich schlechter Geruch  statt des erhofften Frischedufts.

Risiko Intimrasur?

Für immer mehr Männer und Frauen gehört heutzutage die Intimrasur oder Haarentfernung im Intimbereich dazu. Aus hygienischer Sicht ist dagegen nichts einzuwenden. "Allerdings kann das Rasieren die Haut reizen, die Haarwurzeln können sich entzünden und die Haare einwachsen", sagt Gynäkologe Ihm. In Apotheken zum Beispiel gibt es Produkte, die sich zur Pflege der empfindlichen Haut im Intimbereich bei Haarentfernung oder Rasur eignen. Trockenrasuren sind für die Intimzone nicht empfehlenswert, weil sie die Haut zu sehr strapazieren.

Abzuraten ist auch von Enthaarungscremes, da sie Reizungen oder Allergien hervorrufen können. Im Intimbereich ist zum Beispiel eine Nassrasur unter der Dusche oder in der Badewanne mit einer frischen Klinge, einer milden Waschlotion zum Aufschäumen oder einem geeigneten Rasierschaum möglich. Es sollte immer behutsam in Wuchsrichtung der Haare rasiert werden. Eine anschließende Pflege mit einer milden Creme, einem geeigneten Balsam oder Puder beruhigt die Haut und kann das Entstehen von kleinen Pickelchen mindern.

Tabuthema Analregion

Zur täglichen Intimpflege gehört natürlich auch der Analbereich. Das ist immer noch ein Tabuthema – viele  Menschen trauen sich trotz Juckreiz, Brennen oder Schmerzen nicht zum Arzt. Eine völlig unbegründete Angst:  Erkrankungen der Analregion kommen sehr häufig vor und sind für den  behandelnden Arzt, Fachärzte nennt man Proktologen, tägliche Routine.

Bei der täglichen Hygiene muss man – Sie wie Er – Folgendes wissen: Die Haut im  Bereich des Afters ist besonders empfindlich und mit einem pH-Wert von etwa 5 leicht sauer. Handelsübliche Seifen können die Haut austrocknen.  Eine regelmäßige Reinigung mit einer geeigneten Waschlotion ist aber  wichtig, damit schädliche Bakterien sich nicht in den Hautfalten am Po  festsetzen und zu Infektionen führen.

Nach dem Waschen sollte man sich  mit einem weichen Handtuch gut abtrocknen – nicht reiben! – und das  Handtuch täglich wechseln. Weiches Toilettenpapier schont die Haut  zusätzlich. Manche Produkte enthalten Zusätze wie Bleichmittel, Duft- oder Farbstoffe. Sie führen unter Umständen zu Reizungen oder allergischen Reaktionen.  Auch bei feuchtem Toilettenpapier kann das manchmal der Fall sein. Achten Sie außerdem darauf, mit dem Papier von vorne nach hinten zu wischen und nicht zu stark zu  reiben.

Zum Thema

Tampons

Toxisches Schocksyndrom: Was ist das?

Wenn Tampons oder bestimmte Verhütungsmittel zu lange in der Scheide bleiben, können sich giftige Stoffe...

1 | 2 | 3 |