Was ist eine Dreimonatsspritze?

Die Dreimonatsspritze ist ein Verhütungsmittel. Das bedeutet: Die Dreimonatsspritze schützt vor einer Schwangerschaft.

Die Dreimonatsspritze enthält eine große Menge Hormone. Die Hormone heißen: Gestagene. Eine Frau bekommt Gestagene? Dann kann die Frau nicht schwanger werden. Die Gestagene hemmen nämlich den Eisprung.

Achtung: Die Dreimonatsspritze ist nur für bestimmte Frauen geeignet. Diese Frauen können keine anderen Verhütungsmittel nehmen.

Die Dreimonatsspritze eignet sich nur für wenige Frauen. Zwei Punkte sind wichtig:

  • Die Frau verträgt andere Verhütungsmittel nicht. Die Frau hat zum Beispiel eine chronische Magen-Darm-Erkrankung. Dann kann sie das Verhütungsmittel nicht verdauen. Denn das Verhütungsmittel bleibt nicht lange genug in ihrem Körper.
  • Und: Die Frau möchte in nächster Zeit keine Kinder. Oder die Frau möchte nicht noch mehr Kinder.

Wie wirkt die Dreimonatsspritze?

Info Monatsblutung (auch: Regelblutung, Regel, Periode):

Einmal im Monat bildet sich eine dicke Schleimhaut in der Gebärmutter der Frau. Diese Schleimhaut heißt: Gebärmutter-Schleimhaut. In die Gebärmutter-Schleimhaut kann sich die befruchtete Eizelle einnisten und so ein Baby entstehen.

Die Eizelle wird nach dem Eisprung nicht befruchtet? Dann wird die Gebärmutter-Schleimhaut in diesem Monat nicht gebraucht. Sie löst sich dann auf und fließt als Monatsblutung aus dem Körper hinaus. Der Kreislauf beginnt dann wieder von vorne: Es bildet sich eine neue Gebärmutter-Schleimhaut. Das nennt man auch: weiblicher Zyklus.

Während des weiblichen Zyklus produziert der Körper Geschlechtshormone. Die Geschlechtshormone sind Östrogen und Gestagen. Die Dreimonatsspritze enthält künstliche Gestagene. Diese Gestagene haben drei Funktionen:

  • Die Gestagene verhindern den Eisprung.
  • Die Gebärmutterschleimhaut baut sich nicht auf. Dann kann sich eine befruchtete Eizelle nicht mehr einnisten.
  • Die Gestagene machen den Schleim im Gebärmutterhals dickflüssiger. Deshalb können die Spermien nicht mehr so gut in die Gebärmutter eindringen.

Wie wenden Sie die Dreimonatsspritze an?

Die Dreimonatsspritze muss alle drei Monate gespritzt werden. Das macht der Hausarzt oder der Frauenarzt. Er spritzt die Dreimonatsspritze in einen Muskel am Gesäß. Oder er spritzt sie in einen Muskel am Oberarm.

Sie möchten mit der Dreimonatsspritze verhüten? Dann müssen Sie zuerst mit Ihrem Frauenarzt sprechen. Der Frauenarzt stellt Ihnen einige Fragen. Und er untersucht Sie. Erst dann entscheidet er: Können Sie die Dreimonatsspritze anwenden?

Sie können die Dreimonatsspritze anwenden? Dann untersucht Ihr Arzt Sie vor der ersten Dreimonatsspritze noch einmal komplett. Die erste Spritze bekommen Sie in den ersten fünf Tagen Ihres Zyklus. Drei Monate nach der ersten Dreimonatsspritze prüft der Arzt: Können Sie die Dreimonatsspritze weiter anwenden?

Hinweis: Sie verhüten mit der Dreimonatsspritze? Dann müssen Sie zwei Mal im Jahr zum Frauenarzt und zum Hausarzt. Die beiden Ärzte prüfen: Gibt es Nebenwirkungen von der Dreimonatsspritze?

Welche Vorteile hat die Dreimonatsspritze?

Zu den Vorteilen der Dreimonatsspritze gehören:

  • Die Dreimonatsspritze ist ein sehr sicheres Verhütungsmittel.
  • Die Dreimonatsspritze ist einfach anzuwenden: Die Anwenderinnen bekommen alle drei Monate eine Spritze. Sie können die Dreimonatsspritze also nicht so leicht vergessen.
  • Die Schmerzen während der Monatsblutung werden manchmal geringer.

Welche Nachteile hat die Dreimonatsspritze?

