Zwangsstörungen wie ständiges Händewaschen oder die x-fache Kontrolle geschlossener Türen, dominieren oft das Leben Betroffener, weil sie den Drang zu absurd vielen Wiederholungen bestimmter Handlungen nicht stoppen können. Eine frühzeitig beginnende kognitive Verhaltenstherapie (CBT) hat gute Erfolge, doch es fehlt vielerorts an Therapieplätzen.

So sieht die Online-Therapie aus

Psycholog:innen des Karolinska Instituts in Stockholm, Schweden, haben nun eine Onlineberatung entwickelt, die einen Teil der Therapie ins Internet verlagert und so auch Kinder und Jugendliche in abgelegenen Regionen Schwedens erreicht.

Das über 16 Wochen laufende Programm gibt es derzeit in Schweden für  Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren und für Jugendliche im Alter von 13  bis 17 Jahren. Es besteht aus 14 Teilen mit Infotexten, Filmen und  Übungen, die Möglichkeiten aufzeigen, den Zwangshandlungen etwa entgegen  zu setzen.

Ein eigenes Programm schult Eltern darin, ihre Kinder  optimal zu unterstützen. Jeder Familie steht eine Therapeutin oder ein  Therapeut online oder telefonisch zur Verfügung.

Wirksamer Ansatz

Für  die Studie wurden nach einer dreimonatigen Behandlung die Erfolge der  Online-Therapie von 152 Kindern im Alter von durchschnittlich 13,4  Jahren mit einer konventionellen Therapie verglichen. Das Ergebnis: Die  Online-Therapie ist ein gleichwertiger Ansatz, wobei der  Behandlungserfolg kontrolliert werden sollte, so Kristina Aspvall,  Psychologin und Forscherin am Zentrum für Psychiatrieforschung, Teil der  Abteilung für klinische Neurowissenschaften des Karolinska Instituts.

Die Online-Therapie wird derzeit in Schweden etabliert. Hier geht es zu einem Video (englisch) über das Behandlungskonzept.

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