Baby und Familie

Meistens spürt man es schon nach ein paar Schritten. An der Ferse reibt der Schuh, am kleinen Zeh drückt es bei jedem Schritt. Laufen wir weiter, bildet sich garantiert eine dicke Blase.

So entstehen Blasen

Blasen sind kleine Hautverletzungen. Sie bilden sich, wenn die Haut an einer Stelle mit Druck hin und her gerieben wird. Weil der Schuh zu eng, das Fußbett noch nicht eingelaufen ist oder weil ein Strumpf Falten wirft. Eine Blase kündigt sich meist durch eine gerötete Druckstelle an. Anschließend löst sich die obere von der darunterliegenden Hautschicht, in dem Hohlraum sammelt sich Gewebsflüssigkeit an. Wird die Blase weiter belastet, kann sie schließlich platzen – eine offene, schmerzhafte Wunde ist die Folge.

So behandeln Sie Blasen

"Je früher Sie die betroffene  Hautpartie schützen, umso besser", sagt Apothekerin Iris Christians aus  Hövelhof. "Spezielle Pflaster können verhindern, dass aus einer  Druckstelle eine Blase wird. Sie helfen aber auch, wenn sich schon eine  Blase gebildet hat."

Blasenpflaster

Blasenpflaster (in der Apotheke erhältlich)  sind mit Hydrokolloidgel beschichtet. Die Gelschicht nimmt die  Feuchtigkeit der Blase auf und bildet ein Polster, das sie vor Schmutz  und Keimen schützt sowie den Druck vermindert. So kann die Blase in Ruhe  abheilen. Das feuchte Milieu unter dem Pflaster fördert zusätzlich den  natürlichen Heilungsprozess.

Blasenpflaster sind wasserfest und  müssen nur gewechselt werden, sobald sich die Ränder lösen. Sie eignen  sich – wie übrigens alle anderen hier beschriebenen Mittel – für Kinder  und Erwachsene gleichermaßen.

Klar drückt eine prall gefüllte  Blase, oft brennt sie auch unangenehm. "Widerstehen Sie trotzdem der  Versuchung, die Blase aufzustechen, und gar die Haut darüber, das  sogenannte Blasendach, abzuziehen", so die Apothekerin. Das lindert zwar  den Druck, dafür haben Sie eine offene Wunde, in die Schmutz und  Bakterien eindringen und eine Entzündung verursachen können.

Wunddesinfektionsmittel

"Ist die  Blase bereits von alleine aufgegangen, wund und aufgescheuert,  desinfizieren Sie die Stelle", sagt Apothekerin Iris Christians –  idealerweise mit einem Wunddesinfektionsmittel. Haben Sie unterwegs  nichts zur Hand, können Sie die Stelle auch vorsichtig mit frischem  Wasser oder Salzwasser abtupfen, was sicherlich ein bisschen brennen  wird. Anschließend ebenfalls ein Blasenpflaster auftragen. Der Vorteil:  Es verklebt nicht mit der Wunde wie herkömmliche Pflaster.

Hydrokolloidgel

Hält an  der betroffenen Stelle kein Pflaster, wie etwa an aufgescheuerten  Stellen zwischen zwei Zehen, können Blasengeplagte die Wunde nach dem  Desinfizieren mehrmals täglich mit Hydrokolloidgel aus der Tube  betupfen. Es bietet einen leichten Schutzfilm und kann zusätzlich mit  Zink und Eisen die Wundheilung fördern.

Zum Arzt gehen Sie, wenn die  Blase sich entzündet und binnen einer Woche nicht heilt, wenn gelbliche  oder rötliche Flüssigkeit austritt, Sie Diabetikerin sind oder Schmutz  in die Wunde geraten ist und Sie nicht sicher sind, ob Ihr  Tetanus-Schutz aktuell ist.

So beugen Sie vor

Sitzen Schuhe  und Strümpfe gut und ist die  Haut an den Füßen weder Druck noch Reibung  ausgesetzt, haben Blasen  kaum eine Chance. Neue Schuhe sind oft die  Übeltäter, deshalb hilft es,  sie gründlich einzulaufen. "Mit  Nylonsöckchen immer mal eine Stunde  tragen, dann auf ältere bequeme  Schuhe wechseln", empfiehlt Christians.

Und Kinder? Die beschweren  sich selten, da sie nicht beurteilen  können, ob die Schuhe passen. Sie  merken es schlichtweg nicht. Hier  gilt: Die Füße vor dem Schuhkauf  vermessen lassen und/oder eine  Schablone vom Fuß anfertigen und damit  testen, ob der Wunschschuh  passt.

Ganz Vorsichtige können auch ein  spezielles Anti-Blasen-Gel (aus  der Apotheke) versuchen, wenn sie das  erste Mal neue Schuhe tragen. Es  soll helfen, Blasen zu verhindern. Ein  farbloser Gleitfilm soll die  Reibung zwischen Fuß und Schuh  reduzieren, so Apothekerin Iris  Christians: "Bevor Sie in die neuen  Schuhe schlüpfen, einfach mit dem  Stick auf Stellen auftupfen, an denen  sich früher schon Blasen gebildet  haben."