Zu den Nachteilen der Dreimonatsspritze gehören:

  • Die Dreimonatsspritze muss alle drei Monate neu gespritzt werden. Sie bekommen die Spritze zu spät? Dann schützt sie nicht vor einer Schwangerschaft. Das bedeutet: Sie müssen alle drei Monate zum Arzt gehen. Hinweis: Es gibt etwa eine Woche Spielraum. Das bedeutet: Die neue Spritze muss spätestens nach 13 Wochen wieder gespritzt werden.
  • Die Dreimonatsspritze beeinflusst den Zyklus stark. Sie möchten schwanger werden? Und Sie hören deshalb mit der Anwendung auf? Dann normalisiert sich Ihr Zyklus irgendwann wieder. Aber das kann mehrere Monate dauern. In dieser Zeit können Sie nicht schwanger werden.
  • Manche Medikamente können die Wirkung des Gestagens beeinträchtigen. Zu diesen Medikamenten gehören zum Beispiel manche Antibiotika. Auch Wechselwirkungen sind möglich. Sie haben Fragen zu den Wechselwirkungen? Dann sprechen Sie mit ihrem Arzt.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die Dreimonatsspritze verändert den Hormonhaushalt im Körper. Deshalb können Nebenwirkungen entstehen. Zu den Nebenwirkungen der Dreimonatsspritze gehören zum Beispiel:

  • Die Monatsblutung verändert sich: Die Blutung kommt vielleicht unregelmäßig. Vielleicht gibt es Schmierblutungen oder Zwischenblutungen. Manchmal bleibt die Blutung auch ganz aus.
  • Die Brüste schmerzen oder spannen vielleicht.
  • Manchmal verändert sich auch die sexuelle Lust. Das bedeutet: Die Frau hat vielleicht nicht mehr so große Lust auf Sex.
  • Die Stimmung kann sich verändern. Manche Frauen leiden wegen der Dreimonatsspritze unter Stimmungsschwankungen. Manche Frauen haben vielleicht Depressionen. Hinweis: Ihre Stimmung hat sich stark verändert? Oder Sie leiden unter Depressionen? Dann sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt.

Andere mögliche Nebenwirkungen der Dreimonatsspritze sind:

  • Das Risiko für eine Osteoporose steigt. Bei einer Osteoporose brechen die Knochen leicht.
  • Entzündungen oder Blutungen an der Einstichstelle
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Akne
  • Zunahme von Gewicht
  • Störungen der Leberfunktionen
  • Allergische Reaktionen

Wann dürfen Sie die Dreimonatsspritze nicht anwenden?

Manche Frauen dürfen die Dreimonatsspritze nicht anwenden. In diesen Fällen dürfen Sie die Dreimonatsspritze nicht anwenden:

  • Sie haben ungeklärte Blutungen.
  • Ihre Venen sind entzündet.
  • Sie hatten Thrombosen in den Venen.
  • Sie haben Brustkrebs.
  • Sie haben Gebärmutterhalskrebs.
  • Sie haben eine schwere Lebererkrankung.
  • Sie haben eine Stoffwechselerkrankung.
  • Sie haben Osteoporose. Bei einer Osteoporose brechen die Knochen leicht.
  • Sie sind allergisch gegen einen Bestandteil der Dreimonatsspritze.

In diesen Fällen müssen Sie vorsichtig sein:

  • Sie rauchen und sind älter als 35. Dann ist das Risiko für eine arterielle Gefäßkrankheiten erhöht. Eine arterielle Gefäßkrankheit ist zum Beispiel ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall.
  • Sie haben Bluthochdruck.
  • Sie haben eine Stoffwechselstörung.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Vorerkrankungen. Vielleicht ist ein anderes Verhütungsmittel passender für Sie.

Hinweis: Die Dreimonatsspritze schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten. Eine Geschlechtskrankheit ist zum Beispiel HIV oder Aids.

Wo bekommen Sie noch mehr Informationen?

Sie wollen noch mehr über die Dreimonatsspritze lesen? Mehr Informationen über die Dreimonatsspritze finden Sie hier. Achtung: Dieser Link führt aus unserem Einfache-Sprache-Angebot heraus. Die Informationen sind dann nicht mehr in Einfacher Sprache.

Achtung: In diesem Text finden Sie nur allgemeine Informationen. Der Text ersetzt den Besuch beim Arzt nicht. Nur ein Arzt kann Ihnen genaue Informationen geben. Sie fühlen sich krank? Oder Sie haben Fragen zu einer Krankheit? Dann sollten Sie immer zum Arzt gehen.

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Die Texte haben wir zusammen mit der Forschungsstelle Leichte Sprache geschrieben. Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist an der Universität Hildesheim.