Diabetes Ratgeber

1. Vorbereitung ist alles:

Duschen oder waschen Sie sich vorm Katheter- oder Sensorwechsel. Anschließend richtig gut abtrocknen. Wenn die Haut noch feucht ist, hält das Pflaster nämlich nicht. Am besten ein paar Minuten warten. Sprühen Sie dann die gewünschte Körperstelle mit Desinfektionsmittel ein, wischen Sie mit einem Zellstofftupfer oder Tuch nach, sprühen Sie erneut und lassen Sie anschließend das Mittel trocknen. Jetzt ist die Haut perfekt vorbereitet fürs Pflaster. - Noch ein Tipp für Menschen mit viel Körperbehaarung: Damit Sensor oder Katheter wirklich gut halten und es nicht unangenehm ziept, sollten Haare an den betreffenden Stellen entfernt werden.

Glukose- sensor

1. Feuchtigkeit und Reibung vermeiden

  • Sensor, Patchpumpe oder Pumpenkanüle erst legen, wenn das Desinfektionsmittel auf der Haut vollständig getrocknet ist
  • Geeignete Stelle wählen, nicht unter Gürtel oder Hosenbund
  • Bei starkem Schwitzen besser keine Folienpflaster verwenden

2. Testen, was die Haut am besten verträgt

  • Hautschutzspray testen oder hautverträglicheres Pflaster unter Pflaster von Sensor, Patchpumpe oder Kanüle (Anwendung beim Arzt erklären lassen)
  • Andere Hautdesinfektionsmittel oder, falls möglich, Pumpenkatheter/Pflaster probieren

3. Haut gut pflegen

  • Pflaster und Kleberreste sanft lösen, etwa mit Pflasterentferner aus der Apotheke oder Babyöl
  • Tragestellen nach Entfernen des Pflasters sorgfältig pflegen (in der Apotheke nach geeigneten Mitteln fragen)
  • Stärkere Rötungen und Juckreiz kann eine Creme mit Hydrocortison lindern (mit dem Arzt besprechen)

4. Einstichstellen Pause gönnen

  • Luft an die Einstichstelle lassen, etwa nicht gleich enge Hose darüberziehen
  • Einstichstellen regelmäßig wechseln, Kanüle nicht länger liegen lassen als empfohlen (bitte Herstellerangaben beachten)
  • Sensor, Patchpumpe oder Pumpenkanüle nicht an gereizter, rauer oder entzündeter Hautstelle legen

Bei Verdacht auf Entzündung: Sofort Sensor oder Kanüle wechseln und den Arzt konsultieren!

2. Empfindsame Haut:

In der Apotheke gibt es Sprays, die einen ganz dünnen Schutzfilm zwischen die Haut und den Klebstoff des Pflasters bringen. Das hat gleich zwei Vorteile: Erstens schützt die Barriere die Haut vorm Kleber. Darauf sollten besonders Menschen achten, die auf bestimmte Pflaster allergisch reagieren. Zweitens halten sowohl Katheter- als auch Sensorpflaster besser!

3. Fettfrei - lautet die Devise!

Verzichten Sie auf ölige Badezusätze und Bodylotions oder sparen Sie wenigstens die Pflasterstelle aus beim Cremen. Auf fettiger Haut hält das Pflaster nicht. Wenn Sie zu gereizter, trockener Haut neigen und sich mit Cremes pflegen müssen, verwenden Sie für die Pflasterstelle Desinfektionsspray, um die Partie, auf die das Pflaster geklebt werden soll, zu entfetten.

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4. Streicheleinheiten fürs Pflaster!

Nach dem Setzen des Insulinpumpen-Katheters oder dem Wechsel eines Glukosesensors, ist es ratsam, mehrmals über das frische Pflaster zu streichen. So gehen Sie auf Nummer sicher, dass die Ränder des Pflasters richtig angedrückt sind und der Kleber wirklich überall Kontakt mit der Haut hat.

5. Schweiß und Wasser:

Gerade bei wärmeren Temperaturen, wenn man leichter ins Schwitzen kommt oder beim Sport, sollten aufgeklebter Katheter und Sensor zusätzlich geschützt werden, um ein frühzeitiges Abfallen zu verhindern. Gleiches gilt bei ausgiebigen Bädern oder beim Schwimmen. Für den Sensor gibt es je nach Hersteller sogenannte „Overpatches“, das sind Pflaster, die den Sensor aussparen, also ein Loch in der Mitte haben, das eigentliche Sensor-Pflaster aber festhalten. Andere Hersteller bieten Fixiertapes oder Tragebänder an. Der Katheter kann vorm Schwimmen auch mit einem wasserfesten größeren Pflaster überklebt werden, das sich hinterher einfach wieder entfernen lässt.

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6. Problemlos lösen:

Um hässliche Pflasterrückstände schmerzfrei zu entfernen, können Sie einen Pflasterlöser aus der Apotheke benutzen. Tragestelle „einweichen“ tut es aber auch, das geht z.B. bei einem Vollbad. Für die dunklen Fusseln, die manchmal noch an der Haut kleben bleiben, kann z.B. Babyöl verwendet werden. Damit wird die Stelle gleich noch gepflegt. Bitte nicht: Pflaster mit einer Bürste abschrubben. Ohnehin schon gereizte Haut wird so zusätzlich gestresst oder sogar geschädigt.