Das liegt wohl nicht daran, dass sie solche Online-Systeme nicht kennen: Acht von zehn Ärzt:innen haben davon schon gehört. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Innofact im Auftrag des Branchenbuches Gelbe Seiten hervor. Im September wurden dafür 226 niedergelassene Mediziner:innen befragt, die Termine mit ihren Patient:innen vereinbaren müssen.

Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung in vielen Betrieben einen ordentlichen Schub verpasst, bei den Ärzt:innen ist das - zumindest was die Terminvereinbarungen angeht - nicht der Fall: Nur drei Prozent der Befragten haben coronabedingt ein Online-Buchungstool eingeführt. Der Umfrage zufolge plant aber gut die Hälfte der Mediziner:innen, die noch kein derartiges System nutzt, die Einführung.

Papierlose Praxis: In einer ärztlichen Praxis fallen jeden Tag unzählige Zettel und Formulare an. Leichter, schneller und sicherer funktioniert die Dokumentation digital

Auch Patient:innen bescheinigen Nachholbedarf: Laut einer Umfrage, die Forsa im April ebenfalls im Auftrag von Gelbe Seiten unter 1051 Menschen durchgeführt hat, findet knapp die Hälfte (46 Prozent), dass Ärzt:innen und Therapeut:innen die Möglichkeiten moderner Medien schlecht oder weniger gut nutzen.   

Ärzt:innen zufrieden mit online Buchungs-Tools

Rund drei Viertel derjeniegen, die eine solche Anwendung nutzen, sind zufrieden: 30 Prozent bewerten die digitale Unterstützung bei der Terminvergabe als sehr gut, 43 Prozent als gut. Die meisten Nutzer:innen (78 Prozent) nennen die Erreichbarkeit rund um die Uhr als Vorteil. Ebenso positiv bewerten sie die Möglichkeit, dass Patient:innen die Termine selbst umlegen können (70 Prozent), die höhere Zufriedenheit der Patient:innen (68 Prozent), Zeitersparnis für die Mitarbeiter:innen (65 Prozent) sowie die einfachere Koordination von Terminen (62 Prozent).