Was ist eine Zwangsstörung?

Eine Zwangsstörung ist eine psychische Erkrankung. Bei einer psychischen Erkrankung sind die Gedanken und die Gefühle einer Person betroffen.

  • Eine Person kann ihre Gedanken oder Handlungen nicht mehr kontrollieren?
  • Die Person möchte eine Handlung vielleicht immer wieder machen?
  • Und diese Person kann diesen Wunsch nicht ignorieren?

Dann hat diese Person vielleicht eine Zwangsstörung.

Es gibt verschiedene Arten von Zwangsstörungen:

  • Zwangshandlungen. Bei einer Zwangshandlung muss eine Person etwas immer wieder machen. Und die Person muss etwas immer gleich machen.
  • Zwangsgedanken. Ein Zwangsgedanke ist ein immer wiederkehrender Gedanke.

Die Person will diese zwanghaften Gedanken oder Handlungen nicht. Und die Person weiß: Der Zwang ist übertrieben und nicht nötig. Aber sie kann gegen diese Gedanken und Handlungen nichts machen. Oft haben Personen zwanghafte Gedanken oder Handlungen zu bestimmten Lebensbereichen:

  • Ordnung
  • Sauberkeit, vor allem in der Wohnung oder im Haus
  • Kontrolle
  • Reinlichkeit. Das bedeutet die Person muss sich zum Beispiel immer wieder die Hände waschen.

Manche Personen haben deshalb ein Ritual entwickelt. Ein Ritual ist eine bestimmte Handlung. Diese Handlung wird jedes Mal gleich ausgeführt. Hier ist ein Beispiel für ein Ritual:

Eine Person möchte sicher sein: Ist der Herd aus? Dann berührt die Person alle Herdplatten einzeln. Das macht die Person in derselben Reihenfolge. Dabei zählt sie die Herdplatten. Passiert dabei ein Fehler? Dann beginnt die Person neu zu zählen. Die Person hat das Ritual beendet? Dann fühlt die Person sich sicher.

Woran können Sie eine Zwangsstörung erkennen?

Eine Zwangsstörung kann verschiedene Anzeichen haben. Anzeichen für eine Zwangsstörung sind zum Beispiel:

  • Die Person macht die Handlungen seit mehr als zwei Wochen. Oder die Person hat die Gedanken seit mehr als zwei Wochen.
  • Die Person denkt: Die Zwänge sind quälend oder sinnlos.
  • Der Alltag der Person wird durch die Zwänge beeinflusst.
  • Die Person wehrt sich gegen diese Gedanken und Handlungen? Dann hat die Person Angst oder fühlt sich unruhig.

Hinweis: Sie glauben: Ich habe eine Zwangsstörung? Dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Ihr Arzt untersucht Sie und gibt Ihnen weitere Informationen.

Personen mit einer Zwangsstörung können weitere Erkrankungen haben. Das heißt: Begleiterkrankungen. Häufige Begleiterkrankungen bei Zwangsstörungen sind:

  • Angststörung. Die Person hat in einer ungefährlichen Situation große Angst.
  • Stimmungsschwankungen. Die Stimmung einer Person verändert sich ständig. Diese Person fühlt sich gut und kurz darauf schlecht.
  • Depressionen. Eine Depression ist eine psychische Erkrankung. Menschen mit einer Depression sind auch ohne Grund erschöpft, traurig und mutlos.
  • Zwanghafte Persönlichkeitsstörung. Manche Personen mit einer Zwangsstörung haben eine zwanghafte Persönlichkeit. Für diese Person sind die Zwänge nicht belastend. Bei einer zwanghaften Persönlichkeit leidet das Umfeld an den Zwängen dieser Person.
  • Tic-Störung. Bei einer Tic-Störung können betroffene Personen ihre Bewegungen nicht kontrollieren. Bewegungen entstehen plötzlich und wiederholen sich.
  • Schizophrenie. Eine Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung. Bei einer Schizophrenie nimmt die Person die Welt verändert wahr.
  • Ess-Störungen. Menschen mit einer Ess-Störung können ihr Essverhalten nur schwer kontrollieren. Diese Personen essen entweder zu viel oder zu wenig.
  • Tourette-Syndrom. Eine Person mit dem Tourette-Syndrom hat motorische oder sprachliche Tics. Das heißt: Diese Person kann ihre Bewegungen oder sprachlichen Äußerungen nicht kontrollieren.

