Gehirnabszess (Hirnabszess)

Ein Hirnabszess liegt vor, wenn es zu einer lokalen Entzündung von Hirngewebe kommt, die zu einer mit Eiter gefüllten Kapsel führt. Ursache sind meist Bakterien
29.05.2013

Gelangen Krankheitserreger in das Gehirn, kann es zu einem Hirnabszess kommen. Dies kommt aber nur selten vor

Panthermedia/James Steidl

Was ist ein Gehirnabszess?

Ein Abszess im Gehirn kommt nur selten vor, kann aber lebensgefährlich werden. Gelangen Krankheitserreger in das Hirn, können sie es infizieren. Dabei kann es zu einer örtlichen Entzündung kommen. Sammelt sich dadurch Eiter in einer Art Kapsel an und bildet einen neuen Hohlraum im betreffenden Gewebe, sprechen Mediziner von einem Hirnabszess.

Bei den Krankheitserregern handelt es sich meist um Bakterien, zum Beispiel um Streptokokken. In vielen Fällen wandern die Keime von einem anderen Infektionsherd ins Gehirn ein – zum Beispiel vom Ohr (Mittelohrentzündung), den Nasennebenhöhlen (Sinusitis) oder der Zahnwurzel aus. Manchmal dringen die Bakterien auch über das Blut ins Hirn ein. Sehr selten stellen Kopfverletzungen oder Operationen die Ursache dar.

Unser Experte: Dr. Frank Huber, Facharzt für Neurologie

Hirnabszess: Wie können die Symptome aussehen?

Sie können für längere Zeit unspezifisch bleiben. So kann sich ein Betroffener leistungsschwach fühlen, er kann sich schlecht konzentrieren oder Gedächtnisprobleme bekommen. Ebenfalls möglich: Lähmungen oder epileptische Anfälle. Wird der Abszess größer und fordert mehr Raum, kann es auch zu zunehmenden und anhaltenden Kopfschmerzen kommen. Anzeichen, die deutlicher für eine Entzündung im Gehirn sprechen, sind zum Beispiel Fieber oder ein steifer Nacken. Fieber tritt in bis zu 50 Prozent der Fälle auf.

Wie läuft die Diagnose ab?

Hilfreich ist in erster Linie eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT). Durch dieses bildgebende Verfahren bekommt der Arzt auch Hinweise, ob ein Abszess oder womöglich ein Tumor die Beschwerden hervorruft.

Therapie des Hirnabszesses

Je nachdem, wo sich der Abszess befindet und welche Keime eine Rolle spielen, bekommt der Patient über mehrere Wochen entsprechende Antibiotika verabreicht. Oft reicht diese Behandlung aber nicht aus und es erfolgt ein neurochirurgischer Eingriff, um den Eiter zu entfernen.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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