Tinnitus ist der lateinische Ausdruck für Ohrgeräusche, die nur Betroffene hören. Das "Phantom im Ohr" kann von einem leisen Säuseln bis zum durchdringenden Pfeifen in der Lautstärke eines startenden Flugzeugs fast jede Form annehmen. Als Ursachen von Tinnitus gelten Schäden im Innenohr.  Entsprechend schwierig gestaltet sich daher die Behandlung.

Kopfhörer sollen exakte Diagnose ermöglichen

Im Rahmen ihres Forschungsprojekts "Theranostik und Therapie von Tinnitus mittels räumlichen Hörens" (TheraTin) entwickeln das Unternehmen Brandenburg Labs und die Technische Universität Ilmenau einen Spezialkopfhörer, der die Situation von Tinnitus-Betroffenen wesentlich verbessern soll.

Die Technologie des Spezialkopfhörers soll durch eine besonders  genaue Messung und Analyse der elektrischen Hirnsignale zunächst eine  bisher noch nicht mögliche exakte Diagnose ermöglichen. Ein darauf  ausgerichteter Raumklang, der per Kopfhörer eingespielt wird, soll  Betroffenen ein besonders angenehmes Hörerlebnis bieten und dadurch die  Tinnitus-Therapie maßgeblich unterstützen.

Große Herausforderung für Forscher:innen

"Es wird  nicht leicht werden, die räumliche Richtung einer eigentlich gar nicht  vorhandenen Schallquelle zu identifizieren, die für den Tinnitus  verantwortlich ist. Ich bin dennoch zuversichtlich, dass uns das  gelingen kann", erklärte der Leiter des Fachgebiets, Prof. Dr.-Ing.  Peter Husar kürzlich gegenüber dem News-Magazin Mednic.

Bei dem  auf zwei Jahre angelegten Forschungsprojekt wollen die  Wissenschaftler:innen mit erfahrenen Tinnitus-Therapeut:innen  zusammenarbeiten. Das Projekt wird im Rahmen der Richtlinie des  Freistaats Thüringen zur Förderung von Forschung, Technologie und  Innovation als Teil der Reaktion der Europäischen Union auf die  COVID-19-Pandemie (REACT-EU) finanziert.