Diabetes Ratgeber

Was ist denn dran am „Cholesterin-Mythos“? Erhöht Eierkonsum die Cholesterinwerte und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt?

Die Vorstellung, dass das Cholesterin in den Eiern automatisch den Spiegel erhöht, hat sich als falsch erwiesen. Es gibt Menschen, bei denen bleibt der Cholesterinspiegel konstant, auch wenn sie Eier essen. Bei anderen steigt der Spiegel leicht, bei wieder anderen sinkt er. Es kommt viel mehr darauf an, wie unser Cholesterinspiegel reguliert wird, also ob wir sonst gesund leben. Gewichtsreduktion, Sport, pflanzenreiche Ernährung und gute Fette - das sind die bestimmenden Faktoren, um den Cholesterinspiegel positiv zu beeinflussen.

Diabetologe und Ernährungsmediziner Matthias Riedl

Diabetologe und Ernährungsmediziner Matthias Riedl

Wie viele Eier darf man denn essen?

Ein bis zwei Eier pro Tag sind ok. Wichtig ist aber, sich ausgewogen zu ernähren, nicht einseitig. Wenn man zu viele Eier isst, verdrängt man damit viele andere gesunde Lebensmittel vom Speiseplan und das wollen wir nicht.

Steckt in Eiern auch was Gutes drin?

Eier liefern uns vor allem hochwertiges Eiweiß, das gut verdaulich ist. Es stecken außerdem Spurenelemente drin, im Eiklar Natrium und Kalium, im Eigelb Kalzium, Phosphor und Eisen und etliche Vitamine, A und D zum Beispiel. Bio-Eier enthalten zudem mehr Omega-3-Fettsäuren als konventionelle Eier. Und: Eier machen satt. Wer Eier isst, der „snackt“ nicht. Wer den Versuch macht und mal zwei Eier zum Frühstück isst, wird merken, dass er danach ungefähr 5 Stunden satt ist.

Woran liegt es, dass Eier zu den Sattmachern gehören?

Proteine sättigen grundsätzlich mehr als Fette. In Eiern stecken Aminosäuren. Aminosäuren brauchen wir zum Beispiel für den Muskelaufbau und das Praktische: Sie haben einen nachhaltigen Sättigungseffekt.

Was müssen Menschen mit Diabetes beachten, wenn Sie Eier essen?

Menschen mit Diabetes können ebenfalls bedenkenlos ein bis zwei Eier am Tag essen. Was wollen wir denn beim Diabetes erreichen? Konstante Blutzuckerwerte! Was den Glukosespiegel erhöht, sind die Kohlenhydrate und nicht das Eiweiß. Zwar können Proteine, wenn sie in großen Mengen verzehrt werden, den Blutzucker ansteigen lassen, aber wenn man Eier in Maßen zu sich nimmt, können diese beim Berechnen des Insulins vernachlässigt werden. Eiweiß hat zudem einen positiven Effekt auf die Bauchspeicheldrüse.

Welchen Effekt denn?

Eiweiß, fördert die Ausschüttung von Inkretin-Hormonen. Diese werden im Magen-Darm-Trakt gebildet und helfen der Bauchspeicheldrüse bei der Arbeit. Eier können den Blutzucker also sogar stabilisieren, wenn man es nicht übertreibt. Zusätzlich wird durch die Inkretine ans Gehirn gemeldet: Du bist satt. Wenn man also mit einem Ei zum Frühstück das Marmeladenbrötchen einspart, hat man hinterher bessere Blutzuckerwerte.

Ist es egal, ob man Eier weich oder hart gekocht, als Rührei oder Spiegelei zu sich nimmt?

Ja, das ist spielt keine Rolle – so lange die Eier nicht aus Schokolade sind.

An Ostern schlemmen wir - nicht nur Eier. Wie kriegen wir eine ausgewogene Ernährung an den Feiertagen hin?

Eier lassen sich wunderbar mit anderen Lebensmitteln kombinieren. Sie passen zum Beispiel zu Salaten, so bekommen wir auch Vitamine und Ballaststoffe auf den Teller. Zusammen mit pflanzlichem Eiweiß, das beispielsweise in Kartoffeln oder Nudeln steckt, wird die Eiweißaufnahme zudem erhöht. Das hängt damit zusammen, dass verschiedene Eiweißarten vermengt, also das tierische Eiweiß aus dem Hühnerei und das pflanzliche Eiweiß aus Kartoffeln, Dinkel und so weiter, vom Körper besser verwertet werden können. Das kommt unseren Muskeln und Knochen zu Gute und unserem Immunsystem.

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