Sie glauben: Ich habe vielleicht eine Zwangsstörung? Dann gehen Sie zum Arzt. Der Arzt untersucht Sie. Vielleicht schickt Ihr Hausarzt Sie zu einem Facharzt.

Was sind die Ursachen einer Zwangsstörung?

Meistens gibt es nicht nur eine Ursache für eine Zwangsstörung. Und es ist noch nicht bekannt: Wie genau entsteht eine Zwangsstörung? Diese Dinge können eine Zwangsstörung beeinflussen:

  • Veranlagung

Vielleicht verursachen bestimmte Gene eine Zwangsstörung. Die Eltern haben eine Zwangsstörung? Dann können die Kinder leichter eine Zwangsstörung haben.

  • Botenstoffe im Gehirn

Unsere Nervenzellen schicken Informationen an unser Gehirn. Dafür benutzen die Nervenzellen Botenstoffe. Ein Botenstoff kann bestimmte Informationen an das Gehirn nicht richtig übermitteln? Dann kann sich eine Zwangsstörung entwickeln.

  • Umweltfaktoren

Umweltfaktoren sind Einflüsse aus der Umgebung. Umweltfaktoren können in unterschiedlichen Formen eine Zwangsstörung hervorrufen:

  1. Eine Person hatte in der Vergangenheit traumatische Erlebnisse? Bei dem Erlebnis hatte die Person viel Angst? Oder die Person hat sich besonders geekelt? Diese Erlebnisse können Zwangsstörungen auslösen.
  2. Eine Person hatte in der Vergangenheit eine Gehirn-Verletzung? Diese Person hatte vielleicht einen Schlaganfall? Oder die Person hatte ein Schädel-Hirn-Trauma? Nach diesen Erkrankungen kann sich eine Zwangsstörung entwickeln.
  3. Eine Person hatte als Kind eine schwere Krankheit? Dann kann diese Person später vielleicht eine Zwangsstörung entwickeln.
  • Psychologische Ursache

Experten vermuten: Die Erziehung kann eine Zwangsstörung beeinflussen. Die Eltern hatten eine strenge Erziehungsmethode? Oder die Eltern hatten einen Putzzwang? Dann entwickelt das Kind vielleicht eine Zwangsstörung.

Was können Sie gegen eine Zwangsstörung tun?

Der Arzt hat bei Ihnen eine Zwangsstörung festgestellt? Dann kann der Arzt Sie behandeln. Für die Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel:

  • Verhaltenstherapie. Die Verhaltenstherapie ist ein Teil der Psychotherapie. In der Verhaltenstherapie überlegen der Therapeut und der Patient: Was löst die Zwänge aus? Wie kann man mit Zwangsgedanken umgehen? Wie kann man Zwangshandlungen kontrollieren?
  • Achtsamkeitstherapie. In der Achtsamkeitstherapie lernen die betroffenen Personen: So kann ich meine Zwänge annehmen. Und betroffene Personen lernen: Die Zwänge gehören zum Leben.
  • Medikamente. Häufig bekommen Patienten zusätzlich Medikamente. Diese Medikamente sind Antidepressiva. Das bedeutet: Die Medikamente helfen gegen Depressionen. Antidepressiva können auch bei Zwangsstörungen helfen.
  • Selbsthilfe-Gruppen. In einer Selbsthilfe-Gruppe können sich betroffene Personen und ihre Angehörigen mit anderen betroffenen Personen austauschen. In der Selbsthilfe-Gruppe sprechen die Teilnehmer über ihre Erfahrungen. Sie motivieren und unterstützen sich gegenseitig. 
Sie wollen mehr über Selbsthilfegruppen zu Zwangsstörungen erfahren? Mehr Informationen finden Sie hier.
 Achtung: Der Link führt aus unserem Einfache-Sprache-Angebot heraus. Die Informationen sind dann nicht mehr in Einfacher Sprache.

Hinweis: Ein Kinder oder ein Jugendlicher hat eine Zwangsstörung? Dann muss die Familie in die Therapie einbezogen werden.

Wo bekommen Sie noch mehr Informationen?

Sie wollen noch mehr über Zwangsstörungen lesen? Mehr Informationen über Zwangsstörungen finden Sie hier. Achtung: Dieser Link führt sie aus unserem Einfache-Sprache-Angebot heraus. Die Informationen sind dann nicht mehr in Einfacher Sprache.

es siegel

Die Texte haben wir zusammen mit der Forschungsstelle Leichte Sprache geschrieben. Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist an der Universität Hildesheim.

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